Theateraufführung "Um nicht zu vergessen"

 

Im Rahmen des Lehrprojektes „Italien im Wandel. Der Beitrag der Zivilgesellschaft zur Bekämpfung der Mafia in Italien und Europa“ führt die Theatergruppe des Fachs Italienisch am Fachbereich für Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK) der Universität Mainz in Germersheim am Dienstag, den 12. Juni 2012, um 19Uhr im Theaterkeller des Campus Germersheim das Theaterstück „Per non dimenticare – Um nicht zu vergessen“ auf.

Unter der Regie von Michelangelo Ragni und auf Zeugenaussagen und Material über die Geschichte der Antimafia-Bewegung basierend, konzentriert sich das Stück insbesondere auf zwei sehr junge Charaktere, nämlich Peppino Impastato und Rita Atria, die –jeder auf seine eigene Art und Weise und aus den unterschiedlichsten Beweggründen heraus – etwas gegen die gnadenlose Vorgehensweise der Mafia zu unternehmen versuchten.

Außerdem enthält die Aufführung Auszüge aus mehreren Interviews mit den beiden Staatsanwälten Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, die vor genau 20 Jahren (1992) durch die Mafia ermordet wurden.

Um ein breiteres Publikum zu erreichen und auf das Thema Mafia in Europa aufmerksam zu machen, wird das Theaterstück mit deutschen Übertiteln aufgeführt. 

 

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Rede von Herrn Lenzi vor der Aufführung

Gentile pubblico, care colleghe e colleghi, cari studenti,

eccoci di nuovo al nostro appuntamento annuale con Gruppo teatrale Italiano, che quest’anno si è posto un obiettivo molto impegnativo: quello di commemorare le vittime delle mafie.

Sono passati vent’anni dalle stragi che uccisero i magistrati Giovanni Falcone, sua moglie Francesca Morvillo, Paolo Borsellino e le persone della loro scorta. Questo anniversario ci ha spinto, come sapete, a portare una tematica di grande valore etico – la storia della resistenza della società civile alle mafie - all’interno del curriculum accademico del nostro Dipartimento di italiano, rimescolando fruttuosamente i confini e le aree disciplinari, mettendo a frutto le tante competenze scientifiche, professionali e umane presenti nel nostro Dipartimento e nel nostro Fachbereich, e il tutto lavorando – studenti e docenti – fianco a fianco in una modalità partecipativa e condivisa.

Lo spettacolo di questa sera, che si inserisce a pieno titolo in questo progetto, nasce e cresce all’insegna di due principi: il principio memoria e il principio speranza.

Il principio memoria ci ha spinto a lavorare sul ricordo di due giovani, Peppino Impastato e Rita Atria, divenuti simbolo della resistenza alla violenza mafiosa. Due giovani nati entrambi in famiglie mafiose e che, con motivazioni differenti e seguendo percorsi diversissimi scelsero di opporsi alla legge dell’omertà e della sopraffazione.

Il principio speranza ci ha spinto a dedicare parte del nostro spettacolo ad un presente fatto di giovani uomini e donne che, come ci hanno testimoniato gli amici di Libera Terra e Addiopizzo nella conferenza di Lunedì scorso, hanno deciso di impegnarsi in pratiche concrete di antimafia sociale, come la creazione di cooperative di giovani per coltivare i terreni confiscati ai boss mafiosi o organizzando gli imprenditori che si rifiutano di cedere alle estorsioni del pizzo.

Memoria e speranza si incontrano e si alimentano l’un l’altra in un circolo virtuoso, assumendo le voci autentiche dei due giovani: quelle che sentirete sono parole autentiche, sono autentiche le parole di Rita, affidate al suo diario e scritte poco prima di togliersi la vita. Sono autentiche le parole di Peppino, tratte da alcune sue poesie e da trasmissioni radiofoniche conservate in registrazioni della fine degli anni Settanta e confluite nella sceneggiatura del film “I cento passi”.

I ragazzi del Gruppo Teatrale si sono buttati con entusiasmo in questa impresa. Ci tengo molto a sottolineare che su otto attori ben cinque erano principianti assoluti di italiano, quando a fine ottobre abbiamo iniziato a lavorare col gruppo. Gli attori stessi hanno poi tradotto il testo che è stato rivisto da Stefan Feihl. La sopratitolazione in tedesco – esperimento totalmente inedito per il teatro di Germersheim – è stata curata da Claudio Fantinuoli e Isabel Sievers. Il tutto si è poi arricchito delle proposte musicali da parte degli studenti.

Al regista Michelangelo Ragni, che ci ha accompagnato fino a due settimane fa nella preparazione della messa in scena e che non è potuto essere con noi questa sera, va un pensiero pieno di affetto.

Dopo lo spettacolo, chi lo vorrà, potrà anche acquistare i prodotti di Libera Terra, che da ieri – anche questo è un piccolo grande risultato del nostro progetto – sono in vendita nel Weltladen di Speyer.

Grazie per l’attenzione e buona visione!


Leben und Gedanken hinter den Kulissen

M wie... mithelfen im Kampf gegen die Mafia!

Text von Daniele Tucciarone

Per non dimenticare – Um nicht zu vergessen: das ist das Credo der jungen Leute, die sich unter Leitung Herrn Lenzis jeden Mittwoch um 18 Uhr versammeln. Eine Theatergruppe? Nein, unser Auftrag ist ein besonderer. Wir wollen über die Mafia sprechen. Und zwar mit euch allen! Mafia, davon hat jeder schon einmal gehört. Manche zumindest in den berühmten Filmen mit Marlon Brando und Al Pacino, andere mehr.

Unser Stück soll weder ein Beweis der schauspielerischen Künste junger Germersheimer Studentinnen und Studenten sein, noch eine Neuaufführung eines von manchen längst vergessenen Literaturklassikers. Es ist gelebtes Theater. Denn es ist die Realität, auf die wir aufmerksam machen wollen.

Die Mafia ist eine kriminelle Organisation, mit der Italien und seit einigen Jahren auch andere europäische Länder noch immer zu kämpfen haben. Händler müssen „Schutzgeld“ an die Mafia zahlen, blutige Bandenkriege füllen die Titelseiten der großen Tageszeitungen des Landes, ein weltweites Netz von Drogenschmugglern macht immer größeren Umsatz, und in ganz Europa hat sich eine neue Mafia etabliert, die Wirtschaftskriminalität betreibt und Geld investiert.

Mit unserem Stück wollen wir das Andenken an couragierte Menschen wie Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, Peppino Impastato und Rita Atria wach halten, die auf verschiedene Weise einen wichtigen Beitrag zum Kampf gegen die Mafia geleistet haben und ihr Leben dafür aufopferten. Im Stück ist aber auch Platz für die ermutigenden Erfolge der vielen Antimafia-Vereine, die in den letzten Jahren in Italien und Europa entstanden sind. Wir sagen dem Schutzgeld endgültig adieu: „Addio pizzo!“ So leisten wir in Zusammenarbeit mit Organisationen wie eben Addiopizzo oder Libera Terra, deren junge Mitglieder übrigens im Rahmen der Aufführung im Juni 2012 in Germersheim zu Gast sein werden, unseren Beitrag nicht nur für ein freies Italien, sondern zur Lösung eines längst auch außerhalb Italiens zum ernsthaften Problem gewordenen Phänomens. Dies beweisen nicht zuletzt die Mafiamorde von Duisburg 2007.

Dass das Theaterstück auf Italienisch aufgeführt werden soll, mag für manchen abschreckend klingen. Doch das ist es nicht. Im Gegenteil: bis auf Herrn Lenzi selbst und zwei weitere Mitglieder sind keine Muttersprachler in der Gruppe. Entsprechend bestand die Arbeit der Gruppe in den ersten Wochen darin, den Text zu übersetzen. Doch dank des unbestreitbaren Talents der Jungübersetzerinnen- und übersetzer sowie durch den ein oder anderen bescheidenen Tipp Herrn Lenzis oder der Muttersprachler stellte dies für uns keine Hürde dar. Mehr noch: von Anfang an waren wir uns alle einig, dass das Stück bei der Aufführung übersetzt oder verdolmetscht werden soll, um unsere Botschaft auch dem nicht italienischsprachigen Publikum zugänglich zu machen.

Und auch wenn es so manche Anstrengung bedeutete, sich den Text Satz für Satz mühsam zu erarbeiten, kann mit Sicherheit gesagt werden, dass jeder einzelne Spaß an dem Projekt gefunden hat. Denn die Teilnahme an der Theatergruppe bietet nicht nur die Möglichkeit, sich für etwas Gutes und Wichtiges wie den Kampf gegen die Verbrechen der Mafia zu engagieren sondern erlaubt es auch, seine Sprachkenntnisse in authentischen Sprechsituationen zu verbessern, und darüber hinaus, viel über italienische Kultur und Mentalität zu lernen. So sagt Veronika etwa: „Ich bin begeistert, dass man sogar als Anfänger dort mitmachen kann und die Sprache nicht schon perfekt beherrschen muss. Die Gruppe hilft mir beim Italienischlernen, weil ich dort viel spreche und lerne, richtig zu betonen. Jeder kann sich einbringen und eigene Vorschläge für die Gestaltung des Stückes bringen. Und letztendlich haben wir das Stück sogar übersetzt, damit nicht nur Italienisch-Studierende es sich anschauen können. Jeder kann sich einbringen und eigene Vorschläge für die Gestaltung des Stückes bringen.“

Unsere Botschaft ist somit klar. Nun ist es an euch. Unterstützt uns und den Kampf gegen die Mafia, indem ihr zahlreich zu unserer Aufführung erscheint. Denn wenn wir alle mitarbeiten, ist die Mafia bald Geschichte!