Die Stimme der Zuschauer

Eindrücke von der Teilnahme an der Konferenz "Italien im Wandel"

von Anna Kamaeva und Yevgeniya Movchun

Die italienische Mafia als Phänomen ist allgemein bekannt, der in der Öffentlichkeit verbreiteten Vorstellung liegt allerdings die stereotypische Denkweise zugrunde. Das konkrete Wissen bleibt oft aus. Die Mafia wird in der Öffentlichkeit als ein kulturbezogenes Phänomen wahrgenommen, als ein unabdingbarer Teil des italienischen Südens.

Die Konferenz „Italien im Wandel. Der Beitrag der Zivilgesellschaft zur Bekämpfung der Mafia in Italien und Europa“ leistete einen wichtigen Beitrag dazu, diese Stereotypen zu bekämpfen und die Tätigkeit der Mafia und deren Auswirkungen auf das Leben der ganzen Region zu veranschaulichen. So haben wir früher nicht gewusst, dass die Bekämpfung der Mafia seit langem konkrete Formen angenommen hat, dass es doch viele Menschen gibt, die die Mafia nicht tolerieren wollen, die unter Lebensgefahr versuchen, etwas zu bewegen und die Situation zum Besseren zu verändern. Es ist leider im Ausland (noch) nicht bekannt, dass verschiedene Organisationen, wie z. B. „Addiopizzo Travel“ oder „Placido Rizzotto“ in Palermo, sich der Bekämpfung der Mafia widmen und auf ihre Leistungen mittlerweile auch stolz sein können. Es wäre aus unserer Sicht empfehlenswert, die Aufklärungsarbeit über den Beitrag der Zivilgesellschaft bei der Bekämpfung der Mafia auszubauen und weitere Veranstaltungen in verschiedenen europäischen Ländern anzubieten. Es wäre wohl von Vorteil, dass diese Veranstaltungen nicht nur im akademischen Bereich, der für das Problem bereits sensibilisiert ist, stattfinden, sondern sich auch an die breite Öffentlichkeit richten. Das würde zweifelsohne der Verbesserung der Wahrnehmung Italiens im Ausland zugutekommen. Eine aktivere Unterstützung seitens der EU-Behörden könnte die Bekämpfung der Mafia in Italien beschleunigen und bei der Durchführung der umfassenden Aufklärungsarbeit in verschiedenen EU-Ländern behilflich sein.