Translation als Umgestaltung und Manipulation

Translation als Umgestaltung und Manipulation problematisiert das Potenzial translatorischer Prozesse, die politisch gesteuerte Umdeutung von Texten zu verdecken. Die mit den medialen Eigenschaften der Translation in Verbindung stehende diskursive Instrumentalisierung derselben führt zur Ausprägung einer double bind-Beziehung innerhalb der politischen Macht“spiele“, die sich in ihrer wissenschaftlichen Bearbeitung widerspiegelt (vgl. Dizdar 2014: 219).

Während unter dieser Kategorie das Spektrum von Translationsstrategien untersucht wird, das von institutionell gesteuerten und kodifizierten, regelhaften Eingriffen (s. Zensur unter diktatorischen Regimes) bis hin zu subtilerer, ideologisch motivierter individueller Stimmgebung durch den Translator reicht, soll zugleich reflexiv mit dem Manipulationsbegriff umgegangen werden.

Dieser wurde vor allem von der Manipulation School bzw. den Descriptive Translation Studies geprägt und bezüglich von Literaturübersetzungen vielfach bearbeitet. Hier soll die Reichweite und Effizienz des Begriffs geprüft und dieser stärker auf den Bereich des Politischen in der Translation ausgeweitet werden. 

 

Literatur:

DIZDAR, Dilek (2014): „Instrumental thinking in Translation Studies“. In: Target 26, 206–223.