Judith Eiring

Promotionsprojekt: Kulturelle Übersetzungsprozesse zwischen indigenen Traditionen und der Moderne in Ecuador (Arbeitstitel)

 

Abstract des Promotionsprojektes

Foto Indigener beim Fischen Indigene Völker werden zumeist mit einer traditionellen Lebensweise in Verbindung gebracht. Unabhängig davon, ob diese Traditionen und Bräuche positiv – beispielsweise als ein Leben im Einklang mit der Natur - oder negativ – etwa als rückständig und beschränkt - gedeutet, oder aber auch neutral und ohne Wertung präsentiert werden, findet eine Einwebung moderner Strukturen in dieses Gedankenbild keinen Platz. „Indigen“ und „modern“ scheint nicht zusammen zu passen. In den globalisierten Gesellschaften des 21. Jahrhunderts kommt es jedoch zwangsläufig zu einem Zusammenprall unterschiedlicher Lebensweisen und -auffassungen. Wie reagieren (traditionelle) indigene Gemeinschaften auf moderne Strukturen? Und kommt es vielleicht auch umgekehrt auf der Seite der „modernisierten“ Gesellschaft zu einem Rückbezug auf indigene Attribute? Ist „indigen“ zwangsläufig „traditionell“ oder eventuell sogar „modern“? In diesem Dissertationsvorhaben sollen kulturelle Übersetzungsprozesse moderner Strukturen in die indigene Welt am konkreten Fallbeispiel Ecuadors beschrieben und analysiert werden. Der innovative Ansatz, moderne Elemente in der indigenen Lebenswelt aufzuzeigen und zu beleuchten, wie Modernes in die eigene kulturelle Wirklichkeit einbezogen bzw. modifiziert und übersetzt wird, ist nicht nur von rein kulturwissenschaftlichem Interesse. Schwellenländer sind unsere Handelspartner von morgen. Ihre interne Interkulturalität zu verstehen ist für die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene relevant. Die Auseinandersetzung mit Literatur, die vorrangig aus Lateinamerika selbst stammt, und die Feldforschung vor Ort, werden ein umfassendes Bild über die aktuelle Situation kultureller Übersetzungsprozesse in Ecuador geben. Dabei wird nicht nur auf Gedankengut der Kulturwissenschaft zurückgegriffen sondern auch auf Begriffe aus der Übersetzungswissenschaft. Diese neuartige Verbindung ermöglicht einen profunden Zugang zur komplexen Thematik. Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass sich Moderne und Tradition in einem ständigen wechselseitigen Austausch befinden, der die indigene Kultur verändert und erneuert.

 

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Informationen zur Person

01.2015-08.2015 Dozentin am Institut für Fremdsprachen und Linguistik an der Pontificia Universidad Católica del Ecuador Sede Ibarra (PUCE-SI)
Seit 10.2014 Forschung für das Dissertationsprojekt
04.2013-08.2014 Masterstudium „Sprache, Kultur und Translation“ an der Johannes Gutenberg Universität Mainz (FTSK), Sprachen: Spanisch, Französisch, Thema der Masterarbeit: Der Indigenismus in der andinen Literatur
10.2012-03.2013 Masterstudium „Konferenzdolmetschen“ an der Johannes Gutenberg Universität Mainz (FTSK), Sprachen: Spanisch, Französisch
10.2009-02.2012 Bachelorstudium „Sprache, Kultur und Translation“ an der Johannes Gutenberg Universität Mainz (FTSK), Sprachen: Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Thema der Bachelorarbeit: Die Repräsentation der indigenen Kultur unter Evo Morales. Zwischen Rhetorik und handlungspolitischer Realität

 

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Stipendien und Auszeichnungen

Seit 06.2015 Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
07.2013-08.2014 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
2012 Auszeichnung der Bachelorarbeit durch den Fachbereich Translations-, Sprach-, und Kulturwissenschaft
07.2008-12.2011 Online-Stipendium der Stiftung e-fellows.net
2008 Apollinaire Preis der Robert Bosch Stiftung für außerordentliche Leistungen im Abiturfach Französisch

 

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Sprachkenntnisse

Deutsch (Muttersprache)
Spanisch (fließend in Wort und Schrift)
Französisch (fließend in Wort und Schrift)
Englisch (fließend in Wort und Schrift)
Portugiesisch (Grundkenntnisse)

 

Forschungsinteressen

Indigene Völker, Lateinamerikanistik, Kulturwissenschaft, Translationswissenschaft

 

Übersetzungen

Siever, Holger (Hsg.) (2016): Translationswissenschaft in Spanien, München: AVM - Akademische Verlagsgemeinschaft München; Übersetzung des Artikels „Der kreative Faktor bei der literarischen Übersetzung“ (S. 79- 91) von María Antonia Álvarez aus dem Spanischen ins Deutsche

Salazar Reyna, Garciela / Kress-Fricke, Regine (2015): Cercana Distancia – Nahe Ferne. Antología bilingüe, Monterrey: UANL - Universidad Autónoma de Nueva Leon; Übersetzung des Gedichts „Híkuri” (S. 175- 179) von José Vicente Anaya aus dem Spanischen ins Deutsche

Grunert, Imme et al. (01.2014): Von Aschenputtel bis Wassermelonenfeld. Märchen aus aller Welt und ihre Übersetzungen, Litauen: Druckhaus AJSP GmbH; Mitarbeit bei der Übersetzung des Märchens „Les deux tailleurs“ (S. 13- 15) von Per Jakez Hélias aus dem Französischen ins Deutsche

 

Konferenzen

Kongress I Congreso Internacional Los Territorios discursivos en América Latina: interculturalidad, comunicación e identidad (24 Stunden). 12.-14.09.2016. CIESPAL, Quito, Ecuador

Workshop Proyecto Nacer zu anzestralem Wissen (16 Stunden). Oktober-November 2015. Imbabura, Ecuador

Filmworkshop zu kulturellen Dynamiken. 25.02.2011, Universität Mannheim. Vortrag: Rassismus – Migration – Mediale Gewalt: Salvajes (Carlos Molinero)