Promotionsprojekte

Bilder aus der hispano- und lusophonen Welt zur Illustration

Bilder: jamesdale10; Ana Cotta; Phil Whitehouse; Frederick Noronha (Creative Commons)

Kulturwissenschaftliches Nachwuchskolloquium


Das kulturwissenschaftliche Kolloquium ist eine gemeinsame Veranstaltung der Romanistik am FB06, d.h. der Arbeitsbereiche Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Sieber und Prof. Dr. Andreas Gipper werden in den Sitzungen des Kolloquiums kulturwissenschaftliche Texte und Ansätze im zweiwöchigen Rhythmus gelesen, besprochen und reflektiert. Die Gruppe nimmt sich thematische Schwerpunkte für jeweils ein Semester vor und bearbeitet gezielt Texte verschiedener AutorInnen und unterschiedlicher Diskurse. Das Kolloquium bereichert so die individuelle Forschungsarbeit und bildet eine Art Resonanzkörper für die eigenen Reflexionen.
In den letzten Jahren wurden u.a. Schlüsseltexte zur (Un-)Übersetzbarkeit, Postkolonialität, Postmoderne und Erinnerung gelesen. Im Rahmen des Kolloquiums findet auch die Präsentation laufender Forschungen der Mitglieder statt, sowie die Gestaltung von Ringvorlesungen, die Gelegenheit bieten, die Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema zu intensivieren.

Im Sommersemester 2012 befasste sich die Gruppe mit dem Thema „Medialität“ und veranstaltete in diesem Zusammenhang die Ringvorlesung Speichern. Umschreiben. Übersetzen. Medialität aus kulturwissenschaftlicher und translatorischer Perspektive. Hier finden Sie die einzelnen Vorträge und Termine.



DoktorandInnen und Promotionsprojekte: 

Liliana Bizama Muñoz

Informationen in Kürze

Zur Webseite von Liliana Bizama Muñoz

Anne Burgert

Translation als Emergenz. Postkoloniale Translationsstrategien zur Sichtbarmachung der Konfliktivität im Konzept der Lusophonie (Arbeitstitel)

Der Begriff der Lusophonie suggeriert das Bild eines einheitlichen Sprachraums, der demnach auch kulturell durch die gemeinsame Verwendung des Portugiesischen als zusammenhängend zu denken sei. Jedoch bergen die unterschiedlichen Ansätze und Sichtweisen auf die Lusophonie ein häufig unartikuliertes Konfliktpotential, das in der Arbeit mit Strategien der Translation herausgearbeitet wird. Dabei wird Translation in einem postkolonialen und poststrukturalen Sinne als Emergenz verstanden: als Sichtbarmachung dessen, was unter der Oberfläche bereits vorhanden war und wirkte, und als Dringlichkeit, das Konfliktive zu artikulieren. Ziel meiner Arbeit ist es, die Lusophoniedebatte als einen Verhandlungsraum sehr unterschiedlicher und z.T. gegensätzlicher Vorstellungen im Rahmen eines kollektiven Identitätsdiskurses nachzuzeichnen. Zur Webseite von Anne Burgert 

Vanessa Domingues Silva

Portugiesisch: Eine Sprache – mehrere Identitäten. Zur Förderung der interkulturellen Bildung und lebensweltlichen Mehrsprachigkeit im Kontext der transnationalen Migration (Arbeitstitel)

Die interkulturelle Konfliktsituation ist u.a. in pädagogischen Berufen in EU-Ländern alltägliche Realität, und meine Untersuchung zielt darauf, sie im deutschen Kontext im Vergleich zu anderen EU-Ländern wie England, Spanien und Frankreich zu betrachten. Speziell sollen der Zusammenhang von Sprache und Identität im Kontext der portugiesisch-sprachigen Migration in Europa und die Wirkungen in der Schulpraxis untersucht werden. Die globale Mobilität bewirkt viele gesellschaftliche Veränderungen und bringt gleichzeitig neue Herausforderung für die Bildung mit sich. Hierbei ist die Migration, die transnationale Migration und die kulturelle Vielfalt ein Antrieb für eine erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung und soziale Entwicklung einer Gesellschaft. Zur Webseite von Vanessa Domingues Silva

Judith Eiring

Kulturelle Übersetzungsprozesse zwischen indigenen Traditionen und der Moderne in Ecuador (Arbeitstitel)

Indigene Völker finden zurzeit als Gegenpol der globalisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts redliche Beachtung in der Forschung. Zumeist werden sie mit einer traditionellen Lebensweise in Verbindung gebracht, in gewisser Weise als Kontrast zur modernen Welt. „Indigen“ ist jedoch nicht zwangsläufig als Synonym zu „traditionell“ zu sehen. Ein Zusammenprall verschiedener Kulturen und Lebensweisen sowie deren gegenseitiger Austausch sind heute unumgänglich. Dabei kommt es zu kulturellen Übersetzungsprozessen, einer Adaptation und Interpretation des Fremden in das Eigene. Der Analyse dieser Entwicklungen am Fallbeispiel der ecuadorianischen Gesellschaft dient dieses Dissertationsprojekt. Zur Webseite von Judith Eiring

Eleni Stagkouraki

"Grito de Mujer". Ein internationales Dichtungs- und Kunstfestival als Artikulationsraum von und für die Frau in Lateinamerika (Arbeitstitel)

Das internationale Dichtungs- und Kunstfestival „Grito de Mujer“ („Woman Scream“) wurde 2011 zum ersten Mal von der Bewegung MPI (Mujeres Poetas Internacional) mit ihrem Sitz in der Dominikanischen Republik organisiert. Ziel der Bewegung und des Festivals ist außer der Förderung der Kreativität und des Selbstbewusstseins der daran teilnehmenden Frauen die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen auf internationales Niveau. Das Festival findet jährlich in circa 40 Ländern auf fast allen Kontinenten statt und MPI feierte sein erstes internationales Treffen in Madrid im März 2016. Zur Webseite von Eleni Stagkouraki

Diana Vesga

Code-Switching auf San Andrés, Providencia und Santa Catalina (Kolumbien). Soziolinguistische Aspekte und Entwicklungstendenzen einer dreisprachigen Gesellschaft (Arbeitstitel)

Wenn bilinguale Sprecher miteinander kommunizieren, verwenden sie nicht nur eine Sprache, sondern alternieren häufig zwischen den ihnen zur Verfügung stehenden Varietäten, um ihr gesamtes sprachliches Repertoire optimal auszunutzen. Dieses Phänomen bezeichnet man als Code-Switching und es wird in dieser Studie am Beispiel der multilingualen Inselgruppe San Andrés, Providencia und Santa Catalina (Kolumbien) untersucht. Ausgangspunkt der Analyse ist die Annahme, dass die Beobachtung von alternierenden Sprachgebrauchsformen ein weitreichendes Verständnis der soziolinguistischen Verhältnisse und der heterogenen politischen, ethnischen und soziokulturellen Strukturen der Inseln eröffnet. Zur Webseite von Diana Vesga