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A terceira margem: Vilém Flusser und Brasilien
Kontexte – Migration – Übersetzungen


Internationale Fachtagung

12. bis 14. Oktober 2006

Johannes Gutenberg- Universität Mainz in
Germersheim am Rhein

 
 

 
          Programm  •  Tagungsorganisation          
 


Vilém Flussers langjähriger Aufenthalt in Brasilien (1940 - 1972) ist das zentrale Thema des Kolloquiums. Seine Erfahrungen und Tätigkeiten als Einwanderer, Journalist, Autor, Übersetzer, Wissenschaftler und Dozent in Brasilien sollen in Hinblick auf seine späteren medientheoretischen Arbeiten erschlossen und diskutiert werden. Selbst in der avancierten Flusserforschung ist dieser Lebensabschnitt Flussers noch nicht hinreichend erkundet. Die Ziele der Tagung sind daher insbesondere eine umfassende akademische und kulturelle Kontextualisierung Flussers im intellektuellen Feld Brasiliens sowie eine Spurensuche nach den Anfängen seines „ikonischen Interesses“ im Kontext der konkreten Poesie, des Tropikalismus und der medialen Landschaft im Brasilien der 50/60er Jahre. Außerdem geht es um die Erfahrung des Exils und Flussers Tätigkeiten als kultureller Vermittler und Übersetzer in den oft als asymmetrisch wahrgenommenen kulturellen Beziehungen zwischen Brasilien und Europa. Hier wird auch die kulturtheoretische Dimension seines Denkens sichtbar, die bis heute eher im Schatten seiner Medienphilosophie steht. Themen wie „Bodenlosigkeit“, „Heimatlosigkeit“ und Migration bilden seit der Flucht vor den Nazis einen inhaltlichen Bogen in Flussers Denken – nicht nur als ethisches Problem, sondern auch als ästhetische Herausforderung. Hier findet sich die besondere Aktualität der Beschäftigung mit Flussers „Denk-Räumen“, mit den Orten zwischen Brasilien und Europa und mit seinem aus verschiedenen Kulturen und Kontexten hervorgegangenen Wissen.