Hat der FASK eine Verantwortung zur Vermittlung von Computerkenntnissen?

Als Fachbereich für Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften lässt sich sicherlich darüber streiten, ob es in den Aufgabenbereich eines mehr oder weniger sprachwissenschaftlichen Institutes fällt, die Studenten mit dem Umgang am Computer vertraut zu machen bzw. eine computergestützte Lernumgebung zu etablieren. Dabei ist es nicht unbedingt so, dass keine Kurse in diesem Bereich angeboten werden. Es ist bisher allerdings allein die Aufgabe des Studenten, sich dieses Wissen anzueignen. Hinzu kommt, dass bisher die Wissensvermittlung durch den Computer, also z.B. das Erlernen einer Sprache (essentiell für jeden angehenden Übersetzer/Dolmetscher), sowie Recherchetechniken und Terminologieverwaltung zur Steigerung der Produktivität zum Teil stark unterschätzt werden.

Auf der anderen Seite muss sich der FASK auch als praktische Ausbildungsstätte sehen und trägt eine Verantwortung für die kompetente Ausbildung seiner Studenten. Eine große Anzahl an Übersetzungsübungen ist Teil des Studiums. Ganz gleich ob diese unter objektivistischen oder konstruktivistischen Gesichtspunkten durchgeführt werden, sollten sie eigentlich als Übung einer Realsituation gelten. Leider laufen auch diese Übungen zum Teil in völlig veralteten Strukturen ab und haben mit Praxisbezug gerade durch das Ausschließen der Computerumgebung, also z.B. dem konkreten Üben mit Übersetzungsprogrammen etc., eigentlich eher wenig zu tun. Es ist doch schon verwunderlich, dass bei entsprechender Kurswahl ein Student im Fach Übersetzungswissenschaften sein Diplom erhalten kann, ohne auch nur einmal einen computerbezogenen Kurs belegt zu haben. Diesen Missstand belegt zum Einen die geringe Anzahl an Computerkursen und zum Anderen der hohe Anteil an Tutorien (freiwilligen Veranstaltungen) an den angebotenen Veranstaltungen.


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