Der Arbeitsbereich Niederländisch

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen umfassenden Einblick in den Arbeitsbereich Niederländisch geben. 

Alleinstellungsmerkmale

Gegenüber entsprechenden Fachvertretungen anderer Universitäten zeichnet sich der Arbeitsbereich Niederländisch in Germersheim vor allem durch folgende Besonderheiten aus:

  • bundesweit werden nur hier die Masterstudiengänge Translation und Konferenzdolmetschen mit Niederländisch als A-Sprache, als F1 oder F2 angeboten
  • bundesweit wird nur hier der Bachelorstudiengang Sprache, Kultur, Translation mit Niederländisch als F1, F2 oder F3 angeboten
  • nur hier können auch ausländische Studierende mit Niederländisch als Mutter- oder Trägersprache studieren, wovon auch in zunehmenden Maße Gebrauch gemacht wird
  • nur hier konnte eine Erweiterungsprüfung für Übersetzer und Dolmetscher in Niederländisch als zusätzlicher Sprache abgelegt werden. Rückmeldungen von Ehemaligen bestätigen, daß eine solche Zusatzqualifikation die Chancen der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt deutlich vergrößerte.

Derzeitiges Lehrangebot

Mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge am FTSK ist es jetzt möglich, mit Niederländisch als Mutter- oder Trägersprache (Grundsprache) zu studieren.

Im Bachelorstudiengang Sprache, Kultur, Translation kann Niederländisch seit dem Wintersemester 06/07 als C- oder D-Sprache studiert werden. Seit dem Wintersemester 08/09 werden Intensivkurse Niederländisch angeboten. Dieses Angebot richtet sich speziell an Studierende, die noch keine Grundkenntnisse im Niederländischen haben.

Im Masterstudiengang Translation und im Masterstudiengang Konferenzdolmetschen kann Niederländisch seit dem Wintersemester 06/07 als A-Sprache, B-Sprache oder C-Sprache studiert werden. Der Masterstudiengang dient als berufliche Weiterqualifizierung und Spezialisierung, dauert 2 Jahre (4 Semester) und setzt einen Bachelorabschluss oder einen vergleichbaren Hochschulabschluss voraus.

Den Studierenden des Arbeitsbereichs stehen jedes Jahr Stipendien für die Teilnahme an Ferienkursen in den Niederlanden und in Belgien zur Verfügung. Seit 1986 ist es auch möglich, Studierende zu einem Praktikum im Übersetzerdienst des niederländischen Außenministeriums nach Den Haag zu schicken. 

Die umfangreichsten Möglichkeiten zu Studienaufenthalten im Ausland bestehen jedoch im Rahmen des ERASMUS/SOKRATES-Programms. Hier existiert seit dem Wintersemester 1988/89 ein Studierendenaustausch mit der Mercator-Hogeschool in Gent, zu der bereits seit den siebziger Jahren rege Kontakte bestanden. Die Mercator-Hogeschool ist der Hogeschool Gent eingegliedert worden und unterhält seitdem das Department Vertaalkunde, mit dem der Studierendenaustausch stattfindet. Seit 1995/96 gibt es einen solchen Austausch ebenfalls mit der Artesis Hogeschool in Antwerpen. In den letzten Jahren kam dann noch die Lessius Hogeschool in Antwerpen dazu und seit dem Wintersemester 08/09 gibt es durch den Austausch mit der Hogeschool Zuyd in Maastricht auch einen Austausch mit einer Hogeschool in den Niederlanden. Im Wintersemester 2013/14 findet zum ersten Mal ein Austausch mit der Hogeschool-Universiteit Brussel (HUB) statt. Der Austausch mit der HUB bezieht sich auf den Bereich Konferenzdolmetschen und findet im Gegensatz zu den anderen Austauschprogrammen bisher zunächst nur auf MA-Ebene statt.

Abgesehen von den Austauschmöglichkeiten für Studierende finden im Rahmen des Dozentenaustauschs immer wieder Gastvorträge und Gastdozenturen von Dozenten aus Belgien und den Niederlanden statt am Fachbereich statt. Durch das Erasmus Dozentenmobilitätsprogramm ist es auch Dozierenden des Arbeitsbereichs Niederländisch möglich, Gastdozenturen und Gastvorträge an Hochschulen in den Niederlanden und Belgien zu absolvieren.

Weitere Informationen zu den Partnerhochschulen und den vielfältigen Austauschmöglichkeiten am Arbeitsbereich Niederländisch finden Sie hier.

Bibliothek und Lehrmaterialien

Für den Aufbau einer niederländischen Handbibliothek, die sehr vielfältigen Ansprüchen genügen und Material für so unterschiedliche Gebiete wie Sprache und Literatur, Kulturwissenschaften und Sachfächer bereithalten muss und in der Wörterbücher, Lexika und Enzyklopädien so vollständig wie möglich vorhanden sein müssen, standen neben Mitteln des Germanistischen Instituts immer auch Geldmittel und Bücherspenden des niederländischen Ministeriums für Unterricht und Wissenschaft, der belgischen und niederländischen Botschaft und der Nederlandse Taalunie zur Verfügung.

Abgesehen von den in der Fachbereichsbibliothek verfügbaren Lehrmitteln können weitere Bücher und Materialien auch in Zimmer 323 ausgeliehen werden.  

Kleine Geschichte des Arbeitsbereichs

Mit Beginn des Wintersemesters 1967/68 wurde das Studium des Niederländischen als Zweitfachsprache und Zusatzsprache in das Lehrprogramm des damaligen "Auslands- und Dolmetscherinstituts der Universität Mainz in Germersheim" aufgenommen. Damit war nach Französisch, Italienisch und Deutsch auch die vierte der im Rahmen der EWG verwendeten Sprachen vertreten.

Das Fach war in den Anfangsjahren mit der Stelle einer Wissenschaftlichen Angestellten zur Abhaltung von Lehrveranstaltungen und einem Lehrauftrag für sechs Wochenstunden ausgestattet. Es war dem Deutschen Seminar angegliedert und ist heute ein eigenständiger Arbeitsbereich neben dem Arbeitsbereichs Interkulturelle Germanistik.

Das Lehrprogramm umfasste bis zur Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge das Mindestangebot für die Studiengänge Diplom-Übersetzer und Diplom-Dolmetscher in der C- und D-Sprache. Dazu zählten ein Grundkurs von anfangs vier, später acht Wochenstunden über zwei Semester. Dem folgte ein Mittelstufenprogramm von Übersetzungsübungen sowie ein Proseminar zu kulturwissenschaftlichen Auslandsstudien bezüglich der Niederlande und Flanderns. Nach dem vierten Semester wurde die Diplom-Vorprüfung abgelegt. Das Hauptstudium umfasste für den Studiengang Diplom-Übersetzer Übungen zum Übersetzen gemeinsprachlicher und fachsprachlicher Texte, letztere wahlweise aus den Bereichen Wirtschaft und Technik. Im Studiengang Diplom-Dolmetscher wurden Übungen zum Simultan- und Konsekutivdolmetschen angeboten. Außerdem enthielt das Hauptstudium Hauptseminare zu Themen aus Bereichen der Sprach- und Übersetzungswissenschaft.

Die Zahl der Studierenden, die anfangs bei 30 lag, war seit den siebziger Jahren stark gestiegen und betrug in den Jahren vor der Umstellung auf die Bachelor-/Master-Struktur zwischen 150 und 170. Ungefähr zwei Drittel der Studierenden belegten Niederländisch als Zweitfachsprache, die übrigen wählten Niederländisch als Zusatzsprache und legten eine Erweiterungsprüfung ab. Nach der Umstellung auf die Bachelor-/Master-Struktur gab es zunächst einen Einbruch der Studentenzahlen, die sich aber in den letzten beiden Jahren positiv entwickelt haben.

Absolventen des Arbeitsbereichs auf dem Markt

Absolventen des Arbeitsbereiches Niederländisch haben unter anderem in folgenden Bereichen Arbeitsplätze gefunden:

  • in der deutschen Sektion des Übersetzterdienstes des niederländischen Außenministeriums, hier sind viele Übersetzer ehemalige Germersheimer
  • im Bundessprachenamt im Verteidigungsministerium bei der Bundeswehr
  • in großen Wirtschaftsunternehmen in Deutschland und in den Niederlanden
  • in Übersetzerbüros in Deutschland und in den Niederlanden
  • in freiberuflicher Tätigkeit als Übersetzer oder Dolmetscher
  • bei den Europäischen Institutionen
  • fachfremd, zum Beispiel im kaufmännischen Bereich, wobei die während des Studiums erworbenen Sprach- und Sachkenntnisse die Erfolgschancen deutlich vergrößerten.