Der Ruf des Papageis

 

Autor: Dr. Hans Hönig

Wie Dolmetscher für Verständigung sorgen,
und weshalb sie sich manchmal missverstanden fühlen.

Dolmetscher sorgen für Verständigung


Sie sind jedoch auch auf das Verständnis ihrer Kunden und Klienten angewiesen.

Deshalb wurde diese Broschüre geschrieben. Sie soll helfen, die Arbeit der Dolmetscher besser zu verstehen. Und dadurch für bessere Verständigung zu sorgen.

Dolmetscher vermitteln zwischen Sprachen und Kulturen


Deshalb stehen sie häufig in der Mitte, manchmal sogar im Mittelpunkt, ohne dies zu wollen. Aus der Sicht der Auftraggeber sind sie eher eine Figur am Rande, denn sie sind weder Fachexperten noch gehören sie zum Organisationsteam. Sie sollen nicht mitreden, aber alles vermitteln.

 

 

 

Dolmetscher sind zentrale Randfiguren


Es ist verständlich, dass diese Randstellung in der Mitte manchmal zu Problemen führt. Dolmetscher werden als ex-zentrische Figuren (durchaus respektvoll) behandelt, dabei wären sie gerne mehr in den Gesamtablauf einer Konferenz integriert, um besser für optimale Verständigung sorgen zu können.

 

Verstehen à la carte

 

Wenn Ihnen ein japanischer Geschäftsmann seine Visitenkarte überreicht, sollten Sie diese Geste gebührend würdigen. Die Überreichung einer Visitenkarte hat in der japanischen Kultur eine andere Bedeutung als in der unseren, und sie erfordert ein anderes Ritual.



Hat das etwas mit Sprache zu tun?

Ja, denn sprachliche Äußerungen sind nicht zu trennen von kulturellen Prägungen und Konventionen.

Fällt so etwas auch in den Aufgabenbereich des Dolmetschers?

Ja, denn seine Aufgabe ist die Verständigung à la carte.





6. Januar 1992

(dpa)

Wissenschaftler sollen Computer das Dolmetschen beibringen

Das Bundesforschungsministerium will mit Hilfe neuer Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz die Fremdsprachenbarrieren im Blick auf die zunehmende weltweite Zusammenarbeit abbauen. Diesem Ziel soll ein völlig neuartiges Dolmetschgerät auf Computerbasis dienen, das sogenannte Verbmobil...Das Dolmetschgerät soll bis zum Jahr
2000 verfügbar sein.

 

 

 

Würden Sie das How are you? eines US-Amerikaners als eine Frage nach Ihrem Wohlbefinden verstehen? Die Wörter legen dieses Missverständnis nahe, aber wer schon einmal in den USA war und die Gepflogenheiten dort kennt, würde niemals auf die Idee kommen, ein How are you? mit einem kurzen Referat des Gesundheitszustands zu beantworten. Er weiß, dass es als Begrüßungsfloskel verwendet wird, und man kann getrost ein How are you? mit einem How are you? beantworten.

 

Wörter bringen zwar Bedeutungen ins Spiel, aber Traditionen, Konventionen und Situationen entscheiden darüber, welchen Sinn sie haben.

Dolmetscher wissen das.

Das Verbmobil wird genau dies nie kapieren. Und deshalb gibt es auch im Jahr 2001 noch keinen elektronischen Dolmetscher, und es wird ihn auch im Jahr 2020 nicht geben.

Vielleicht sollte das jemand dem Bundesforschungsministerium sagen?

 

 

Wörter wissen - die Welt kennen

 

Aus einer Rede des damaligen Bundesaußenministers Genscher zur Eröffnung der 39. Internationalen Saarmesse:

"Wachstumsimpulse und Strukturanpassung durch weltweite Zusammenarbeit"

 

   Dieses Engagement außereuropäischer Unternehmen ist keine unfaire Konkurrenz, sondern unternehmerische Weitsicht mit dem Ziel optimaler Wahrnehmung neuer Marktchancen. Niemand hindert unsere Unternehmen daran, unter Ausnutzung ihres Standortvorteils in der Gemeinschaft diese neuen Marktchancen noch stärker wahrzunehmen. Mut zu mehr Markt bedeutet auch Mut zum größeren Markt.

 

Was muß man wissen oder können, um diese (sehr kurze und recht einfache) Passage zu verstehen?

Eine mögliche Antwort wäre: "Man muß eben alle Wörter kennen, die in dem Text vorkommen".

Schauen wir uns den letzten Satz, und darin das Wort Markt, etwas genauer an. Wir erkennen, dass Markt hier nicht soviel wie Marktplatz oder Wochenmarkt oder Absatzmarkt bedeuten kann, sondern dass er für Marktwirtschaft steht. Mehr Markt, das heißt hier: Öffnung der Märkte, eine stärkere Betonung marktwirtschaftlicher Elemente, Abbau von protektionistischen Maßnahmen und Subventionen.

Woher wissen wir das?

Mit Sicherheit nicht aus dem Wörterbuch, sondern aufgrund unseres "Weltwissens", also all der Erkenntnisse, die wir irgendwie im Laufe unseres Lebens gesammelt und abgespeichert haben. Dieses enzyklopädische Wissen umfaßt sehr viel mehr als die Lexikon-Bedeutung einzelner Wörter.

Wozu brauchen wir dieses Weltwissen? Reicht es nicht, einfach die Wörter zu kennen?

Courage for more market means also courage for a bigger market.

Das wäre das Resultat einer wörtlichen Übertragung ins Englische - ein höchst unbefriedigendes Resultat, denn dieser Äußerung könnte der Zuhörer kaum entnehmen, was Genscher hier eigentlich sagen will. Und mit Sicherheit klingt eine solche Formulierung eigenartig und "unenglisch".

Um eine Äußerung zu verstehen, reicht es also nicht, die Wörterbuchdefinitionen einzelner Wörter zur Anwendung zu bringen. Um zu verstehen, müssen wir unser Weltwissen anwenden.

Ein Dolmetscher muß nicht nur Sprachen können. Er muß auch etwas wissen.

Das unterscheidet ihn von den Papageien.

Unter anderem.

 

Vernetzung

 

In der Zukunft werden wir Maschinen entwickeln, die immer mehr auf ihre Umwelt reagieren und in der Lage sind, ihren Betrieb an wechselnde Bedingungen anzupassen.

 

So etwas könnte zum Beispiel ein Ingenieur in einer Rede sagen, oder auch der Chef eines Unternehmens. Stellen Sie sich vor, Sie hören diesen Satz nur und er liegt Ihnen nicht schriftlich vor. Die beiden Wörter ihren Betrieb könnten Ihnen dann Verstehensprobleme bereiten, denn sie sind doppel- bzw. mehrdeutig.

 

Wenn Sie ihren nur hören, wissen Sie natürlich nicht, ob es groß oder klein geschrieben wird. Bezieht es sich auf Maschinen, so geht es um deren Betrieb, und ihren wäre klein zu schreiben. Ist damit aber der Betrieb der zuhörenden Unternehmer gemeint, handelt es sich also um deren Betrieb, so ist Ihren groß zu schreiben.

 

Wenn eine Dolmetscherin diesen Satz ins Englische übertragen soll, hat sie also ein Problem. Und dazu kommt noch ein weiteres - was heißt hier eigentlich Betrieb?

 

Sehen wir doch einfach einmal im Wörterbuch Englisch - Deutsch nach. Da finden wir:

 

business, company, concern, enterprise, factory, works, place of work, work, working, operation, running of ..., bustle.

 

Was ist richtig? Und hat der Redner nun ihren oder Ihren Betrieb gesagt?

Wir haben also eine knifflige Gleichung mit zwei Unbekannten, denn die Übersetzung von Betrieb ist davon abhängig, ob wir von Ihren oder ihren ausgehen - oder auch umgekehrt: Wenn wir von Ihren ausgehen, müssen wir auf Englisch your sagen, und dazu passt dann inhaltlich nur business, company, concern, enterprise, factory, nicht aber operation, running of ... Gehen wir aber von ihren aus, so wählen wir dafür im Englischen their (operation) oder (the running) of which.

 

Wie löst eine Dolmetscherin nun diese vertrackte Gleichung? Wie kann sie in wenigen Sekunden alle Möglichkeiten durchspielen und sich für die richtige entscheiden?

 

Ignorance is bliss, sagen die Engländer - zu viel Wissen kann auch schädlich sein. In der Tat ist es höchst unwahrscheinlich, dass sich eine Dolmetscherin bei der Übertragung dieses Satzes all der Möglichkeiten bewusst ist, die wir aufgeführt haben. Dieses sprachliche Problem - und viele andere, ähnlich gelagerte - ist aus ihrer Sicht gar keines, denn sie weiß ja, was der Redner sagen will. Dieser Satz ist Teil einer ganzen Rede, und die Rede ist Teil einer Konferenz oder einer Tagung, über deren Thematik, Anlass und Teilnehmer sie sich informiert hat.

 

Insofern ist Wissen dann doch nützlich, ja, es ist die Voraussetzung dafür, dass sprachliche Probleme dieser Art gelöst werden können. Denn auf der sprachlichen Ebene lässt sich der vernetzte Beziehungsreichtum von Wörtern nicht entwirren. Dazu braucht man ein hoch differenziertes Inventar von Wissen - und eine zeitaufwendige Vorbereitung.

 

Und manchmal auch ein wenig Glück.

Ahnungen

 

Nehmen wir an, ein Redner beginnt seine Ausführungen so:

Wenn wir uns heute aufgrund vieler Beobachtungen und angesichts der Dringlichkeit der Lösung der Probleme ...

 

An dieser Stelle blenden wir uns aus und fragen: Wie könnte er diesen Satz wohl fortsetzen?

Zum Beispiel so:

 

a) ... die Frage stellen, ob unser Unternehmen auch in Zukunft ...

 

b) ... der Zusammenarbeit verweigern, dann doch nur, weil ...

 

Je nach Fortsetzung entstehen also ganz unterschiedliche Aussagen, auf deren Präsentation der Zuhörer mehr oder weniger geduldig warten kann.

 

Der Dolmetscher aber nicht.

 

Weil er diesen Redner simultan vom Deutschen ins Englische dolmetschen muss. Er kann seinen Zuhörern schlecht sagen: „Meine Damen und Herren, es geht gleich weiter - ich muss nur noch einen Augenblick warten, bis der Redner das finale Verb ausgesprochen hat.“ Denn auf dieses Verb kann man bei manchen (deutschen) Rednern manchmal sehr lange warten.

 

Der Dolmetscher muss deshalb etwas sagen, häufig schon bevor der Redner seinen Satz zu Ende gebracht hat.

Also dolmetscht er eben das, was der Redner bisher gesagt hat? Das könnte sich dann so anhören:

 

If we on the basis of these observations and being aware of the urgency of finding a solution for these problems...

 

Damit hätte er einen Konditionalsatz (und zwar einen ziemlich aufgeblähten) eingeleitet, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Redner keineswegs eine Bedingung nennt, nach deren Erfüllung etwas geschieht. Auch unsere Beispielsätze a) und b) sind keine Konditionalsätze.

 

Das Problemwort ist hier das deutsche wenn - es kann in verschiedenen Funktionen verwendet werden, während wir uns für die Wiedergabe im Englischen für eine entscheiden müssen. Und das häufig noch zu einem Zeitpunkt, wo die Funktion dieses wenns noch gar nicht ganz klar ist.

 

Es ist übrigens keineswegs selten, dass in einem Wort einer Sprache mehrere Bedeutungen zusammengepackt sind, die in einer anderen Sprache auf mehrere Wörter verteilt werden. Denken Sie zum Beispiel an den Himmel, der in religiösen und in meteorologischen Texten auftauchen kann, während man im Englischen fein säuberlich zwischen sky und heaven unterscheidet.

 

Für Dolmetscher sind mehrdeutige Funktionswörter wie wenn (oder auch während) natürlich ein viel größeres Problem, denn wenn der Satz einmal falsch begonnen wurde, lässt sich dieser Fehler nicht mehr durch die Korrektur eines Worts ausbügeln. Dolmetscher haben deshalb keine andere Wahl, als etwas zu riskieren - sie müssen manchmal erahnen, was der Redner sagen will, bevor er es gesagt hat.

 

Diese Ahnungen sind jedoch nicht das Ergebnis außersinnlicher Wahrnehmung, sondern haben eine solide Grundlage: Die Auswertung aller Informationen, die in der Rede selbst enthalten sind, und die gründliche Vorbereitung auf das Thema der Konferenz und auf die Anliegen, Absichten und Präsentationsformen der Redner.

 

Wenn Dolmetscher vor einer Konferenz die Organisatoren um detaillierte Informationen bitten, so tun sie dies, um ihren Erwartungshorizont möglichst hell auszuleuchten. Das Resultat sind klare Formulierungen in ihrer Verdolmetschung - manchmal (und mit ein wenig Glück) versteht man sie besser als den Redner. entschieden

 

Dolmetscher haben natürlich nichts dagegen, wenn man sie lobt. Das haben sie mit uns allen gemeinsam. Deshalb freuen sie sich auch, wenn man ihnen zum Beispiel sagt: „Sie sprechen ja ein ganz tolles Englisch“, oder „Sie haben eine so angenehme Stimme - es macht wirklich Spaß, Ihnen zuzuhören!“

 

Es gibt aber auch Komplimente, über die sie weniger begeistert sind: „Glückwunsch, das war wirklich prima! Wissen Sie, das letzte Mal hat meine Sekretärin das gemacht, und ihr Französisch ist nicht so gut.“ Oder: „Sie kennen sich ja in der Halbleitertechnik phantastisch aus - haben Sie studiert?“

 

In der Tat, professionelle Dolmetscher haben studiert, und zwar das Dolmetschen. Natürlich verbessern sie im Lauf des Studiums auch ihre fremdsprachlichen Kenntnisse, aber trotzdem ist das Dolmetscherstudium kein „Sprachenstudium“. In der Ausbildung geht es vielmehr darum, die Techniken des Dolmetschens zu erlernen und zu perfektionieren. Dies geht selbstverständlich nur, wenn man bereits über eine sehr hohe Kompetenz in der oder den Fremdsprachen (und in der Muttersprache) verfügt, aber das allein reicht keineswegs aus. Sehr gute Sprachkenntnisse sind zwar eine wichtige Voraussetzung, aber sie garantieren keineswegs, dass man das Studium auch erfolgreich abschließt. Dies wird auch durch die Zahlen belegt: Deutlich weniger als die Hälfte aller Studienanfänger schaffen in diesem Fach den Abschluss.

 

Was ist am Dolmetschen so schwierig?

 

Einige Faktoren kennen wir: Sprachkenntnisse, Wissen, Fleiß, Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit. Aber es scheint so, dass nicht die einzelnen Faktoren ausschlaggebend sind, sondern ihr Zusammenspiel. Dolmetscherische Leistungen lassen sich weder allein dem Weltwissen noch den Sprachkenntnissen zuordnen. Sie beruhen auf der Fähigkeit, Weltwissen und Formulierungen einander zuzuordnen. Deren Verhältnis zueinander ist jedoch einigermaßen kompliziert: Ein Tatbestand kann auf die verschiedensten Arten formuliert werden, eine Formulierung kann - je nach Kontext - auf unterschiedliche Tatbestände verweisen. So vollzieht sich die eigentliche Leistung in einem recht dunklen, weitgehend noch unerforschten Bereich, wo zielsicher und gedankenschnell eigenes Weltwissen, die Situation des Redners, der Zweck der Rede und die Bedürfnisse der Zuhörer mit den verwendeten Wörtern in Beziehung gesetzt, und das Resultat dieser Analyse fast automatisch sprachlich umgesetzt wird.

 

Das hört sich recht kompliziert an. Und das ist es auch.

Im Cockpit

 

 

"Meine Damen und Herren, hier spricht ihr Kommunikationspilot. Ich darf Sie sehr herzlich auf unserer Reise vom Englischen ins Deutsche begrüßen.

Wir haben die Vorbereitungen zum Start abgeschlossen, die Türen sind geschlossen, der Redner tritt ans Mikrofon. Ich darf Sie nun bitten, ihre Sessel aus der Schlafstellung zu kippen, das Reden einzustellen, und Ihre Kopfhörer einzuschalten."

 

Piloten und Dolmetscher haben mehr gemeinsam, als man vermuten möchte.

 

Da ist zunächst die funktionale Nüchternheit und die bedrängte Enge des Arbeitsplatzes. Das "Cockpit" des Dolmetschers ist die Kabine, durch deren Fenster er beobachten kann, ob er seine Gäste zum gewünschten Ziel bringt, und welches "Raumklima" der Redner durch seinen Vortrag schafft.

Wie jeder Pilot hat auch der Dolmetscher seinen Ko-Piloten, der über die gleiche Navigationserfahrung verfügt wie er selbst, jederzeit bereit ist, an seiner Stelle die Instrumente zu übernehmen, ihm durch die Bereitstellung von Daten zuarbeitet, und ihn in vorgeschriebenen Zeitabständen ablöst.

 

Und noch eine Gemeinsamkeit: Psychologen haben herausgefunden, dass ein ganz bestimmter Persönlichkeitstyp besonders häufig an Flugangst leidet. Es handelt sich dabei um Menschen, die Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen, und die es nicht gewohnt sind, sich anderen anzuvertrauen. Sie tun sich deshalb gerade in den Situationen besonders schwer, wo sie sich eigentlich entspannt zurücklehnen könnten, weil andere kompetent ihre Arbeit für sie verrichten.

 

Dieses Gefühl, ihrem "Kommunikationspiloten" ausgeliefert zu sein, ist auch für manche Konferenzteilnehmer eine Beschwernis. Sie äußert sich manchmal darin, dass die Kompetenz des Dolmetschers anhand von Wörterbüchern überprüft wird; in gravierenden Fällen wird sogar versucht, ihn sein Handwerk zu lehren.

 

Erfahrene Dolmetscher reagieren auf diese Symptome der Dolmetsch-Phobie mit Gelassenheit. Aber auch ihr Blut gerät manchmal in Wallung, wenn ihnen wieder einmal erklärt wird, dass jenes Wort dieses heißt. Und sie fragen sich, ob ihre "Kritiker" wohl auch den Mut hätten, einem Jumbo-Kapitän den richtigen Anflug auf Hong Kong zu erklären, weil sie selbst in ihrer Jugend Modellflugzeuge geflogen haben.

Vertrauensfragen

 

Dolmetscher arbeiten am besten, wenn sie einen Vorschuss bekommen - einen Vorschuss an Vertrauen, denn sie sind auf Verständnis angewiesen.

 

Vom Redner brauchen sie das Verständnis dafür, dass sein natürliches Sprechtempo, seine klare Artikulation und seine Mikrofontechnik die Voraussetzung dafür ist, dass alles Gesagte auch bei ihnen ankommt.

 

Vom Zuhörer brauchen sie das Vertrauen in ihre Leistung, und nicht Besserwisserei oder Wortklaubereien. Nur souveräne Dolmetscher sind zur Höchstleistung fähig. Und wie gut ein Dolmetscher sich fühlt, hängt auch von der Reaktion seiner Zuhörer ab.

 

Wenn eine Dolmetscherin

We must ensure that those responsible for pollution pay for restitution in full

mit

Wir müssen sicherstellen, dass das Verursacherprinzip volle Anwendung findet

überträgt, dann hat sie Vertrauen verdient.

Und nicht das Nachzählen der Wörter.

 

Solange man im Flugzeug sitzt, hat es wenig Sinn, aus Protest auszusteigen. Warten Sie bis zur Landung. Danach können Sie alle Navigationsirrtümer zur Sprache bringen. Und selbstverständlich beim nächsten Mal auf einem anderen Piloten bestehen.

 

Oder möchten Sie gerne einmal vorne im Cockpit mitfliegen? Bitte sehr - die Kabinentür steht offen!

 

Technik und Techniken

 

 

 

 

Wenn bei einer Konferenz sichergestellt werden soll, dass alle Zuhörer zeitgleich die jeweilige Rede in ihrer Muttersprache hören können, so muss der Text der Rede simultan gedolmetscht werden.

 

Die Dolmetscherin sitzt zu diesem Zweck in einer schalldichten Kabine, von der aus sie den ganzen Raum überblicken kann. Über einen Kopfhörer hört sie die gehaltene Rede in der Originalsprache (in unserem Beispiel: Englisch) und überträgt diese sofort simultan in die Zielsprache (also z.B. Deutsch). Soll die Rede noch in andere Sprachen gedolmetscht werden, so wird für jede Sprache eine Kabine (mit Dolmetscher/in) benötigt.

 

Die Dolmetscherin spricht ihren Simultantext in ein Mikrofon, von dort wird er auf die Kopfhörer der Zuhörer übertragen. Bei mehrsprachigen Konferenzen können die Zuhörer durch Wahltasten an ihrem Sitzplatz entscheiden, in welcher der angebotenen Sprachen sie dem Redner folgen möchten.

 

Im allgemeinen sitzen zwei (manchmal auch drei) Dolmetscherinnen in einer Kabine, die sich nach interner Absprache (in der Regel alle 30 Minuten) ablösen. Die nicht aktiven Dolmetscher haben nur insofern Sendepause, als sie während dieser Zeit nicht sprechen. Sie verfolgen jedoch die Redebeiträge weiterhin aufmerksam und müssen jederzeit in der Lage sein, ihrer Kollegin zu helfen (etwa bei langen Aufzählungen, Statistiken, oder besonders esoterischen Fachausdrücken). Es kann auch sein, dass sie das Mikrofon übernehmen, wenn die Kollegin in Schwierigkeiten kommt. Schon deshalb können sie nicht einfach abschalten.

 

Sitzt oder steht dagegen ein Dolmetscher (etwa bei Empfängen, Begrüßungsansprachen oder Tischreden) unmittelbar neben dem Redner, so wird konsekutiv gedolmetscht. Das heißt: Die ganze Rede (oder zumindest größere Abschnitte) werden zunächst zusammenhängend vorgetragen, und dann gedolmetscht. Während des Vortrags macht sich die Dolmnetscherin Notizen, danach dolmetscht sie in die gewünschte Zielsprache.

 

Briefing

 

Bevor ein Pilot seinen eigentlichen Arbeitsplatz betritt, geht er für jeden Flug zum briefing. Er informiert sich über die Wetterdaten auf seiner Flugstrecke, die örtlichen Gegebenheiten am Zielort, die Auslastung des Flugzeugs usw. Vor Beginn des eigentlichen Flugs wird anhand einer Checkliste die technische Sicherheit des Flugzeugs überprüft, und auch während des Fluges ist der Pilot auf die Zuverlässigkeit der Daten angewiesen, die er vom Flugleit- und Kontrollsystem erhält.

 

Es wäre unsinnig, einem Piloten zu sagen: "So, heute fliegst du einmal ohne Einweisung und ohne Instrumente - jetzt wollen wir einmal sehen, ob du wirklich fliegen kannst!" Denn ein ganz wichtiger - wenn nicht der wichtigste - Teil der fliegerischen Kompetenz besteht darin, die richtigen Daten zu erheben, sie anzufordern und auszuwerten.

 

Dolmetschern wird manchmal mit wenig Verständnis begegnet, wenn sie vor Beginn einer Konferenz um Informationsmaterial bitten. Nicht selten wird ihnen gesagt: "Wir dachten eigentlich, Sie könnten Englisch! Sie brauchen doch nur alles ins Deutsche zu übersetzen - verstehen müssen Sie das ja nicht!"

 

Weil diese Vorstellung vom Dolmetscher als einem mechanischen Papagei recht verbreitet ist, haben wir uns bemüht, die Komplexität der Vorgänge zu erläutern. Dabei wurde klar, dass Vorwissen und Situationsverständnis entscheidende Voraussetzungen für das Verstehen sind. Deshalb wird jeder verantwortungsbewußte Dolmetscher versuchen, für sein briefing möglichst viele Informationen zu bekommen.

 

 

Dabei kann es sich um Veröffentlichungen zum Thema der Konferenz handeln, um Terminologie-Listen und internen Fachjargon, um Diagramme und Zeichnungen zu Funktionszusammenhängen, um Manuskripte der Konferenzbeiträge und abstracts der Vorträge. Viele dieser Unterlagen befinden sich schon lange vor Beginn der Konferenz beim Auftraggeber, aber häufig wird nicht daran gedacht, sie auch dem Dolmetscher zugänglich zu machen.

 

Per Fax, per E-Mail – oder auch durch reitenden Boten.

Produktschnellinformation

Interpretol Forte®

 

Wichtige Information, bitte vor der ersten Anwendung sorgfältig durchlesen!

 

Liebe Klientin, lieber Klient,

Ihr Berater hat Ihnen empfohlen, zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit eine Dolmetscherin/einen Dolmetscher einzusetzen. Bei richtiger Anwendung ist dieses Mittel in der Lage, Ihre Schwierigkeiten zu beheben, Ihr Wohlbefinden zu steigern, und bei regelmäßigem Einsatz Verständnisschwierigkeiten vorzubeugen.

Angesichts der komplexen Wirkungsweise und der nicht unbeträchtlichen Kosten dieses Humanpräparats möchten wir Sie bitten, die folgenden Hinweise genau zu beachten.

 

Anwendungsgebiete

Interpretol Forte® ist zur akuten (in einigen Fällen auch Langzeit-) Therapie folgender (in der Regel nur bei Erwachsenen auftretender) Symptome geeignet:

Verständnisschwierigkeiten (confusio babylonica) aller Art und verschiedener Genese:

- Verursacht durch ausländische Besucher, die sich der deutschen Sprache bemächtigt haben (erratica teutonica und virus Nipponicum); sowie durch

- deutsche Benutzer fremder Sprachen (morbus Lübke).

Aus sprachhygienischen Gründen und zur Prophylaxe hat sich der Einsatz von Interpretol Forte® besonders auch zur Vermeidung sprachlicher Kontamination in endemischen Gebieten (Brüssel, Straßburg, Luxembourg) gegen alle Formen von lingua mixtura gravis bewährt.

 

Eigenschaften

Interpretol Forte® ist eine Monosubstanz auf natürlicher Grundlage. Es wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem und ist im allgemeinen sehr verträglich.

Der Breite der Anwendung entspricht das Spektrum der Eigenschaften und Wirkstoffe:

- vox monotonus (ein Baldrianderivat) wirkt entspannend und beruhigend, besonders in der Einschlafphase, während das verwandte vox absens zur Stimulation der Herzaktivität und Erhöhung des Blutdrucks führt-

 

Dosierung und Darreichungsformen

Interpretol Forte sollte täglich, nicht aber vor 9 Uhr, unmittelbar nach den Mahlzeiten, oder nach 20 Uhr eingesetzt werden. In der Regel stellt sich die gewünschte Wirkung sofort ein; wird sie jedoch als zu schwach empfunden, so empfiehlt sich der Einsatz des potentierten Breitband-Spezifikums Interpretol Forte AIIC®.

Interpretol Forte® gibt es in zwei unterschiedlichen, aber leistungsidentischen Darreichungsformen:

Interpretol ForteConsec® eignet sich wegen seiner vorzüglichen Verträglichkeit besonders für die Anwendung bei Pressekonferenzen, Flughafenansprachen und Tischreden,

Interpretol ForteSimul® ist wegen seiner Depot- und Retard-Wirkung besonders für den Einsatz bei mehrtägigen Konferenzen geeignet.

 

Gegenanzeigen

Sehr vereinzelt kommt es zu autoimmunen Abwehrreaktionen (Kopfschütteln, Übelkeit, gelegentlich auch Erbrechen), das jedoch in der Regel auf Überdosierungen zurückgeführt werden kann. Gegebenenfalls ist eine Dosisverringerung oder ein größerer zeitlicher Abstand zwischen den Anwendungen erforderlich.

Interpretol Forte® sollte nicht angewendet werden bei manifest allergischen Reaktionen gegenüber Hochschulabsolventen (phobia academica).

 

Wechselwirkung mit anderen Mitteln

Bei der gleichzeitigen Anwendung homöopathischer Mittel (Übersetzer, Philologen) wurden gelegentlich abstoßende Reaktionen beobachtet.

 

 

Die gleichzeitige Einnahme von schlaffördernden und beruhigenden Mitteln (Sedativa, Tranquillizer) erübrigt sich.

 

Nebenwirkungen

Nach der (Wieder-)Gabe von Interpretol Forte® kann es gelegentlich zu Rötungen im Bereich der Gesichtshaut kommen. Diese Wirkung ist prinzipiell erwünscht im Sinne einer Vitalitätsprüfung beim Rezipienten. Sollte sie jedoch über längere Zeit anhalten und sich auf die Bindehaut der Augen ausdehnen (Conjunctivitis lacrimosa), ist die sofortige Absetzung des Mittels indiziert.

Sehr selten wurden Fälle von cerebraler Orientierungslosigkeit (confusio semantica) beobachtet, die jedoch meistens auf eine Überalterung von Interpretol Forte® zurückzuführen sind (Haltbarkeitsdatum beachten!).

Anmerkung

Das leicht trübe Aussehen von Interpretol Forte®, besonders nach nächtlicher Anwendung, beeinträchtigt seine Wirksamkeit in keiner Weise und ist lediglich auf die erhöhte Konzentration zurückzuführen.

 

Hinweis: Interpretol Forte® ist ein hochwirksames Mittel und nur bei strenger Indikation anzuwenden. Sicher aufbewahren! Vor Mißbrauch schützen! Gehört nicht in die Hand von Kindern!

Wir danken allen Kolleginnen und Kollegen, allen Dolmetscherinnen und Dolmetschern und allen Studentinnen und Studenten, die sich uns anvertraut haben.

 

 

Wir danken allen Kolleginnen und Kollegen, allen Dolmetscherinnen und Dolmetschern und allen Studentinnen und Studenten, die sich uns anvertraut haben.