Das Untertitelungsworkshop stellt einige Gedanken vor

Rede von Beatrice Danieli anlässlich der Filmvorführung von "Adieu"
Illustration

Guten Tag,

ich freue mich im Namen der ganzen Untertitelungsgruppe ein paar Worte über unser Projekt sagen zu dürfen. Das Untertitelungsprojekt für den Film „Adieu“ hat im Winter 2011 begonnen, wir haben fast drei Monate lang daran gearbeitet. Es ist eine große Ehre für uns, dass der Film mit unseren Untertiteln in Berlin seine Premiere hatte und auch in Frankfurt gezeigt wurde und dass er heute in Germersheim im Rahmen der internationalen Konferenz „Italien im Wandel“ präsentiert wird.

Für die meisten Studierenden in unserer Gruppe war es das erste Untertitelungsprojekt und wir haben uns alle bemüht, unser Bestes zu geben. Es war auch besonders interessant an einem didaktischen Projekt mitwirken zu können, das freiwillig war und in dem man nicht mit einer Note bewertet wird, sondern in dem das Ergebnis des gesamten Teams das einzige ist, was wirklich zählt.

Ich habe selber schon viele Filme und Dokumentarfilme mit Untertiteln gesehen, ich muss aber zugeben, dass mir nicht klar war, wie man ein Untertitelungsprojekt gestaltet, und wie viele Aspekte man beim Untertiteln beachten muss. Diese neue Herausforderung haben wir aber gerne angenommen. Die Arbeit an sich war nicht einfach aber spannend: die passenden Übersetzungen zu finden, die nicht allzu lang sein durften, damit sie ins Bild passen, die richtige Synchronisation mit dem Sprecher und die richtige Dauer zu treffen – daran haben wir lange gesessen.

Diese Erfahrung war auch sehr berührend, teilweise haben wir uns schmerzvolle Szenen und Bilder, drei, vier, fünf Mal hintereinander ansehen müssen, um zu verstehen was der Sprecher mit seinen Worten meinte. Während wir ganz auf die Untertitel konzentriert waren, konnten wir uns trotzdem der emotionalen Wirkung nicht entziehen, die diese schmerzerfüllten Gesichter und Stimmen auf uns hatten.

Zum Schluss möchte ich sagen, dass ich mich als Italienerin darüber freue an einem solchen Projekt mitgearbeitet zu haben, das Italiener und Deutsche verbindet und ich möchte Herrn Fantinuoli im Namen der ganzen Gruppe dafür danken, dass er dieses Projekt in die Wege geleitet und ko-ordiniert hat.

Vielen Dank.