Neologismen-Wörterbuch Polnisch-Deutsch

Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Mainz und Warschau (2002-2007)

 

Erika Worbs • Andrzej Markowski • Andreas Meger  

Polnisch-deutsches Wörterbuch der Neologismen
Neuer polnischer Wortschatz nach 1989

Unter Mitarbeit von Radosław Pawelec und Ewa Rudnicka. Gesamtredation: Erika Worbs.
Wiesbaden: Harrassowitz, 2007. ISBN 978-3-447-05595-6 

 

Dieses erste Wörterbuch polnischer Neologismen, ein Gemeinschaftsprojekt zwischen den Polonisten der Universitäten Mainz-Germersheim und Warschau, ist 2007 im Harrassowitz-Verlag Wiesbaden erschienen. Es dokumentiert die lexikalischen Veränderungen, die innerhalb der letzten 15-20 Jahre im Wortschatz der polnischen Sprache stattfanden. Materialgrundlage sind neben Wörterbüchern elektronische Korpora sowie das Internet. Insgesamt werden ca. 3 500 neue Wörter, Bedeutungen, Mehrwortbenennungen und Phraseologismen unter chronologischer Auflistung aller lexikografischen Belegstellen beschrieben.

Das Wörterbuch bietet neben inzwischen bereits fest im Wortschatz verankerter neuer Lexik auch zahlreiche Wörter und Wendungen, die erst in jüngster Zeit entstanden und demzufolge in Wörterbüchern noch nicht zu finden sind, wie łże-elity, wykształciuchy, moherowe berety. Zu den lexikalischen Neuerwerbungen gehören direkte wie indirekte Entlehnungen, z.B. billboard, czatować, cheerleaderka, dredy, googlować, przyjazny ogień, dwa w jednym, aber auch heimische Neubildungen wie deskorolka, kolczykować, dresiarz, szalikowiec, pomponiarka. Viele Neologismen kommen aus der Jugend- und Umgangssprache, vgl. ściema, czaderski, odlotowo, jazzy, kumać, lanser, kasa, laska usw.

Großen Raum nehmen Mehrwortbenennungen und Phraseologismen ein, die erfahrungsgemäß in der Lexikografie oft zu kurz kommen. Neben fachsprachlichen Mehrworttermini wie komin płacowy, wrogie przejęcie, resorty siłowe, cisza wyborcza, karta zbliżeniowa sind Phraseologismen wie kierować z tylnego siedzenia, z górnej półki erfasst und werden nicht selten erstmals lexikografisch bearbeitet. Dasselbe gilt für Kollokationen, z.B. zalogować się do sieci, serwera, programu. Alle Stichwörter und Bedeutungen werden mit Originalzitaten aus der Presse und insbesondere aus dem Internet belegt.

Die Angabe der deutschen Entsprechungen ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der neusten Wortschatzentwicklung des Polnischen und Deutschen. Darüber hinaus ist das Wörterbuch zugleich ein Supplement zu den polnisch-deutschen allgemeinen Wörterbüchern, die sehr oft nicht den aktuellsten Entwicklungsstand der Lexik widerspiegeln.

Vorwort des Wörterbuches