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2.1 HTML - Die Sprache des World Wide Webs

 

Was ist eigentlich HTML?
Die Aufgaben von HTML
Das Besondere an HTML
Was sind die Nachteile von HTML?
Die HTML-Erweiterungssprachen
Die Zukunft von HTML


Was ist eigentlich HTML?  Seitenanfang

Die Sprache HTML (Hypertext Markup Language) wurde ebenso wie das World Wide Web von Tim Berners-Lee anfang der 90er Jahre entwickelt und dient als sogenannte Auszeichnungssprache (engl. markup language) für die Dokumente des WWW. Man verwendet HTML zum Erstellen von Webseiten.

HTML basiert auf SGML (Standard Generalized Markup Language). SGML selbst ist keine Auszeichnungssprache, sondern eine Art allgemeines Regelwerk oder eine generelle Grammatik, auf deren Basis Auszeichnungssprachen entwickelt werden können. Kontrolliert wird die Erarbeitung der Auszeichnungssprachen vom W3-Konsortium, das sich um die Normierung und Standardisierung im World Wide Web kümmert.

 

Die Aufgaben von HTML  Seitenanfang

Die Auszeichnungssprache HTML ist eine Sprache zur Strukturierung von Texten. HTML legt logische Bestandteile eines Textdokuments so fest, dass sie von einem Browser als Webseite dargestellt werden können.
Solche logischen Bestandteile eines Dokuments sind beispielsweise Überschriften, Textabsätze, Listen, Tabellen oder Grafikreferenzen. D.h. nichts anderes als, dass HTML dem Browser Anweisungen gibt, wie dieser beispielsweise die Schrift, die Hintergrundfarbe des Dokuments usw, darstellen soll.

 

Das Besondere an HTML  Seitenanfang

Was zeichnet HTML als Format eines Dokumentes aus?

Softwareunabhängigkeit
HTML kann unabhängig von einer Software erstellt werden. Man bezeichnet es daher auch als Klartextformat. Ein gewöhnlicher Texteditor genügt, um eine Webseite mit HTML erstellen zu können! Dies hat den Vorteil, dass man kein teures Programm erstehen muss. Man ist nicht an ein kommerzielles Software-Produkt gebunden.

Plattformunabhängigkeit
HTML ist plattformunabhängig. Dies bedeutet, dass es keine Rolle spielt, welches Betriebssystem auf einem Rechner installiert ist. Jeder Browser ist in der Lage, HTML-Code aufzuschlüsseln. Man kann das HTML-Format daher mit dem pdf-Format von ADOBE vergleichen. Auch dieses Format ist plattformunabhängig und wird vom Rechner dargestellt, egal ob Linux, Windows oder Macintosh als Betriebssystem installiert ist.

Hypertextfunktion
HTML unterstützt Hypertext. Es ist also möglich, Verweise zu definieren. Damit können einerseits Grafiken, Video oder Sound durch eine Referenz, also einen Verweis oder Link, in das Dokument eingebunden werden , aber andererseits auch Verweise zu einer anderen Stelle innerhalb des Dokuments (=interne Links) oder zu einer beliebigen URL im Internet (=externe Links) definiert werden.

Aufgrund dieser besonderen Eigenschaften wird HTML oft auch zur Erstellung von Bildschirmpräsentationen verwendet. Gerade auf Vorträgen oder ähnlichen Gelegenheiten hat man seinen Computer, wenn es kein Laptop ist, nicht dabei und kann somit nicht über seine gewohnte Software verfügen. Mit einer HTML-Präsentation bleibt man von jeglicher Software unabhängig, das einzige, was benötigt wird, ist ein Browser und der ist auf fast allen Rechnern installiert.

 

Die Nachteile von HTML  Seitenanfang

HTML wurde vor ungefähr zehn Jahren entwickelt. Zu dieser Zeit diente das World Wide Web ausschließlich als Informationsplattform für Forschung und Wissenschaft. Dabei war es einzig und allein wichtig, wissenschaftliche Dokumente im Textformat schnell und einfach online darstellen und Verweise (Hyperlinks) einbauen zu können. Multimedia steckte damals noch in den Kinderschuhen. Die Anforderungen an HTML waren also um einiges geringer als heutzutage. Mittlerweile hat das Internet 580 Millionen Nutzer, darunter sind die meisten Privatpersonen, und der am meisten genutze Internetdienst ist das World Wide Web. Im Zuge der Ausdehnung und Kommerzialisierung des WWW haben sich auch die Erwartungen der Nutzer verändert. Einfache Textdokumente sind bei der breiten Masse nicht gefragt. Stattdessen werden multimediale Anwendungen, wie beispielsweise Grafik, Sound, Animationen oder Video, immer wichtiger. Doch HTML ist nicht in der Lage solche aufwendigen Anwendungen zu integrieren. Um dieses Problem zu lösen, hat man sogenannte HTML-Erweiterungssprachen entwickelt, die dies für HTML erledigen sollen.

 

Die HTML-Erweiterungssprachen  Seitenanfang

Mit HTML kann man nur den grundlegenden Aufbau einer Webseite definieren. Solche Grundlagen sind beispielsweise Absätze, Überschriften, Textausrichtung oder den Schriftstil (Kursiv, Fett, Unterstrichen). Alles was darüber hinausgeht, also beispielsweise Schrifttyp (Arial, Helvetica, etc.), Schriftgröße (10p, 12p, 16p), Schriftfarbe oder Multimedia, kann damit nicht eingebunden werden. Verwendet man ausschließlich HTML zur Erstellung einer Webseite, wird nur der Rahmen festgelegt. Wie dieser interpretiert wird, hängt von den Browsereinstellungen ab.

Ein Beispiel soll dies näher veranschaulichen. Mit einer HTML-Anweisung legt man für eine Überschrift die Größe h1 fest. Dies steht für die größtmögliche Überschrift, dabei ist nicht festgelegt, welche Schriftgröße diese größtmögliche Überschrift hat. Das wird dem Browser überlassen, der gemäß seiner Einstellungen, die jeder Benutzer individuell definieren kann, die h1-Überschrift in einer bestimmten Schriftgröße abbildet. Mit einer Erweiterungssprache, in diesem Fall den CSS, kann man ganz exakt die Schriftgröße einer h1-Überschrift festlegen. An diese Anweisung ist dann auch der Browser gebunden.

HTML gibt also nicht exakt an, wie ein Dokument auszusehen hat. Es definiert nur den Rahmen oder das Fundament. Dadurch kann eine Webseite in ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem Aussehen stark begrenzt sein. Für Details und für die heute so wichtigen Multimediaeinbindungen reicht HTML allein nicht aus. Daher bedient man sich der HTML-Erweiterungssprachen, die sich problemlos in HTML integrieren lassen. Diese ergänzenden Technologien werden dabei entweder direkt in den Quellcode geschrieben oder in einer separaten Datei abgelegt und als Referenz, wie ein interner Hyperlink, in den Quellcode eingebunden.

Allerdings tragen sie nicht zum Funktionieren des World Wide Webs bei. Dazu wird ausschließlich HTML benötigt. Daher stellen die HTML-Erweiterungssprachen eine bloße Ergänzung dar, ohne die das WWW problemlos funktioniert. Gut vergleichen lässt sich HTML mit einem Haus, das nur aus Fundament, Mauerwerk und Dach besteht. Auch ohne schöne Inneneinrichtung erfüllt das Haus seine grundlegenden Aufgaben. Es schützt vor Kälte und schlechtem Wetter, man kann dort übernachten und seine Sachen aufbewahren. Solche Dinge wie Tapeten oder ein Fernseher sind vergleichbar mit den HTML-Erweiterungssprachen - sie machen das Leben angenehmer und komfortabler. Das Haus selbst kann ohne die Einrichtung existieren, während dies umgekehrt nicht möglich ist. Ohne das Fundament, also die vier Wände, nutzen einem weder schöne Möbel noch technische Geräte etwas (vgl. Steyer).

Einige HTML-Erweiterungssprachen und ihre Verwendung:

CSS
Die Erweiterungssprache CSS (Cascading Style Sheets) ist keine Skript- oder Programmiersprache, sondern nur ein ergänzender Zusatz zu HTML. Zur Erstellung benötigt man genauso wie für HTML den Texteditor. Die CSS sind daher ein Klartextformat. Man schreibt sie entweder direkt in den HTML-Code oder legt sie separat in einer eigenen Datei ab. Möchte man mehrere HTML-Dokumente mit den gleichen Stilvorgaben erstellen, wählt man die zweite Variante. Die CSS sind ein vom W3C anerkannter Standard zur Formatierung von HTML-Seiten. Mit der Hilfe von CSS werden HTML-Elemente exakt definiert, so dass der Browser keinen individuellen Spielraum in der Darstellung mehr hat. Das äußere Erscheinungsbild einer Webseite kann damit nahezu vollständig und vorallem einheitlich festgelegt werden. Wie ein Element, das mit CSS verfeinert wurde, dargestellt wird, ist stark vom jeweiligen Browser abhängig. Nicht alle Anweisungen, die mit CSS definiert sind, werden von allen Browsern gleichermaßen verstanden. Daher sollte man die Webseite immer erst in mehreren Browsern testen, bevor man sie veröffentlicht.
Beispiele für Formatierungsanweisungen, die mit CSS definiert werden können, sind beipielsweise die exakte Festlegung des Schrifttyps (Arial, Times New Romasn, etc.), der Schriftgröße, der Schriftfarbe oder
das punktgenaue Platzieren von Elementen wie Einzüge, Abstände und Bilder am Bildschirm. Mehr zu den CSS findet man auf den Seiten des W3-Konsortiums.

JavaScript
JavaScript ist eine an Java angelehnte Skriptsprache. Mit ihr definiert man hauptsächlich Dynamic HTML (dt. Dynamisches HTML). Dabei handelt es sich um kleine, in HTML integrierte Programme, deren besondere Eigenschaft es ist, Maus- und Tastatureingaben des Anwenders zu verarbeiten und darauf mit Bildschirmausgaben oder dynamischen Anwendungen innerhalb der Webseite zu reagieren. Der Anwender kann durch JavaScript in einen Dialog mit der Webseite einbezogen werden.
Ein Beispiel für ein mit JavaScript geschriebenes Programm ist eine Eintragungskontrolle, die man bei einem Online-Bestellformular verwendet. Während der Anwender das Formular ausfüllt, wird die Eingabe direkt überprüft. Unterlaufen bei der Eingabe der Daten Fehler, wird z.B. anstelle der 5-stelligen Postleitzahl eine 6-stellige Nummer eingegeben, öffnet sich ein Fenster mit einer Fehlermeldung. Auch der BaföG-Rechner funktioniert durch ein in HTML integriertes JavaScript-Programm. Nach der Eingabe einiger Zahlen, errechnet er den individuellen BaföG-Betrag. Weitere Beispiele sind Passwortabfragen oder Berechnungen, wie es sie bei der Gesamtkostenaufstellung einer Bestellung gibt.
Hier kann man JavaScript in Form von Dynamischem HTML ausprobieren.

PHP
PHP (Hypertext PreProcessor) ist eine Skriptsprache, die ähnlich wie JavaScript direkt in den HTML-Code geschrieben wird. Bei der Ausführung solcher Programme benötigt der Browser einen PHP-Interpreter, den er automatisch konsultiert, damit dieser den PHP-Code aus der HTML-Datei ausliest, ihn ausführt und in Code verändert, den der Browser versteht. Mit PHP kann man dieselben Programme wie mit CGI und Perl entwickeln, allerdings um einiges einfacher. Denn PHP ist im Gegensatz zu Perl speziell auf die Belange des World Wide Webs ausgerichtet. Mehr zu PHP gibt es unter www.php.net.

Perl und CGI
Perl (Practical Extraction and Report Language) ist eine auf C basierende Programmiersprache. Man schreibt Perl-Skripts genauso wie HTML im Texteditor. Man bezeichnet Perl auch als Skriptsprache, denn ihre Skripts haben das Textformat und benötigen keinen Compiler zum Umwandeln, wie z.B. die Programmiersprachen C oder Java. Um Perl-Skripts ausführen zu können, ist allerdings ein Perl-Interpreter notwendig, den man hier kostenlos herunterladen kann.
Um Programme, die mit Perl oder anderen Programmiersprachen geschrieben sind, in eine Webseite zu integrieren, benötigt man CGI (Common Gateway Interface). CGI wandelt normale Programme in CGI-Programme um. Das Besondere an solchen Programmen ist, dass sie einerseits dem Server ermöglichen, die, auf der Webseite eingegeben Daten, zu speichern und andererseits selbst auf dem Browser Ausgaben erzeugen können. Dabei werden die Programme nicht wie JavaScript im Browser des Internetsnutzers ausgeführt, sondern auf dem Web-Server, auf dem die Webseite gespeichert ist.
Ein Beispiel für ein mit Perl geschriebenes CGI-Programm ist ein Online-Bestellformular. Die angeforderten Produkte werden nach der Eingabe direkt auf dem Server gespeichert, damit sie auf dem schnellsten Weg zugestellt werden können. Weitere Beispiele sind Gästebucheinträge oder Datenbankabfragen.

 

Die Zukunft von HTML  Seitenanfang

Wenn man einen Blick in die Zukunft wagt, wird deutlich, dass HTML auf lange Sicht trotz der seiner Erweiterungssprachen nicht ausreichen wird. Daher hat man einen Nachfolger von SGML entwickelt, nach dessen Richtlinien/Regeln neuere Auszeichnungssprachen definiert werden kann. Bei diesem Regelwerk handelt es sich um XML (eXtensible Markup Language). Es wurde auch schon eine Auszeichnungssprache entwickelt. Sie nennt sich XHTML (eXtensible HyperText Markup Language) und ist speziell auf die Integration multimedialer Inhalte ins WWW zugeschnitten. Die Auszeichnungssprache XHTML ist allerdings "nur" ein Ableger von HTML, der einfach nur in XML umgeschrieben worden ist. Daher entsprechen beide aktuellen Versionen einander. Seit Januar 2000 liegt XHTML als Empfehlung des W3-Konsortiums vor und ist im Web damit genauso verbindlich wie die neueste Version von HTML. Jedoch ist momentan noch nicht abzusehen, wann die endgültige Umstellung von HTML auf XHTML stattfinden wird. Bis dahin gilt:

XHTML 1.0 entspricht HTML 4.0


    eine Seite zurück  ein Kapitel zurück  zur Inhaltsübersicht  ein Kapitel vor  eine Seite vor          Erstellt von Simone Fabian, Kristina Laub & Claudia dos Reis Santos, letzte Änderung im Oktober 2002.