Promotionen

 

Magdalena Koy (laufende Arbeit, Betreuerin Univ.-Prof. Dr. Renata Makarska):

Arbeitsthema: Der Roman als Ort der Erinnerung. Das Verhandeln von Geschichte in den Romanen von Józef Mackiewicz

Das Dissertationsvorhaben beschäftigt sich mit der Darstellung historischer Ereignisse in den Romanen des polnischen Exilschriftstellers Józef Mackiewicz. Untersucht wird, wie ein Verständigungsprozess über die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts in diesen fiktionalen Texten modelliert wird. Ausgehend von konstruktivistisch geprägten Ansätzen wird erforscht, welche literarischen und ästhetischen Mechanismen Mackiewicz einsetzt, um geschichtliche Zusammenhänge in einem literarischen Text zu generieren. Das Projekt eröffnet die Perspektive auf das Werk eines polnischen Autors, der den Großteil seines Lebens in der Bundesrepublik Deutschland verbracht hat und dessen publizistisches Engagement stets vom Streben nach einem Dialog zwischen verschiedenen Nationen geprägt war.

Eva Teshaev (Abschluss  2017, Betreuerin Univ.-Prof. Dr. Erika Worbs):

Wörterbücher als Instrument zur politisch-ideologischen Einflussnahme (am Beispiel des polnischen Wörterbuchs "Słownik języka polskiego" [1958-1969] unter Redaktion von Witold Doroszewski)

Das Thema der Arbeit liegt im Schnittpunkt von Linguistik, Kulturgeschichte und politischer Geschichte. Es wird am Beispiel des wichtigsten in der Volksrepublik Polen entstandenen Wörterbuchs der Frage nachgegangen, in welcher Weise Sprachwörterbücher in kommunistischer Zeit zur Vermittlung politisch-ideologischer Inhalte eingesetzt wurden. Neben diesem Aspekt wird auch auf Parallelen zur Wörterbuchschreibung in anderen totalitären Regimes eingegangen.

Andreas Meger (Abschluss 2010, Betreuerin Univ.-Prof. Dr. Erika Worbs):

Makro- und Mediostruktur in Neologismen­wörterbüchern. Ein Beitrag zur Theorie und Praxis der Neologismenlexikografie des Polnischen, Russischen, Tschechischen und Deutschen 

Saarbrücken: Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, 2011. 304 S.

Neologismenlexikografie (Neografie), eine noch jungen Teildisziplin der Lexikografie, hat in den slavischen Sprachen vor allem nach der Wende von 1989 enorme Impulse erhalten, was zur Veröffentlichung zahlreicher Wörterbücher neuer Wörter führte. Vor diesem Hintergrund untersucht der Autor auf der Grundlage von etwa 70 ein- und zweisprachigen Neologismenwörterbüchern und -registern des Polnischen, Russischen, Tschechischen und Deutschen die makro- und mediostrukturellen Aspekte der gedruckten und elektronischen Neologismenwörterbücher. Dabei geht er Fragen nach der Korpuszusammenstellung, den optimalen Kriterien für die Stichwortauswahl, nach der Lemmatisierung und der lexikografischen Darstellung der komplexen lexikalisch-semantischen Verflechtungen der neuen Wörter untereinander und mit etablierten Lexemen nach.

Dennis Scheller-Boltz (Abschluss 2009, Betreuerin Univ.-Prof. Dr. Erika Worbs):

Präponeme und Präponemkonstrukte im Russischen, Polnischen und Deutschen. Zur Terminologie, Morphologie und Semantik einer Wortbildungseinheit und eines produktiven Kompositionstypus

Frankfurt am Main (u.a.): P. Lang, 2010. 367 S.
(FASK - Publikationen des Fachbereichs Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim. Bd. 57)

Als Präponeme charakterisiert der Autor die heute sehr produktiven entlehnten Wortbildungselemente wie bio-, öko-, geo-, euro-, tele-, retro-, auto-. In seiner Arbeit untersucht er die mit ihnen gebildeten Präponemkonstrukte aus der Wortbildungsperspektive, bestimmt ihren Stellenwert in Abgrenzung von Präfix, Konfix und Kompositumglied und ordnet die Terminologie. Durch seine vergleichende russisch-polnisch-deutsche Korpus-Analyse von Präponemkonstrukten werden Aussagen über ihre Präsenz und Produktivität in den drei verglichenen Sprachen gewonnen.