Eleni Stagkouraki

"Grito de Mujer": Ein internationales Dichtungs- und Kunstfestival als Artikulationsraum von und für Frauen in Lateinamerika (Arbeitstitel)

 

 

Abstract des Promotionsprojektes

 

Bild Grito de Mujer 2016, Madrid Kolonialismus sowie andere historische und gesellschaftliche Gründe haben dazu beigetragen, dass die Stellung der Frau in vielen lateinamerikanischen Ländern als gering erachtet wurde. Deshalb ist Misshandlung gegen Frauen selbst heute kein seltenes Phänomen, welches trotzt der bestehenden Gesetze und Fortschritte sowohl in der öffentlichen vor allem aber in der privaten Sphäre (dem eigentlichen Diskriminierungsraum) zum Ausdruck kommt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Zeichen einer noch unreifen Frauenbewegung, welche aber die ersten Schritte zur Verbesserung der Stellung der Frau in vielen lateinamerikanischen Ländern gemacht hat. Die ersten Errungenschaften zeigten sich jedoch erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Seitdem hat sich einiges geändert und es vermehren sich die Stimmen, welche sich für Frauenrechte einsetzen. Dies ist auch der Fall bei der jungen Bewegung „Mujeres Poetas Internacional“ (MPI), welche sich im Jahr 2009 in der Dominikanischen Republik gründete und ab dem Jahr 2011 das internationale Dichtungs- und Kunstfestival „Grito de Mujer“ jährlich organisiert. Zu den Zielen des Festivals zählen die Förderung der Kreativität und des Selbstbewusstseins der Teilnehmerinnen, die Darlegung der wichtigen Rolle der Frau in der Gesellschaft, sowie die Verbreitung der Botschaft gegen Gewalt an Frauen. Im Jahr 2015 machte das Festival bei der Feier des „Internationalen Jahres des Lichts 2015“ von der UNESCO mit und es nahmen 35 Länder weltweit daran teil. Im März 2016 fand sogar das Erste Internationale Treffen von MPI in Madrid statt. Ziel unserer Forschungsarbeit ist die Erforschung der Rolle des Festivals und dessen Verbindung mit der lateinamerikanischen Frauenbewegung in postkolonialer Hinsicht. Dazu werden wir uns der postkolonialen Theorie bedienen, welche eine pluralistische Annäherung durch eine vielseitige Beschreibung ermöglicht und welche wegen ihres Charakters mit dem Feminismus und den Frauen als oft diskriminierte Subjekte in Verbindung steht. Unsere Forschung wird sich auf eine umfangreiche Datenbank aus der kreativen und künstlerischen Produktion der TeilnehmerInnen des Festivals (Gedichten, Kunstausstellungen, Tanzperformances, Ton- und Videoaufnahmen), sowie auf offene Interviews mit ihnen, eigene Beobachtungen, Zeitungsartikel und andere Dokumente stützen. Auf der Basis des Originalmaterials und unter Bezugnahme der Fachbibliographie, welche zur Datenorganisation und -analyse dienen wird, werden wir unsere Schlussfolgerungen ziehen können, womit unsere Arbeit an ihr Ziel gelangen wird. Unsere Forschungsarbeit wird voraussichtlich eine Dauer von drei Jahren haben.

 

Zum Seitenanfang

 


Informationen zur Person

Elena Stagkouraki ist eine Übersetzungs- bzw. Kulturwissenschaftlerin, die aus und in die griechische, deutsche, spanische und englische Sprache übersetzt und im Kulturbereich arbeitet. In den letzten Monaten (2016) arbeitete sie im Kulturausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. Sie ist in den Menschenrechten engagiert als ofizielle Vertreterin der Internationalen Dichterinnen-Bewegung MPI (Mujeres Poetas Internacional) in Griechenland, indem sie jährlich das Festival „Grito de Mujer“ dort organisiert, mit dem Ziel die Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika und anderswo zu bekämpfen. Sie ist Redaktionsmitglied der literarischen Zeitschrift "Neo planodion" und arbeitet auch mit anderen Zeitschriften in Griechenland und im Ausland zusammen. Sie schrieb Theaterkritiken für die Zeitschriften "Frear" (bis Sommer 2015) und "Nea "Efthini" (bis April 2013), sowie für die Fachzeitschrift "Foyer" und die Zeitung "Chaniotika Nea". Als Übersetzerin veröffentlichte sie die Anthologie "Die Blüte der Asche" (Gutenberg Verlag, Dezemeber 2015) über das Leben und Werk der uruguanischen Dichterin Idea Vilariño, sowie den Roman "Die Farbe der Schatten" (Perispomeni Verlag, September 2016) des deutschen Dichters, Schriftstellers und Malers Gerrit Bekker. Sie hat mehrere Arbeiten über Heinrich Böll, Thomas Bernhard und andere deutsche Schriftsteller veröffentlicht. Ihre letztere Arbeit betraf die „Frauen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur“ (Athens Book Journal). Im Moment arbeitet sie an der Übersetzung der Dichterin Gioconda Belli aus Nicaragua und des Dichters Jaime Sabines aus Mexico mit dem Ziel einer vervollständigten Präsentation ihres Werks im Griechischen. Elena hat Übersetzen an der Ionischen Universität in Griechenland studiert und ein Aufbaustudium in Übersetzungswissenschaft mit einem Stipendium des deutschen Staates an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg abgeschlossen. Sie hat in Belgien, Deutschland, Griechenland, Österreich und dem Vereinigten Königreich gelebt. Zur Zeit lebt sie wieder in Deutschland und promoviert im Bereich Spanische und Portugiesische Kultur- und Translationswissenschaft an der Johannes Gutenberg Universität Mainz.

Übersetzte Autoren/ Dichter:

Christa Reinig, Christa Wolf, Damaso Alonso, Elena Tamargo, Erich Fried, Florian Meimberg, Gerardo Diego, Gerrit Bekker, Gioconda Belli, Heinrich Böll, Idea Vilariño, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachman, Jaime Sabines, Joyce Carol Oates, Juan Ramón Jiménez, Kostas Koutsourelis, Manuel Altolaguirre, Martin Walser, Mascha Kaléko, Nelly Sachs, Orestis Alexakis, Raúl Gómez Jattin, Roberto Juarroz, Rose Ausländer, Sarah Kirsch, Thomas Bernhard, Vicente Aleixandere, Wolfgang Borchert und andere.

Zum Seitenanfang

 


Publikationen (Auswahl - gesamte Liste siehe unten)

Zum Promotionsprojekt

„Gerechtigkeit durch die Dichtung oder Über die Notwendigkeit des Grito de mujer“: Übersetzung des Vortrags von Jael Uribe gehalten im Ateneo de Madrid im März 2016, in Neo Planodion. Ideen. Rezension. Literatur, am 18. April 2016, unter: https://neoplanodion.gr/2016/04/18/%CE%B4%CE%B9%CE%BA%CE%B1%CE%B9%CE%BF%CF%83%CF%8D%CE%BD%CE%B7-%CE%BC%CE%AD%CF%83%CF%89-%CF%84%CE%B7%CF%82-%CF%80%CE%BF%CE%AF%CE%B7%CF%83%CE%B7%CF%82-%CE%AE-%CF%80%CE%B5%CF%81%CE%AF-%CF%84%CE%B7%CF%82/

Interview an Katia Papadopoulou über “Grito de Mujer” in Mikrocosmos, am 15. April 2015, unter: http://www.mikrocosmos.gr/elenastagkouraki/

„Ein lautes “Nein” gegen die Gewalt an Frauen“ in Chaniotika Nea, am 30. März 2015, S. 30.

„Poesía contra el silencio de la violencia. Siendo mujer en América Latina“ en Cuaderno Ático. Revista de poesía, No 2, otoño de 2013, http://diosasnubes.blogspot.gr/2013/10/cuaderno-atico-2.html

„Dichtung gegen das Schweigen der Gewalt. Die Frauen in Lateinamerika“ in der Literaturzeitschrift Frear, Band 3, September-Oktober 2013, S. 314-324. Wiederveröffentlichung auf der Literaturwebseite Pandoheio, am 14. November 2013, unter: https://pandoxeio.com/2013/11/14/frear3/

 

Übersetzte Bücher

„Akis Papantonis - Der Karyotyp“. Übersetzung der Novelle des griechischen Schriftstellers und Biologen Akis Papantonis aus dem Griechischen ins Deutsche. In Vorbereitung.

„Gerrit Bekker - Die Farbe der Schatten“ des deutschen Malers und Schriftstellers Gerrit Bekker: Übersetzung des Romans ins Griechische, Perispomeni Verlag, Mai 2016.

„Idea Vilariño – Die Blüte der Asche”: Verwirklichung einer Anthologie der Dichtung der uruguayischen Dichterin Idea Vilariño, übersetzt vom Spanischen ins Griechische und vervollständigt mit detaillierte Einleitung, Briefwechsel, Interviews und Fotos, Gutenberg Verlag, Dezember 2015.

Gwen Frostic - „My Michigan“, „A Walk With Me“ und „To Those Who See“: Übersetzung der amerikanischen Künstlerin Gwen Frostic im Rahmen des Projekts des Seminars für Übersetzen und Dolmetschen der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg, Wissenschaftlicher Verlag Trier (WVT), Juli 2009, ISBN 978-3-86821-162-7.

 

Teilnahme an Übersetzungsprojekten

„83 Bonsai Stories zum Nullpunkt (New York)“: Lektorat, Auswahl und Übersetzung der spanischsprachigen Kurzgeschichten der thematischen Anthologie zum 9/11. Michalis Sideris Verlag, Juli 2017.

 „“Man überlebt nicht alles, was man überlebt“ - Die Frauen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur“ (Auswahl, Übersetzung und übersetzte Gedichte von Ilse Aichinger, Rose Ausländer, Christa Wolf, Elfriede Jelinek, Gisela Elsner, Nelly Sachs, Anna Seghers, Mascha Kaléko, Sarah Kirsch, Ingeborg Bachmann, Luise Rinser) für „Deutsche Nachkriegsliteratur“ in The Books’ Journal. Die Zeitschrift zum Buch. Literatur, Künste. Ideen. Politik, Band 75, März 2017, S. 66-72.

„Heinrich Böll: Bekenntnis zur Trümmerliteratur“ (Übersetzung ins Griechische) für „Deutsche Nachkriegsliteratur“ in The Books’ Journal. Die Zeitschrift zum Buch. Literatur, Künste. Ideen. Politik, Band 74, Februar 2017.

 „Bonsai Stories 2015“: Teilnahme an der Anthologie von Kurzgeschichten mit der Übersetzung ins Griechische der Kurzgeschichten „Deutsche Utopien I“ und „Deutsche Utopien II“ von Heinrich Böll. Gavriilidis Verlag, Februar 2016.

„Bonsai Stories 2014“: Teilnahme an der Anthologie von Kurzgeschichten mit der Übersetzung ins Griechische der Kurzgeschichte „Zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll und der Kurzgeschichte „Das Brot“ von Wolfgang Borchert. Gavriilidis Verlag, Oktober 2014.

 

Für die gesamte Publikationsliste bitte hier klicken

 

Zum Seitenanfang

 


Tagungen und Vorträge

2013-2017: Vortrag bei der jährlichen Eröffnungsveranstaltung des Festivals „Grito de Mujer“. Themen:

- die Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika,

- die Verstümmelung der Genitalien von Frauen in Afrika (FGM)

- die Ehrverbrechen im Nahen Osten (Steinigung, Verstümmelung, Ermordung)

- die Schwestern Mirabal aus der Dom. Republik (Internationaler Tag der Frau)

29.03.2017: „Isn’t the whole point to have a voice?“ beim Norwegischen Schriftstellerverband (Oslo)
28.03.2016: „Idea Vilariño: Eine Blüte der Asche“ im Polis Art Cafe (Athen, Griechenland). Vortrag über die uruguayische Intellektuelle und meine Übersetzungsarbeit an der Anthologie ihrer Dichtung bei der Buchpräsentation des Gutenberg Verlags
20.05.2015: Vortrag auf Spanisch: „’La flor de ceniza’: Idea Vilariño in Griechenland“ an der Universität von Athen im Rahmen des II. Congreso Internacional sobre Iberoamérica in Athen
15.01.2014: „Juan Ramón Jiménez: Spiegel und Spiegelbilder im Leben und Werk des spanischen Nobelpreisträgers“ am Institut „Takis Sinopoulos“ (Athen, Griechenland)
01.04.2013: „Dichtung gegen das Schweigen der Gewalt. Frauen in Lateinamerika“ an der Abteilung für Politische Wissenschaft der Universität von Athen (Im Rahmen des Seminars: „Gesellschaft und Politik in den Entwicklungsländern“ - Zuständige: Stellvertretender Prof. Dimitris Sotiropoulos)
29.03.2013: „Dichtung und Internet“ beim Gavriilidis-Verlag (Athen, Griechenland)
18.03.2011: „Die Generation ’27 in der spanischen Dichtung“ beim Armos Verlag (Athen, Griechenland)
21.01.2009: Vortrag auf Englisch: „Content Analysis in the Gwen Frostic Prose“ beim internationalen Kongress Gwen Frostic and the Nature of Translation an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg