Verschiedene Formen des Korrekturlesens


Trotz der unterschiedlichen Möglichkeiten beschränkt man sich am FASK auf gerade mal zwei bis drei der genannten Methoden. Nahezu vollständig außer Acht gelassen wird dabei die Selbstkorrektur, obwohl diese später die meist verwendete Korrekturmethode im Berufsleben eines Übersetzers sein wird. Die Mehrfachkorrektur wird nur bei Prüfungen angewendet, jedoch nicht bei regulären Klausuren. Zwar gibt es die Korrektur durch Muttersprachler, allerdings nur in den von diesen Personen angebotenen Übersetzungsübungen.
In der folgenden Tabelle wollen wir einen kurzen Überblick über weitere Formen der Korrektur geben.

Selbstkorrektur
Definition: Der Übersetzer liest seinen eigenen Text Korrektur.
  • weniger Zeit wird benötigt
  • Kosteneinsparung, da kein Zweitkorrektor bezahlt werden muss
  • fehlende Objektivität gegenüber der eigenen Übersetzung
  • fehlende Distanz, um eigene Fehler zu erkennen; dieser Nachteil kann durch Korrekturlesen zu einem späteren Zeitpunkt ausgeglichen werden
Top-Down Korrektur Definition: Der Zieltext eines erfahrenen Übersetzers wird von einem weniger erfahrenen Kollegen Korrektur gelesen
  • Lerneffekt für Korrekturleser
Gegenlesen Definition: Verschiedene Übersetzer gleicher oder ähnlicher Qualifikation korrigieren ihre Übersetzung wechselseitig um fehlende Objektivität bei Selbstkorrektur auszugleichen
Fachlektorat Definition: Endkorrektur durch einen Fachexperten, um Kohärenz und fachterminologische Richtigkeit zu überprüfen
  • Überprüfung der Verständlichkeit für die Zielgruppe
Korrektur durch Muttersprachler Definition: Übersetzung wird von einem Muttersprachler der Zielsprache Korrektur gelesen
  • Überprüfung auf sprachliche, stilistische und inhaltliche Korrektheit
Mehrfachkorrektur Definition: Zieltext wird von mehreren erfahrenen Übersetzern Korrektur gelesen
  • dient vor allem der Korrektur von naturwissenschaftlichen oder politischen Endtexten, bei denen Fehler eine große Tragweite hätten