Veranstaltungen am FTSK

Einführung

"Interkulturelle Kommunikation"


Die Einführung vermittelt einen kurzen Überblick über Gegenstand, Theorien und Methoden der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit interkultureller Kommunikation und beschäftigt sich eingehender mit ausgewählten Ansätzen. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis wird das Gelernte zur beispielhaften konkreten Bewältigung interkultureller Situationen eingesetzt. Dabei steht die deutsche Kultur als Referenzkultur für alle Teilnehmer/-innen im Mittelpunkt.
Die Lehrveranstaltung hat zum Ziel, Grundlagen für den Erwerb einer reflektierten Handlungs- und Mittlerkompetenz in interkulturellen Situationen zu schaffen und den Teilnehmer/-innen Ansätze zu präsentieren, die sie befähigen können, sich selbstständig in fremde Kulturen einzuarbeiten, interkulturelle Kommunikationssituationen zu analysieren und in fremden Kulturen angemessen zu agieren sowie gegebenenfalls als Vermittler/-innen tätig zu sein. Sie schließt mit einer Klausur ab.

 

Proseminare

1. Sommersemester 2014

IKK Proseminar: Sprache, Kultur und Höflichkeit

Freitag, 9.30 –11.00, Raum 369  

Jede Kommunikation vollzieht sich auf einer Inhalts- und einer Stilebene. Mit der Stilebene wird auch die Beziehung zwischen Sprecher und Hörer bzw. Verfasser und Adressaten eines Textes aufgebaut, ausgehandelt, definiert und gesichert. Ein wichtiger Bestandteil ist darüber hinaus das Bemühen der Kommunikationspartner, ihre Identitäten zu bilden, zu stärken und zu wahren. Diese beiden Größen werden im Text interaktiv vor allem mit Mitteln der Höflichkeit aufgebaut. Höflichkeit ist in diesem Sinne ein allgegenwärtiges Phänomen. Gleichzeitig bestehen in verschiedenen Kulturen unterschiedliche, teils sogar gegensätzliche Konventionen darüber, wie - konkret - höfliches Verhalten aussehen sollte.  

Auf der These beruhend, dass es keine höflichkeitsfreien Texte gibt, stellt das Proseminar die Frage,

–     welche Höflichkeitsuniversalien einerseits zur Natur des Menschen als einem geselligen Lebewesen gehören und

–     mit welchen unterschiedlichen Mitteln und Verhaltensweisen andererseits Höflichkeit in verschiedenen Kulturen ausgedrückt wird bzw. welche kulturbedingten Vorstellungen Höflichkeit prägen und beeinflussen sowie

–     wie sich das Prinzip Höflichkeit auf Translationssituationen auswirkt.  

Sprachliche und nichtsprachliche Höflichkeit wird in die Überlegungen einbezogen und immer wieder die Frage nach der Problematik und der Funktion von Höflichkeit sowie sprachlichen und nichtsprachlichen Konventionen in der Übersetzungs- bzw. Dolmetschsituation reflektiert.  

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Proseminar ist der erfolgreiche Besuch der Einführung Interkulturelle Kommunikation. Der Leistungsnachweis erfordert neben der aktiven Teilnahme und Vorbereitung auf die Sitzungen die (Mit-)Gestaltung eines Seminarinputs (inkl. der Auswahl eines vorbereitenden Textes für die Seminargruppe) sowie eine Hausarbeit (ca. 12 Seiten). Zur Vorbereitung auf jede Sitzung ist ein Text als Diskussionsgrundlage zu erarbeiten. Die Zahl der Teilnehmer/-innen wird auf 30 begrenzt.  

Vorbereitende Literaturhinweise:

Weinrich, Harald (1986): Lügt man im Deutschen, wenn man höflich ist? Mannheim, Wien Zürich: Bibliographisches Institut.

Lüger, Heinz-Helmut (2001): Höflichkeit und Höflichkeitsstile. In: ders. (Hg): Höflichkeitsstile. Frankfurt a.M. et. al.: Peter Lang. 3-23  

Spencer Oatey, Helen (2000): Culturally Speaking. Culture, Communication and Politeness Theory. London, New York: Continuum International Publishing  

Weiterführendes:

DuFon, Margret A. et. al.: Bibliography on linguistic politeness. In: Journal of Pragmatics 21 (1994)

2. Wintersemester 2013/2014

IKK Proseminar: Trainingskonzept: Amtsdeutsch verständlich machen

Lehr-Forschungsprojekt des Arbeitsbereichs Interkulturelle Kommunikation in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Germersheim 

Do. 11:20 – 12:50, Raum 348

Dieses Seminar setzt ein praxisbasiertes Projekt fort, das im Sommer 2012 initiiert wurde. Es bietet Ihnen die Gelegenheit, einen detaillierten Einblick in Arbeitsabläufe der Kreisverwaltung Germersheim zu gewinnen und Vorschläge zu deren Verbesserung zu erarbeiten, die dann mit Mitarbeiter/-innen der Kreisverwaltung umgesetzt werden. (Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier: http:// www.fb06.uni-mainz.de/ikk/461.php)  

Nicht zuletzt die Diskussion um die Fachkräftesicherung in Deutschland hat die Frage, wie Zuwanderer hier aufgenommen werden, maßgeblich beeinflusst. Institutionen entwickeln gleichzeitig auf ganz verschiedenen Ebenen mehr Bewusstsein dafür, dass unsere Gesellschaft - und damit ihre Klienten - kulturell immer vielfältiger wird. Diese Tatsache stellt sie vor neue Herausforderungen in der Kommunikation mit Kund/-innen mit geringen Deutschkenntnissen und fehlenden Kulturtechniken.

Sie stellen sich auf die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe besser ein, indem sie ihre Führungskräfte und Mitarbeiter/-innen durch Maßnahmen interkultureller Kompetenzentwicklung vorbereiten. Das Proseminar widmet sich diesem Thema am Beispiel der Verwaltung des Landkreises Germersheim mit dem Ziel, Wege aufzuzeigen, die manchmal schwierigen und komplexen Sachverhalte für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen verständlich(er) zu vermitteln, daraus Konzepte für Schulungsmaßnahmen zu entwickeln und anschließend geeignete Maßnahmen umzusetzen.

Neben den Begriffen „Interkulturelle Kompetenz“ und „Verständlichkeit“ werden im Seminar Methoden der Planung, Konzeption, Durchführung und Evaluation von Trainingsmaßnahmen vorgestellt. Darauf aufbauend erarbeiten wir konkrete Vorschläge für Workshops in der Germersheimer Kreiserwaltung: Dabei steht die Frage im Vordergrund, welche Kompetenz die Mitarbeiterinnen dort konkret in diesem Zusammenhang benötigen und wie sie ggf. entwickelt werden kann. Die Maßnahmen werden dann dort auch angeboten, durchgeführt und evaluiert.

Empfohlene Literatur:

Einstieg
- zur Vorgeschichte:

Ariane Bentner, Fritz Brechtel. 2006. „Interkulturelle Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung“ in: OrganisationsEntwicklung 1_06, S.60-69 Online-Veröffentlichung: 12.03.2006. 

- zur Behördenkommunikation:  

Reich, Hans / Michael Seifert et al. 1996. Interkulturelle Behördenkommunikation als Gegenstand von Weiterbildung. In: Pitschas, R. (Hrsg). Politik und Recht der inneren Sicherheit. München: Jehle Rehm 1996 S. 375-388.  

Rosenberg, Katherina. 2014. Interkulturelle Behördenkommunikation. Eine gesprächsanalytische Untersuchung zu Verständigungsproblemen zwischen Migranten und Behördenmitarbeitern in Berlin und Buonos Aires. Berlin: De Gruyter.

Überblick:

Benrath, Daniel. 2011. Die Verständlichkeit des Verwaltungsakts. In: Verwaltungsarchiv 2011. S. 547ff.  

Brinckmann, Hans / Klaus Grimmer / Anne Höhmann; Stefan Kuhlmann und Wolfgang Schäfer. 1986. Formulare im Verwaltungsverfahren. Wegbereiter standardisierter Kommunikation. Beiträge zur juristischen Informatik Band 12. Darmstadt: Toeche-Mittler Verlag.  

Bundesstelle für Büroorganisation und Bürotechnik. 2002. BBB-Arbeitshandbuch „Bürgernahe Verwaltungssprache“, 4.Aufl., Köln.  

Fluck, Hans-Rüdiger / Michaela Blaha (Hrsg.). 2010. Amtsdeutsch a. D.? Europäische Wege zu einer modernen Verwaltungssprache. Reihe AAL – Arbeiten zur Angewandten Linguistik. Stauffenburg Verlag.

Fluck, Hans-Rüdiger / Michaela Blaha. 2010. Im Verhinderungsfalle wird der Widerspruchsführer gebeten, dies mitzuteilen: Geheimnisse des Amtsdeutschen. Freiburg i. Br.

Grönert, Kerstin. 2004. Verständigung und Akzeptanz in der Kommunikation zwischen Bürger und Verwaltung: Beobachtung und Analyse der kommunikativen Interaktion anhand von Bescheiden und Formularen. Diss. Univ. Bielefeld.

Heinrich, Peter.1994. Sprache als Instrument des Verwaltungshandelns. Eine Einführung in die Sprachwissenschaft für Angehörige der öffentlichen Verwaltung. Hitit-Verlag, Berlin (Reihe Verwaltung, Recht und Gesellschaft, Bd. 4).

Rathje, Stefanie. 2007.Interkulturelle Kompetenz – Zustand und Zukunft eines umstrittenen Konzepts. Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht. 12.1, 15 ff.

Scheitza, Alexander. 2009. „Interkulturelle Kompetenz: Forschungsansätze, Trends und Implikationen für interkulturelle Trainings.“ Interkulturelle Kompetenz im Wandel. Band 1: Grundlegungen, Konzepte und Diskurse. Matthias Otten, Alexander Scheitza, Andrea Cnyrim (Hrsg.).Beiträge zur interkulturellen Zusammenarbeit 1. Münster: LIT, 91-119.  

3. Sommersemester 2013

IKK Proseminar: Interkulturelle Öffnung – Kompetenzentwicklung im Landkreis Germersheim

Lehr-Forschungsprojekt des Arbeitsbereichs Interkulturelle Kommunikation in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Germersheim

Fr. 11:20 – 12:50, Raum 348

Institutionen entwickeln auf allen Ebenen ein Bewusstsein dafür, dass unsere Gesellschaft - und damit ihre Klienten - kulturell immer diverser werden. Dieser Tatsache versuchen sie unter anderem dadurch zu begegnen, dass sie sich auf die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe besser einstellen, indem sie ihre Führungskräfte und Mitarbeiter durch Maßnahmen interkultureller Kompetenzentwicklung darauf vorbereiten. Das Proseminar widmet sich diesem Thema anhand eines Projekts in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Landkreises Germersheim mit dem Ziel, zunächst den Bedarf zu ermitteln und daran anschließend geeignete Maßnahmen vorzuschlagen und zu konzipieren.

Der Begriff „Interkulturelle Kompetenz“ wird zunächst im Seminar aus den Blickwinkeln verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen genauer betrachtet, um einen Überblick über Konzepte und Terminologie zu gewinnen (z.B. „interkulturelle Handlungskompetenz“, „interkulturelle Kommunikationsfähigkeit“, „internationale Kompetenz“, „plurikulturelle Kompetenz“ etc.). Darauf aufbauend werden konkrete Vorschläge für Maßnahmen zur Entwicklung interkultureller Kompetenz in der Germersheimer Verwaltung erarbeitet: Dabei steht die Frage im Vordergrund, welche interkulturelle Kompetenz die Mitarbeiterinnen dort konkret benötigen und wie sie ggf. entwickelt werden kann.

Zunächst werden im Seminar also theoretische Beschreibungen und Modelle Interkultureller Kompetenz vorgestellt und auf ihre Anwendbarkeit im Lehrprojekt überprüft. Daraus werden Maßnahmen für die Verwaltung erarbeitet und konzipiert, die in der Folge dann auch angeboten und durchgeführt werden sollen.

Empfohlene Literatur:

Einstieg:

Bentner, Ariane und Brechtel, Fritz (2006): „Interkulturelle Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung“ in: OrganisationsEntwicklung 1_06, S.60-69; Online-Veröffentlichung: 12.03.2006.

Überblick:

Hatzer, Barbara, und Gabriel Layes (2005). „Interkulturelle Handlungskompetenz.“ Handbuch Interkulturelle Kommunikation und Kooperation, Band 1: Grundlagen und Praxisfelder, Hrsg. Alexander Thomas u.a. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 138-148.

Rathje, Stefanie (2007). Interkulturelle Kompetenz – Zustand und Zukunft eines umstrittenen Konzepts. Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht. 12.1, 15 ff.

Scheitza, Alexander (2009). „Interkulturelle Kompetenz: Forschungsansätze, Trends und Implikationen für interkulturelle Trainings.“ Interkulturelle Kompetenz im Wandel. Band 1: Grundlegungen, Konzepte und Diskurse. Hrsg. Matthias Otten, Alexander Scheitza, Andrea Cnyrim. Beiträge zur interkulturellen Zusammenarbeit 1. Münster: LIT, 91-119.

 

4. Wintersemester 2012/2013

IKK Proseminar: Interkulturelle Kompetenzentwicklung in Institutionen

Donnerstag 09:40 – 11:10 Uhr, Raum 348

Institutionen entwickeln auf allen Ebenen ein Bewusstsein dafür, dass unsere Gesellschaft - und damit ihre Klienten - kulturell immer diverser werden. Dieser Tatsache versuchen sie unter anderem dadurch zu begegnen, dass sie sich auf die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe besser einstellen, indem sie ihre Führungskräfte und Mitarbeiter durch Maßnahmen interkultureller Kompetenzentwicklung darauf vorbereiten. Dieses Proseminar widmet sich diesem Thema anhand eines Projekts in Zusammenarbeit mit der Verwaltung in Germersheim mit dem Ziel, zunächst den Bedarf zu ermitteln und daran anschließend geeignete Maßnahmen vorzuschlagen und zu konzipieren.

Der Begriff „Interkulturelle Kompetenz“ wird zunächst im Seminar aus den Blickwinkeln verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen genauer betrachtet, um einen Überblick über Konzepte und Terminologie zu gewinnen (z.B. „interkulturelle Handlungskompetenz“, „interkulturelle Kommunikationsfähigkeit“, „internationale Kompetenz“, „plurikulturelle Kompetenz“ etc.). Darauf aufbauend werden konkrete Vorschläge für Maßnahmen zur Entwicklung interkultureller Kompetenz in der Germersheimer Verwaltung erarbeitet: Dabei steht die Frage im Vordergrund, welche interkulturelle Kompetenz die Mitarbeiterinnen dort konkret benötigen und wie sie ggf. entwickelt werden kann.

Zunächst werden im Seminar also theoretische Beschreibungen und Modelle Interkultureller Kompetenz vorgestellt und auf ihre Anwendbarkeit im Lehrprojekt überprüft. Daraus werden Maßnahmen für die Verwaltung erarbeitet und konzipiert, die in der Folge dann auch angeboten und durchgeführt werden sollen.

Empfohlene Literatur:
Einstieg:
Bentner, Ariane und Brechtel, Fritz (2006): „Interkulturelle Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung“ in: OrganisationsEntwicklung 1_06, S.60-69; Online-Veröffentlichung: 12.03.2006.

Überblick
Hatzer, Barbara, und Gabriel Layes (2005). „Interkulturelle Handlungskompetenz.“ Handbuch Interkulturelle Kommunikation und Kooperation, Band 1: Grundlagen und Praxisfelder, Hrsg. Alexander Thomas u.a. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 138-148.

Rathje, Stefanie (2007). Interkulturelle Kompetenz – Zustand und Zukunft eines umstrittenen Konzepts. Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht. 12.1, 15 ff.

Scheitza, Alexander (2009). „Interkulturelle Kompetenz: Forschungsansätze, Trends und Implikationen für interkulturelle Trainings.“ Interkulturelle Kompetenz im Wandel. Band 1: Grundlegungen, Konzepte und Diskurse. Hrsg. Matthias Otten, Alexander Scheitza, Andrea Cnyrim. Beiträge zur interkulturellen Zusammenarbeit 1. Münster: LIT, 91-119.

 

5. Sommersemester 2012

IKK Proseminar: Interkulturelle Kompetenz (Dolmetscherpool)

Donnerstag 11.20 – 12:50 Uhr, Raum 237

Interkulturelle Kompetenz wird in vielen beruflichen Handlungsfeldern als sogenannte „Schlüsselkompetenz“ gefordert. Der Begriff ist weit verbreitet, wird aber uneinheitlich verwendet und auch verstanden. Wir können uns ihm aus den Blickwinkeln verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen nähern. In diesem Proseminar soll es zunächst darum gehen, einen Überblick über Konzepte und Terminologie (z.B. „interkulturelle Handlungskompetenz“, „interkulturelle Kommunikationsfähigkeit“, „internationale Kompetenz“, „plurikulturelle Kompetenz“ etc.) zu schaffen, um darauf aufbauend konkrete Vorschläge für das Lehrprojekt „Dolmetscherpool“ zu erarbeiten: Dabei steht die Frage im Vordergrund, welche interkulturelle Kompetenz die Dolmetscher/-innen im Dolmetschpool konkret benötigen und wie sie ggf. entwickelt werden kann.

Zunächst werden im Seminar also theoretische Beschreibungen und Modelle Interkultureller Kompetenz vorgestellt und auf ihre Anwendbarkeit im Lehrprojekt überprüft. Daraus wird ein Input für den Dolmetscherpool erarbeitet und in Form einer Veranstaltung (z.B. Workshop, Podiumsdiskussion o.ä.) in einem geeigneten, noch festzulegenden Format angeboten.
Bitte nutzen Sie die Zeit bis zum Semesterstart und lesen Sie sich ein.

Empfohlene Literatur:
Überblick / Einstieg:
Hatzer, Barbara, und Gabriel Layes (22005). „Interkulturelle Handlungskompetenz.“ Handbuch Interkulturelle Kommunikation und Kooperation, Band 1: Grundlagen und Praxisfelder, Hrsg. Alexander Thomas u.a. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 138-148.

Rathje, Stefanie (2007). Interkulturelle Kompetenz – Zustand und Zukunft eines umstrittenen Konzepts. Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht. 12.1, 15 ff.

Scheitza, Alexander (2009). „Interkulturelle Kompetenz: Forschungsansätze, Trends und Implikationen für interkulturelle Trainings.“ Interkulturelle Kompetenz im Wandel. Band 1: Grundlegungen, Konzepte und Diskurse. Hrsg. Matthias Otten, Alexander Scheitza, Andrea Cnyrim. Beiträge zur interkulturellen Zusammenarbeit 1. Münster: LIT, 91-119.

Weiterführende Literatur / verschiedene Aspekte:
Erwägen Wissen Ethik [vormals Ethik und Sozialwissenschaft (EuS). Streitforum für Erwägungskultur] (2003). 14.1 / Hrsg. Frank Benseler u.a.

Gogolin, Ingrid (2006). „Mehrsprachigkeit und plurikulturelle Kompetenz.“ Interkulturell denken und handeln. Theoretische Grundlagen und gesellschaftliche Praxis. Hrsg. Hans Nicklas u.a. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. 181-195.

Knapp-Potthoff, Annelie (1997). „Interkulturelle Kommunikationsfähigkeit als Lernziel.“ Aspekte interkultureller Kommunikationsfähigkeit. Hrsg. Annelie Knapp-Potthoff, und Martina Liedke. Reihe Interkulturelle Kommunikation; 2. München: Iudicium, 181-205.

Lüsebrink, Hans-Jürgen (2005). Interkulturelle Kommunikation. Interaktion, Fremdwahrnehmung, Kulturtransfer. Stuttgart: Metzler. 2.1.2 „Interkulturelle Kompetenz“. 9-10.

Porcher, Louis (2006). „Sprachenlernen und interkulturelle Kompetenz“ Interkulturell denken und handeln. Theoretische Grundlagen und gesellschaftliche Praxis. Hrsg. Hans Nicklas u.a. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. 189-195.

Straub, Jürgen (2003). „Interkulturelle Kompetenz und transitorische Identität in Übersetzungskulturen: Zu Alexander Thomas’ psychologischer Bestimmung einer »Schlüsselqualifikation«“. In: Erwägen Wissen Ethik 14.1, S. 207-210.

Varela do Mar Castro, Maria (2009). “Interkulturelle Kompetenz Integration und Ausgrenzung“. Interkulturelle Kompetenz im Wandel. Band 1: Grundlegungen, Konzepte und Diskurse. Hrsg. Matthias Otten, Alexander Scheitza, Andrea Cnyrim. Beiträge zur interkulturellen Zusammenarbeit 1. Münster: LIT, 155-170.

 

6. Wintersemester 2011/2012

IKK Proseminar: Identität und ihre Konstruktionen

Freitag 9.40-11.10 Uhr, Raum 348

Mit der Zunahme kultureller Pluralität in unseren Gesellschaften nimmt auch die Erfahrung von Alterität und Fremdheit zu. Dadurch verliert das Selbst- und Weltverständnis seine Selbstverständlichkeit: das Eigene wird als Möglichkeit unter anderen erlebt, sodass Wirklichkeit stets auch im Plural und im Potentialis gedacht werden kann. So wird das Selbst einer wachsenden Anzahl von Personen zu einem transitorischen Selbst: es unterliegt ständigen Veränderungen und hat so nur im Übergang Bestand.

Wie aber entstehen Selbstentwürfe von Personen angesichts multipler Zugehörigkeiten? Wie kann eine Selbstbeschreibung aussehen, die diese Form von Differenz integriert (Bennett, 2010), ohne innere Zerrissenheit oder psychosoziale Störungen zur Folge zu haben? Es stellt sich dabei die Frage nach dem Verhältnis von Kontinuität und Wandel, von Kohärenz und Flexibilität von Identität, wenn sie als prozessoffene Daueraufgabe in modernen Gesellschaften gesehen wird.

Die dialogische und intersubjektive Konstruktion personaler Identitäten in sozialen und kulturellen Gemeinschaften kann aus anderer Perspektive als reflexive, prozesshafte und sich in sozialen Beziehungen entfaltende Eigenschaft gesehen werden (Mead 1973), die als generalisierte Erwartung an das Subjekt herantritt.

Differenz-, Pluralitäts-, Alteritäts- und Fremdheitserfahrungen gehören jedenfalls zum alltäglichen Erleben von Translatoren und bilden damit das praktische Fundament ihres Selbst. Offenheit gegenüber dem Anderen oder dem Differenten ist eine notwendige Voraussetzung für Ihre Tätigkeit, denn „[nur] wer in der Lage ist, kulturelle (und persönliche) Differenzen nicht als Bedrohung der eigenen Identität zu erfahren, die nahezu reflexhaft zur Abwertung des Fremden zwingt, ist dazu fähig, kulturelle Differenzen relativ >wertfrei< zu registrieren und kommunikative Brücken zu bauen.“ (Rosa 2007, 49)
Diese und weitere Aspekte von Identität sollen in diesem Proseminar behandelt werden und können mit verschiedenen Methoden genauer untersucht werden. (z.B. Gesprächsanalyse, Narrative Interviews, Ethnographie der Kommunikation, Ethnomethodologie etc.)


Bitte nutzen Sie die Zeit bis zum Semesterstart und lesen Sie sich ein.

Empfohlene Literatur:
Überblick / Einstieg: Rosa, Hartmut 2007: Identität. In: Jürgen Straub, Arne Weidemann und Doris Weidemann: Handbuch interkulturelle Kommunikation und Kompetenz. Grundbegriffe – Theorien – Anwendungsfelder. Stuttgart / Weimar: Metzler. 47 – 56

Weiterführende Literatur / verschiedene Aspekte:
A conversation on cultural identity and integration: Milton Bennett interviewed by Patrick Boylan. In: Cultus: the Journal of intercultural mediation and communication 3, December 2010, pp.15-41 [ISSN 2035-2948]
Straub, Jürgen 2000: Identitätstheorie, Identitätsforschung und die postmoderne armchair psychology. Zeitschrift für Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung 1, 167-194
Straub, Jürgen / Renn, Joachim (Hg.) 2002: Transitorische Identität. Der Prozeßcharakter des modernen Selbst. Frankfurt a.M./New York: Campus

Einige weitere Texte finden Sie bereits im Ordner „Cnyrim“ unter Utexte: Literatur --> Eingescannte Texte zur IK --> HS IKK. Bitte sehen Sie regelmäßig nach, ob es neue Informationen gibt. Der Semesterplan und die Arbeitsmaterialien werden ständig aktualisiert.

Abgabetermin für die Proseminararbeiten: 29.02.2002

7. Sommersemester 2011

Interkulturelle Öffnung in Institutionen

Donnerstag 8.00-9.30 Uhr, Raum 373

Das Proseminar nähert sich anhand von Methoden wie der Ethnographie der Kommunikation oder der Gesprächsanalyse / Ethnomethodologie interkultureller Kommunikation in Institutionen wie dem Krankenhaus, den öffentlichen Verwaltungen oder ev. auch der Bundeswehr.

Die Studierenden in diesem Proseminar werden in Projektteams zusammenarbeiten und dabei jeweils die folgenden Arbeitsschritte bzw. Aufgaben bewältigen:

1. Vorstellung der Methode, 2. Durchführung (z.B. eines Interviews), 3. Sicherung der Ergebnisse (z.B. Transkription des Interviews), 4. Auswertung der Ergebnisse

Mögliche Themenstellungen / Arbeitsgruppen (Vorschläge):

- Methoden zur Erforschung interkultureller Kommunikation in Institutionen: Gesprächsanalyse
Narrative Interviews
Ethnographie der Kommunikation
Ethnomethodologie
etc.

- Anwendung auf Interkulturelle Kommunikation in Institutionen:

Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus
Interkulturelle Kommunikation in städtischen Verwaltungen
Interkulturelle Kommunikation in der Bundeswehr

- Empirisches Arbeiten + Transkription

Bitte nutzen Sie die Zeit bis zum Semesterstart und lesen Sie sich ein.

Empfohlene Literatur:

Überblick / Einstieg: Liedke, Martina / Redder, Angelika / Scheiter, Susanne (2002): Interkulturelles Handeln lehren – Ein diskursanalytischer Trainingsansatz. In: Brünner, Gisela / Fiehler, Reinhard / Kindt, Walther (Hrsg. ) Angewande Diskursforschung. Band 2: Methoden und Anwendungsbereiche. Radolfzell: Verlag für Gesprächsforschung, 148-179

Meyer, B. (2002): ‘Untersuchungen zu Aufgaben interkulturellen Mittelns’. In: S. Kalina & J. Best (Hg.): Übersetzen und Dolmetschen in Praxis und Lehre. Eine Orientierungshilfe. Tübingen: UTB, 51-59

Einige Texte finden Sie bereits im Ordner „Cnyrim“ unter Utexte:Literatur --> Eingescannte Texte zur IK --> HS IKK.Bitte sehen Sie regelmäßig nach, ob es neue Informationen gibt. Der Semesterplan und die Arbeitsmaterialien werden ständig aktualisiert.

Abgabetermin für die Proseminararbeiten: 02.09.2011 

8. Wintersemester 2010/2011

Kultur(en) und Konflikt

Freitag, 09.40 – 11.10 Uhr, Raum 368

Betrachtet man Kommunikation als den Versuch, Andere davon zu überzeugen, die Welt so zu sehen wie man selbst, dann zeigt sich die Brisanz unterschiedlicher Wahrnehmungen und Bewertungen von Nichtübereinstimmung unmittelbar und akut. Die Art, wie eben diese Nichtübereinstimmung erlebt und gedeutet wird, unterscheidet sich individuell aber auch kulturell.

Dieses Proseminar geht daher kulturbedingten Aspekten bei der Wahrnehmung und Bewertung von Konflikten, ihrer Austragung und den Konfliktlösungen sowie Konfliktstilen ebenso nach wie den verschiedenen präferierten Konfliktausgängen.

Es bietet Raum, den Umgang mit unterschiedlichen Konfliktstilen praktisch und konkret zu erkunden und auch verschiedene Strategien im Umgang damit sowie Variable Konfliktausgänge zu erproben.

Dabei ziehen wir stets die translatorische Praxis zur Anwendung heran.

Als Ergebnis des Seminars soll ein Modell translatorischer Konfliktkompetenz (als Element professioneller translatorischer Kulturkompetenz) entstehen.

Voraussetzung (!) für die Teilnahme an diesem Proseminar ist der erfolgreiche Besuch der Einführung Interkulturelle Kommunikation. Der Erwerb eines Proseminarscheins erfordert eine Präsentation zu einem frei gewählten Thema sowie eine längere Hausarbeit (ca. 12-15 Seiten). Zur Vorbereitung auf jede Sitzung ist von allen Seminarteilnehmern ein Text als Diskussionsgrundlage vorzuschlagen. Die Zahl der Teilnehmer/-innen wird auf 30 begrenzt.


Vorbereitende Literaturhinweise:

Kotthoff, Helga 1990: Oberflächliches Miteinander versus unfreundliches Gegen­einander? Deutsch­amerikanische Stildifferenzen bei Nichtübereinstimmung. In: Bernd Müller-Jacquier (Hrsg.): Wirtschaftskommuni­kation. München: Iudi­cium, 297-325

Kotthoff, Helga 1989: „Stilunterschiede in argumentativen Gesprächen oder zum Gesellig­keitswert von Dissens“. In: Volker Hinnenkamp/Margret Selting (Hrsg.): Stil und Stilisierung. Tübingen: Niemeyer, 187-202

Nadler, Lawrence B. / Nadler, Majorie Keeshan / Broome, Benjamin J. 1985: Culture and the Management of Conflict Situations. In: William B. Gudykunst / Lea P. Stewart / Stella Ting-Toomey (Hg): Communication, Culture, and Organisational Process.

Ting-Toomey, Stella 1985: „Towards a Theory of Conflict and Culture”. In: William B. Gudykunst / Lea P. Stewart / Stella Ting-Toomey (Hg): Communication, Culture, and Organisational Process. 71 – 86

Ting-Toomey, Stella 1988: Intercultural Conflict Styles. A Face-Negotiation Theory. In: International and Intercultural Communication Annual 1988, Volume XII. 213-235

Ting-Toomey, Stella 1999: Communicating across Cultures: Kapitel "Constructive Intercultural Conflict Management. In: Communicating across Cultures. New York: The Guilford Press. 194 - 227

Berger, Wilhelm / Hipfl, Brigitte / Mertlitsch, Kirstin / Ratkovic, Viktorija (Hg.): Kulturelle Dimensionen von Konflikten. Gewaltverhältnisse im Spannungsfeld von Geschlecht, Klasse und Ethnizität. Transkript 2010

Gudykunst, William B.: Bridging differences. Effective intergroup communication. Thousand Oaks, London, New Delhi: Sage. 1994

Kinast, Eva-Ulrike; Schroll-Machl, Sylvia: Interkulturelle Konflikte lösen, in: Organisations-Entwicklung. 3/2003, S. 52-59

Schroll-Machl, Sylvia: Kulturbedingte Unterschiede im Problemlöseprozess, in: Organisati-onsEntwicklung, 1/2000, S. 76-91

(Diese und weitere Texte befinden sich im Semesterapparat in der Bibliothek.)

9. Sommersemester 2010

Kulturkompetenz des Translators


Donnerstag, 8.00-9.30 Uhr, Raum 368

ACHTUNG: Eine Vorbesprechung zu diesem Proseminar findet statt am Do. 04.02.2010 um 14.00 Uhr in Raum 386.

Bitte abonnieren Sie diesen Kurs unter Ilias. Dort finden Sie weitere Hinweise (Kursprogramm, Literatur etc.).

In kaum einem Beruf kommen wir heute noch aus ohne Kontakte zu Menschen aus anderen Ländern. Nicht nur die Zahl interkultureller Kontakte steigt stetig, auch ihre Qualität verändert sich. Gerade vor diesem Hintergrund ist die reflektierte Handlungs- und Mittlerkompetenz von DolmetscherInnen und ÜbersetzerInnen in interkulturellen Situationen unerlässlich. Verschiedene Aspekte dieses Themas sollen im kommenden Semester in diesem Seminar erarbeitet und vertieft werden, zum Beispiel anhand der folgenden Fragen:

- Interkulturelle Kompetenz – ein umstrittenes Konzept. Was genau verstehen wir eigentlich darunter? Wie hat sich die Beschäftigung mit diesem Konzept entwickelt und welche Einwände gibt es gegen die verschiedenen Ansätze?

- (Wie) kann man interkulturelle Kompetenz lernen? a. Welche Modelle zur Entwicklung interkultureller Kompetenz gibt es? b. Welche Methoden zur Entwicklung interkultureller Kompetenz werden eingesetzt?

- Wie können wir interkulturelle Kompetenz fassen bzw. bestimmen? (Wie) kann man interkulturelle Kompetenz messen?

- Wie – genau – unterscheidet sich die interkulturelle Kompetenz von einer allgemeinen Sozialkompetenz?

- Welche besondere Kulturkompetenz benötigen TranslatorInnen? (Wie) unterscheidet sich diese von der interkulturellen Kompetenz anderer Berufsgruppen?

- Inwiefern sind Vorstellungen von interkultureller Kompetenz selbst kulturgebunden.

Voraussetzung (!) für die Teilnahme an diesem Proseminar ist der erfolgreiche Besuch der Einführung Interkulturelle Kommunikation. Der Erwerb eines Proseminarscheins erfordert eine Präsentation zu einem frei gewählten Thema sowie eine längere Hausarbeit (ca. 12-15 Seiten). Zur Vorbereitung auf jede Sitzung ist von allen Seminarteilnehmern ein Text als Diskussionsgrundlage zu erarbeiten. Die Zahl der Teilnehmer/-innen wird auf 30 begrenzt.

Zur Vorbereitung lesen Sie bitte vor Semesterstart:

Erwägen – Wissen – Ethik (vormals Ethik und Sozialwissenschaft. Streitforum für Erwägungskultur), Wernerloh, Jahrgang 14 / 2003 Heft 1 [Interkulturelle Kompetenz] Hg. Von Frank Benseler, Bettina Blanck, Reinhard Keil-Slawik, Werner Loh. Insbesondere: Thomas, A.: Interkulturelle Kompetenz. Grundlagen, Probleme und Konzepte. 1-14

Bennett, Milton J. & Castiglioni, Ida (2004): “Embodied Ethnochentrism and the Feeling of Culture. A key toTraining for Intercultural Competence”. In: Dan Landis, Janet Bennett & Milton Bennett: Handbook of Intercultural Training. Thousand Oaks et. al: Sage. 246-265

Busch, Dominic: Welche interkulturelle Kompetenz macht beschäftigungsfähig? In: Interculture Journal 2007/3. S. 5-32 Hatzer, Barbara & Layes, Gabriel (2003): Interkulturelle Handlungskompetenz. In: Thomas, Alexander et. al. (Hg): Handbuch Interkulturelle Kommunikation und Kooperation. Band I: Grundlagen und Praxisfelder. Vandhoeck & Ruprecht. 138-148

Do Mar Castro Varela, Maria: Interkulturelle Kompetenz, Integration und Ausgrenzung. In: Otten, Matthias & Alexander Scheitza & Andrea Cnyrim (eds.) 2007: Band 1: Grundlegungen, Konzepte und Diskurse. 155-170

Otten, Matthias (2007): Profession und Kontext: Rahmenbedingungen der interkulturellen Kompetenzentwicklung. In: Otten, Matthias & Alexander Scheitza & Andrea Cnyrim (eds.) 2007: Band 1: Grundlegungen, Konzepte und Diskurse. 57- 89

Rathje, Stefanie (2006): Interkulturelle Kompetenz - Zustand und Zukunft eines umstrittenen Konzepts". Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht [Online] 11: 3, 15 S.

Scheitza, Alexander (2007): Interkulturelle Kompetenz: Forschungsansätze, Trends und Implikationen für interkulturelle Trainings. In: Otten, Matthias & Alexander Scheitza & Andrea Cnyrim (eds.) 2007: Band 1: Grundlegungen, Konzepte und Diskurse. 91-119

Witte, Heidrun: Die Rolle der Kulturkompetenz. In: Snell-Hornby, M., Hönig, H.G., Kußmaul, P. und Schmitt, P.A. (Hrsg.): Handbuch Translation. Tübingen 2003. 345-348

(Einige Texte zum Thema befinden sich – neben weiterer Literatur - bereits im Semesterapparat in der Bibliothek.)

10. Wintersemester 2009/2010

Gastlichkeit als grundlegende Kategorie interkultureller Kommunikation


Freitag, 9.40 –11.10, Raum 369

ACHTUNG: Eine Vorbesprechung zu diesem Proseminar findet statt am Do. 23.7.2009 um 14.00 Uhr in Raum 236.

Dieses Proseminar hat zum Ziel, einerseits Verständnis für kulturspezifische Inszenierungen gastlicher Begegnungen und deren Verankerung in rituellen, sprachlichen, kommunikativen, emotionalen und gustatorischen Erwartungen zu schaffen und andererseits Prozesse im Handlungsfeld interkultureller Gastlichkeit in den Blick zu nehmen.

Es soll damit auch Einblicke liefern, welche Problematiken sich im weiteren Feld der Gastlichkeit stellen können – sei sie privater oder gewerblicher Natur. Die Beschäftigung mit Gastlichkeit umfasst insofern ebenso die gesellschaftlichen Normen zur Beziehung zwischen Gastgeber und Gast wie eine breite Palette von Dienstleistungen nicht nur in Hotel- und Gastgewerbe etc. Dabei soll ein weites Verständnis dieser Beziehung zugrundegelegt werden, das verschiedenste Formen der Überbrückung des Fremdseins und des Einlassens auf ein neues zwischenmenschliches Verhältnis umfassen kann (weiter Begriff von Gastlichkeit).

Gastfreundschaft als elementares soziales Prinzip mit seinen Normen und ungeschriebenen Gesetzen gehört ebenso zum Gegenstand, wie das komplizierte Geflecht von Geben und Nehmen unter der Bedingung kommunikativer Handlungen, die Kulturgrenzen überschreiten. Dabei sollen Muster beschrieben und die Begründung ihrer kulturellen Differenz reflektiert werden.

Zur Vorbereitung lesen Sie bitte vor Semesterstart:
Bendix, Regina 2008: „Kulinaristik und Gastlichkeit aus der Sicht der Kulturanthropologie“. In: Alois Wierlacher & Regina Bendix (Hg.): Kulinaristik. Forschung – Lehre – Praxis. Berlin: LIT. 45-55
[Der Text wurde in der Informationsveranstaltung verteilt.]

(Einige Texte zum Thema befinden sich – neben weiterer Literatur - bereits im Semesterapparat in der Bibliothek.)

Mögliche Themenstellungen / Arbeitsgruppen (Vorschläge):

- Gastlichkeit als Handlung
- Gastlichkeit als Institution
- Gastlichkeit in Institutionen
- Gastlichkeit und Höflichkeit
- Gastlichkeit als Ritual - Rituale der Gastlichkeit
- Gastlichkeit unserer Hochschule beim Empfang neuer Studierender (Praxisprojekt)
- Gastlichkeit in einer studentischen Wohngemeinschaft (Lehrforschungsprojekt)
- Elemente kultureller Gastlichkeit in der Werbung
- Die Behandlung von Gastlichkeit im Film: u.a. am Beispiel von „Babettes Fest“

11. Sommersemester 2009

Konzeption eines Interkulturellen Trainings zur Integrationsförderung - Proseminar mit Projektcharakter

Wie steht es eigentlich um die interkulturelle Kommunikation auf unserem Campus und die Integration der zahlreichen internationalen StudentInnen am FASK?

Dieses Proseminar mit Projektcharakter verfolgt gleichzeitig das Ziel, die theoretischen Grundlagen interkultureller Trainings systematisch zu erarbeiten und sie immer wieder im Bezug auf die konkrete Situation am FASK auch anzuwenden bzw. umzusetzen. Auf diese Weise kann überprüft werden, wie sich Ergebnisse und Optionen aus der Theorie auf die Umsetzung auswirken und wie interkulturelle Trainings zur Verbesserung der Integration ausländischer Studierender am FASK sinnvollerweise aussehen könnten.

In diesem Proseminar soll es deshalb auch um vorbereitende Fragen gehen, wie zum Beispiel:

- Wie können wir interkulturelle Kompetenz fassen bzw. bestimmen? (Wie) kann man interkulturelle Kompetenz messen? - (Wie) können Trainings Stereotype vermeiden und relativieren, anstatt selbst zu ihrer Ausbildung beizutragen? - Welche Trainingstypen gibt es? Für welche Ziele eignen sich welche Trainingstypen? Welche Trainingstypen und -methoden sind für Trainings besonders geeignet, die die Integration fördern sollen? - Was ist bei zielgruppenspezifischen Trainings für Studierende besonders zu berücksichtigen? (und wie unterscheiden sie sich beispielsweise von Trainings für die Polizei / Angestellte in Behörden / Geschäftsleute / medizinisches Personal ... ) - Wie kann man den Erfolg eines Trainings evaluieren? - Inwieweit ist die Akzeptanz von Trainings als Format kulturbedingt?

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Proseminar ist der erfolgreiche Besuch der Einführung Interkulturelle Kommunikation. Der Erwerb eines Proseminarscheins erfordert eine Präsentation zu einem frei gewählten Thema sowie eine längere Hausarbeit (ca. 12-15 Seiten). Zur Vorbereitung auf jede Sitzung ist von allen Seminarteilnehmern ein Text als Diskussionsgrundlage zu erarbeiten.

12. Wintersemester 2008/2009

Kulturerfassungsansätze in der Interkulturellen Kommunikation

In Zeiten fortschreitender Globalisierung und zunehmender Migration wird kulturellen Differenzen und der Fähigkeit, mit Fremdem umzugehen, eine zentrale Rolle in Gesellschaft und Arbeitswelt zugeschrieben. Die Erklärung fremden Verhaltens auf der Grundlage der „Herkunfts“kultur des anderen mag dabei den einen oder anderen hilfreichen Hinweis geben. Genauso gut ist es aber auch möglich, dass sie als Determinante überschätzt wird und dies die Verständigung behindert.
Ethnologie bzw. Kulturanthropologie, aber auch andere Fächer wie die Psychologie oder die Pädagogik, bieten zur Frage, wie Kultur das Verhalten von Menschen beeinflusst, intensive Lokalstudien einerseits und systematische Vergleiche mehrerer bis sehr vieler Kulturen andererseits. Aber selbst Einzelfallstudien kommen nicht ganz ohne eine komparative Sicht aus – und sei es nur in Form des implizit vorhandenen Vergleichs mit der eigenen Kultur. Kulturvergleich wirft jedoch Probleme und Fragen auf, zum Beispiel, wenn es darum geht, Maßstäbe zu finden und „harte Daten“ zu ermitteln.
Verschiedene berühmte und weniger berühmte Versuche, die Welt mit einer Matrix für kulturelle Unterschiede zu erfassen, sollen in diesem Proseminar vorgestellt und kritisch unter die Lupe genommen werden. Insbesondere Ideen von Talcott Parsons / Edward Shills, Edward T. Hall, Geert Hofstede, Fons Trompenaars, Richard Lewis, Alexander Thomas, Karl-Heinz Flechsig – und eventuell weitere, die Sie selbst vorschlagen können – werden von den SeminarteilnehmerInnen gründlich erarbeitet und kritisch gewürdigt. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie tauglich die Ansätze wirklich sind, das Verhalten eines interkulturellen Kommunikationspartners tatsächlich zu erklären oder gar vorherzusagen. Viele der stereotypen Vorstellungen, die kulturelle Unterschiede allzu sehr betonen, stellen nämlich das Individuum als von seiner Kultur determiniert dar. Tatsächlich gibt es jedoch in jeder Kultur verschiedene Handlungsmöglichkeiten. So wird das konkrete Verhalten von einzelnen immer von den verschiedensten Faktoren bestimmt, die es für jede Situation unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedingungen und Einflüsse sowie des Kontexts zu erfassen gilt. Außerdem klärt das Proseminar die Frage nach der tatsächlichen Nutzung dieser Ansätze zum Beispiel für Translationsprozesse oder im Interkulturellen Training.

Empfohlene Literatur:
Bitte abonnieren Sie diesen Kurs unter ILIAS:
https://www.e-learning.uni-mainz.de/ilias3/login.php?*
Dort finden Sie weitere Hinweise (Kursprogramm, Literatur etc.).

13. Sommersemester 2008

Interkulturelles Training

Dieses Proseminar erarbeitet systematisch die theoretischen Grundlagen interkultureller Trainings und nimmt dabei gleichzeitig immer wieder Bezug auf konkrete am FASK im Oktober 2008 geplante Trainings der NIKADU-Projektgruppe. Auf diese Weise soll überprüft werden, wie sich Ergebnisse und Optionen aus der Theorie auf die Umsetzung auswirken und wie Interkulturelle Trainings zur Verbesserung der Kulturkompetenz von Austauschstudierenden am FASK sinnvollerweise aussehen könnten.
Solche interkulturellen Trainings verfolgen das Ziel, die interkulturelle Kompetenz ihrer Teilnehmer zu verbessern. Gleichzeitig stehen sie teilweise auch im Verdacht, gerade das Gegenteil zu bewirken, nämlich Stereotype und Vorurteile zu festigen, zu verbreiten oder gar zu erzeugen.
In diesem Proseminar soll es deshalb auch um vorbereitende Fragen gehen, wie zum Beispiel:
Wie können wir Interkulturelle Kompetenz fassen bzw. bestimmen? (Wie) kann man interkulturelle Kompetenz messen? (Wie) können Trainings Stereotype vermeiden und relativieren, anstatt selbst zu ihrer Ausbildung beizutragen? Welche Trainingstypen gibt es? Für welche Lernziele eignen sich welche Trainingstypen? Was ist bei zielgruppenspezifischen Trainings zu berücksichtigen? (Trainings für Austauschstudierende / die Polizei / Angestellte in Behörden / Geschäftsleute / medizinisches Personal / Dolmetscher und Übersetzer ... ) Wie kann man den Erfolg eines Trainings evaluieren? Inwieweit ist die Akzeptanz von Trainings als Format für Weiterbildungsmaßnahmen kulturbedingt?

Mögliche Arbeitsgruppen (Vorschlag):
Interkulturelle Kompetenz Methoden interkultureller Trainings Konzeption / Trainingsdesign Die Kompetenz des Trainers Stereotype im interkulturellen Training Kulturschock Evaluation

Vorbereitende Literaturhinweise:
Scheitza, Alexander 2007: „Interkulturelle Kompetenz: Forschungsansätze, Trends und Implikationen für interkulturelle Trainings“, in: Otten, Matthias & Alexander Scheitza & Andrea Cnyrim (eds.) 2007: Band 1: Grundlegungen, Konzepte und Diskurse: 91-119
Thomas, Alexander; Hagemann, Katja 1996: „Training interkultureller Kompetenz“. In: Bergemann, Niels; Sourisseaux, Andreas (Hg.): Interkulturelles Management. Heidelberg: Physika. 173-199 (Dieser Text befindet sich bereits im Semesterapparat in der Bibliothek.)

14. Wintersemester 2007/2008

Interkulturelles Lernen

Täglich begegnen wir in den verschiedensten Kontexten immer mehr Menschen aus verschiedenen Kulturen. Hieraus entstehen neue Anforderungen für uns, die durch interkulturelles Lernen besser bewältigt werden können. Lernen soll dabei nicht nur als das betrachtet werden, was in Schule und Hochschule stattfindet, sondern verschiedene Formen der Veränderung gegenüber früheren Zuständen einschließen, die auf Erfahrung und / oder Übung zurückgehen und überdauernd verfügbar sind. Somit soll in diesem Proseminar der Erwerb von Kenntnissen über andere Kulturen und von Fähigkeiten im Umgang mit ihren Angehörigen sowie die Entstehung und Änderung von Gefühlen, Motiven, sozialen Normen oder Wahrnehmungskategorien unter ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden.

Mögliche Fragen, die wir gemeinsam in diesem Proseminar vertiefen könnten sein: Wie entwickelt sich interkulturelle Sensibilität und interkulturelle Kompetenz? (Entwicklungsmodelle Interkultureller Kompetenz), Wie kann man interkulturelle Kompetenz fördern und entwickeln? (Interkulturelles Training), Wie wächst ein Individuum in seine bzw. eine neue Kultur hinein? (Enkulturation und Akkulturation), Welche kulturbedingten Unterschiede führen besonders häufig zu kritisch verlaufenden Interaktionssituationen zwischen Angehörigen spezifischer Kulturen? (kulutrkontrastive Betrachtung von Critical Incidents), Wie verlaufen Anpassungsprozesse bei Auslandsaufenthalten? (Kulturschockmodell), Welche alltäglichen, nicht-überprüften Annnahmen haben Menschen aus verschiedenen Kulturen über das Lernen? (Alltagstheorien vom Lernen in verschiedenen Kulturen), Wie unterscheidet sich der Prozess von Lehren und Lernen in verschiedenen Kulturen? (Lehr- und Lernstile), Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht,Interkulturelle Didaktik.Dazu werden einige Basistexte von den Seminarteilnehmer/-innen ausgesucht und vorgestellt. Darauf aufbauend werden auch einzelne Projekte, die zu den wissenschaftlichen Arbeiten (Proseminarprojekten) hinführen, präsentiert.

Empfohlene Literatur: Einen guten Einstieg bieten
Layes, Gabriel: "Interkulturelles Lernen und Akkulturation", in: Alexander Thomas, Eva-Ulrike Kinast, Sylvia Schroll-Machl (Hg.): Handbuch Interkulturelle Kommunikation und Kooperation. Band I. Grundlagen und Praxisfelder. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 2003. 126 - 138 sowie
Thomas, Alexander: "Lernen und interkulturelles Lernen". In: Alois Wierlacher / Andrea Bogner (Hg.): Handbuch interkulturelle Germanistik. Stuttgart: J. B. Metzler 2003

15. Sommersemester 2007

Verkehrssprachen im Kontext interkultureller Kommunikation

Die Selbstverständlichkeit, mit der wir mit Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen (einigermaßen) erfolgreich kommunizieren nimmt zu. Dies erfolgt oft in Fremd-, Zweit- oder auch Verkehrssprachen. Dabei legen wir uns viel zu wenig Rechenschaft darüber ab, wie ein Sprachenwechsel die Bedingungen für die interpersonale Kommunikation verändert. So unterstellen wir allzu oft, wir wären mühe- und folgenlos in der Lage, Sprachen und Kulturen zu wechseln und dabei den vollen Inhalt des „Gemeinten“ zu „erhalten“. Tatsächlich ist aber die Sprache nicht nur Mittel zur Verständigung, sondern auch wirkmächtiger Bestandteil der Interaktion, der selbst zum Beispiel Machtasymmetrien erzeugen kann. Diesen Auswirkungen am Beispiel von Verkehrssprachen nachzugehen, ist das Ziel dieses Proseminars. Sprache soll in diesem Rahmen daher in konkreten Interaktionssituationen interkultureller Kommunikation betrachtet werden und als das gewürdigt werden, was sie ist: das zentrale Instrument zur Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg und damit zur Kulturvermittlung. Nachzuvollziehen, wie Prozesse zum Aushandeln von Bedeutung und Sinn sowie gegebenenfalls zur Herstellung von Verständigung und Verständnis verlaufen können, wird Gegenstand der studentischen Projekte sein. Dazu werden einige Basistexte vorgestellt, die Möglichkeiten zur Beschreibung und Unterscheidung vorstellen. Darauf aufbauend werden einzelne Projekte, die zu den wissenschaftlichen Arbeiten (Proseminarprojekten) hinführen, von der Gruppe präsentiert.

Vorbereitende Lektüre (ein Exemplar zum Kopieren finden Sie im Semesterapparat in der Bibliothek!):
Einen guten Einstieg bietet:
Evelyne Glaser: „Fremdsprachenkompetenz in der interkulturellen Zusammenarbeit“, in: Alexander Thomas, Eva-Ulrike Kinast, Sylvia Schroll-Machl (Hg.): Handbuch Interkulturelle Kommunikation und Kooperation. Band I. Grundlagen und Praxisfelder. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 2003. 74 - 93
Einen umfassenden Überblick bzw. Einblick geben:
Nickerson, Catherine: »English as a lingua franca in international business contexts«. In: English for Specific Purposes 24, 2005, S. 367-380
Knapp, Karlfried / Meierkord, Christiane (Hg): Linuga Franca Communication. Frankfurt a. M. et al.: Peter Lang. 2002

16. Wintersemester 2006/2007

Lehren, Lernen und Kultur

Kultur prägt viele unserer Verhaltensweisen. So werden unsere Einstellungen, Gewohnheiten und Vorlieben beim Lehren und Lernen - auch - durch die Kultur/en beeinflusst, in der/denen wir aufwachsen und leben. Nur selten sind wir uns aber bewusst, welche Merkmale den/die eigenen und fremden Lehr- und Lernstile ausmachen. Dieses Proseminar nutzt den Germersheimer "Mikrokosmos der Kulturen" zu Projekten, in deren Mittelpunkt die Beschreibung und Reflexion solcher kulturbedingter Einflüsse auf Lehren und Lernen ist. Dazu werden einige Basistexte vorgestellt, die Möglichkeiten zu ihrer Beschreibung und Unterscheidung vorstellen. Darauf aufbauend werden einzelne Projekte, die zu den wissenschaftlichen Arbeiten (Proseminarprojekten) hinführen, von der Gruppe präsentiert. Vorbereitende Lektüre (1 Exemplar zum Kopieren finden Sie im Semesterapparat in der Bibliothek!)

Einen guten Einstieg bietet:
Flechsig, Karl-Heinz: Die Sicherung didaktischer Vielfalt als Aufgabe einer interkulturellen Didaktik. In: Wulf, Christopf / Schöfthaler, Traugott: Im Schatten des Fortschritts. Gemeinsame Probleme im Bildungsbereich der Industrienationen und Ländern der Dritten Welt. (ssip bulletin No. 55). Saarbrücken – Fort Lauderdale. 1985. 115-126
Einen umfassenden Überblick gibt:
Kainzbauer, Astrid: Kultur im interkulturellen Training. Der Einfluss von kulturellen Unterschieden in Lehr- und Lernprozessen an den Beispielen Deutschland und Großbritannien. FFM / London: IKO. 2002 auf den Seiten 44-88.
Galtung, Johan: „Struktur, Kultur und intellektueller Stil. Ein vergleichender Essay über sachsonische, teutonische, gallische und nipponische Wissenschaft.“ In: Wierlacher, Alois (Hg): Das Fremde und das Eigene. Prolegomena zu einer interkulturellen Germanistik. München: Iudicium. 151-193. 1985

17. Sommersemester 2006

Der Einfluss von Kultur auf Lehr- und Lernstile

Viele unserer Verhaltensweisen und so auch unsere Einstellungen, Gewohnheiten und Vorlieben beim Lernen werden - auch - durch die Kultur/-en geprägt, in der/denen wir aufwachsen und leben. Nur selten sind wir uns aber bewusst, welche Merkmale den/die eigenen und fremden Lehr- und Lernstile ausmachen. Dieses Proseminar nutzt den Germersheimer "Mikrokosmos der Kulturen" zu einer Feldstudie, deren Ziel die Beschreibung und Reflexion solcher Lehr- und Lernstile ist. Dazu werden einige Basistexte vorgestellt, die Möglichkeiten zu ihrer Unterscheidung und Beschreibung vorstellen. Darauf aufbauend werden Anleitungen zum wissenschaftlichen Arbeiten aus der "Ratgeberliteratur" auf die zugrundeliegenden Werte und Vorstellungen hierzu untersucht und ausgewertet.

Vorbereitende Lektüre:
Galtung, Johan 1985: „Struktur, Kultur und intellektueller Stil. Ein vergleichender Essay über sachsonische, teutonische, gallische und nipponische Wissenschaft.“ In: Wierlacher, Alois (Hg): Das Fremde und das Eigene. Prolegomena zu einer interkulturellen Germanistik. München: Iudicium. 151-193

Vorbereitung des „persönlichen Projekts“: Bitte besorgen Sie sich schon vor Start des Semesters einen Standardratgeber zum wissenschaftlichen Arbeiten in Ihrer Muttersprache bzw., falls diese Deutsch ist, einer Ihrer Zielsprachen.

18. Wintersemester 2005/2006

Verständlichkeit

Übersetzer und Dolmetscher stehen vor der Aufgabe, Kommunikation, also auch Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen herzustellen. Hierzu produzieren sie Texte, und im Idealfall sind diese Texte möglichst verständlich für ihre Rezipienten.
Nicht immer sind sie jedoch in diesem Bemühen so erfolgreich, wie sie es gern wären. Dieses Proseminar stellt die Frage, inwiefern hieran auch kulturbedingte Vorstellungen davon beteiligt sind, wie – konkret – in verschiedenen Sprach- und Kulturgemeinschaften ein verständlicher Text eigentlich auszusehen habe. Es geht also unter anderem auch darum, zu ergründen, welche Vorannahmen die Kommunikationsteilnehmer darüber mitbringen, was – genau – einen Text verständlich macht. Dabei sollen gleichermaßen mündliche wie schriftliche Texte verschiedener Textsorten betrachtet werden.

Welche Folgen sich daraus für Translate ergeben wird ebenso in die Überlegungen einbezogen wie die Frage nach den Auswirkungen auf die Übersetzungs- bzw. Dolmetschsituation.

19. Sommersemester 2005

Interkulturelles Training

Interkulturelle Trainings verfolgen das Ziel, die interkulturelle Kompetenz ihrer Teilnehmer zu verbessern. Gleichzeitig stehen sie auch oft in dem Verdacht, gerade das Gegenteil zu bewirken, nämlich Stereotype und Vorurteile zu festigen, zu verbreiten oder gar zu erzeugen. In diesem Proseminar beschäftigen wir uns mit Fragen rund um Interkulturelle Trainings. Dabei soll es auch um vorbereitende Fragen gehen, wie zum Beispiel: Wie können wir Interkulturelle Kompetenz fassen bzw. bestimmen? (Wie) kann man interkulturelle Kompetenz messen? (Wie) können Trainings Stereotype vermeiden und relativieren, anstatt selbst zu ihrer Ausbildung beizutragen? Welche Trainingstypen gibt es? Für welche Lernziele eignen sich welche Trainingstypen? Was ist bei zielgruppenspezifischen Trainings zu berücksichtigen? (Trainings für Austauschstudierende / die Polizei / Angestellte in Behörden / Geschäftsleute / medizinisches Personal / Dolmetscher und Übersetzer ... ) Wie kann man den Erfolg eines Trainings evaluieren? Inwieweit ist die Akzeptanz von Trainings als Format für Weiterbildungsmaßnahmen kulturbedingt? Letztlich stellt das Proseminar auch die Frage, wie Interkulturelle Trainings zur Verbesserung der Kulturkompetenz von Translatoren sinnvollerweise aussehen sollten.

20. Wintersemester 2004/2005

Sprache, Kultur und Höflichkeit


In der zwischenmenschlichen Kommunikation geht es meist nicht allein um effektiven Informationsaustausch, um Sachverhalts-Mitteilungen im engeren Sinne. Ein wichtiger Bestandteil ist auch das Bemühen der Kommunikationspartner, Ihre Identitäten zu bilden, zu stärken und zu wahren sowie eine Beziehung zum Gegenüber aufzubauen, zu sichern oder zu definieren. Diese beiden Größen werden im Gespräch interaktiv vor allem mit Mitteln der Höflichkeit aufgebaut. Höflichkeit ist in diesem Sinne ein allgegenwärtiges Phänomen. Gleichzeitig bestehen in verschiedenen Kulturen unterschiedliche, teils sogar gegensätzliche Konventionen darüber, wie - konkret - höfliches Verhalten aussehen sollte. Auf der These beruhend, dass es keinen höflichkeitsfreien Gesprächsraum gibt, stellt das Proseminar die Frage, – welche Höflichkeitsuniversalien einerseits zur Natur des Menschen als einem geselligen Lebewesen gehören und – mit welchen unterschiedlichen Mitteln und Verhaltensweisen andererseits Höflichkeit in verschiedenen Kulturen ausgedrückt wird bzw. welche kulturbedingten Vorstellungen Höflichkeit prägen und beeinflussen.
Sprachliche und nichtsprachliche Höflichkeit wird in die Überlegungen einbezogen und immer wieder die Frage nach der Problematik und der Funktion von Höflichkeit sowie sprachlichen und nichtsprachlichen Konventionen in der Übersetzungs- bzw. Dolmetschsituation reflektiert.

21. Sommersemester 2004

Typisch deutsch?

Zur Kulturkompetenz des Translators gehört die Fähigkeit, "Wissen" über Eigen- und Fremdkultur bewusst zu erwerben. Am Beispiel einer Kultur, der "deutschen", soll dies exemplarisch und unter verschiedenen Aspekten erfolgen. Die in der "Einführung Interkulturelle Kommunikation" erarbeiteten möglichen Herangehensweisen an die Beschreibung von Kulturen und die gängigen Kategorien dafür werden als Hintergrundwissen vorausgesetzt und auf die "deutsche" Kultur bezogen bzw. vertieft. Ebenfalls werden Fragen wie die der Stereotypisierung, der Selbst- und Fremdwarhnehmung und des Deutschlandbildes bei Angehörigen anderer Kulturen erörtert. Immer wieder soll gezeigt werden, wie diese Phänomene sich auf Translationssituationen auswirken können und wie der Translator sein Verhalten ziel- und situationsadäquat dem (Kommunikations)Bedarf von Kommunikationsteilnehmern aus verschiedenen Kulturen anpassen kann, aber auch, wie das Verhalten in eigener Rolle anhand dieser Beobachtungen einzuschätzen ist.

22. Wintersemester 2003/2004

Wissenschaftskulturen

„Das ist doch logisch!“, wer hat das nicht schon gedacht und dann gemerkt, dass unser Gegenüber ganz andere Vorstellungen davon hat, was „logisch“ ist. Die Wissenschaft, mit der wir am FASK und Übersetzer/-innen wie auch Dolmetscher/-innen sich zumindest teilweise auch in der Berufspraxis tagtäglich beschäftigen, sei neutral, objektiv, wertfrei – das nehmen wir zumindest oft an. Sie sucht nach Wahrheit – was häufig mehr oder weniger gleichgesetzt wird mit dem, was in den Kreisen der Wissenschaftler intersubjektiv als akzeptabel gilt. Dieses Proseminar beschäftigt sich damit, wie stark Wissenschaft von Kultur beeinflusst oder geprägt ist, welche intellektuellen Stile beschrieben werden können und welche Regionen sie prägen, fragt aber auch danach, inwiefern möglicherweise die Unterschiede immer mehr verschwimmen in einem „allgemeinen intellektuellen Weltstil“. Dabei steht immer wieder auch die Frage nach der Rolle des Dolmetschers / Übersetzers und die Frage nach der Übersetzbarkeit von Denkstilen im Vordergrund.

23. Sommersemester 2003

Interkulturelle Kommunikation in Institutionen

Das berufliche Handeln von Übersetzer/-innen und Dolmetscher/-innen als Experten zur Ermöglichung interkultureller Kommunikation findet größtenteils in Institutionen statt, sei es in der Wirtschaft, in einer Verwaltung, bei Gericht usw. Der institutionellen Einbindung von interkulturellem Kontakt möchte das Proseminar nachgehen: es macht die institutionelle Situiertheit der Kommunikation zum Thema und diskutiert, inwiefern und wie diese die Interaktion der Beteiligten bestimmt. Dabei sollen institutionell und interkulturell bedingte Verständigungsprobleme differenziert werden. Die Erfahrung und Bearbeitung von Fremdheit in ihren rechtlichen, sozialen und individuellen Aspekten wird am Beispiel unterschiedlicher Institutionen betrachtet. Dabei steht immer wieder auch die Frage nach der Rolle des Dolmetschers / Übersetzers in der Interaktion im institutionellen Kontext im Vordergrund.

24. Wintersemester 2002/2003

Verhandeln in interkulturellen Situationen

Ob es um das Aushandeln eines Vertrages, einer Meinung oder einer Beziehung geht, wir alle; und in besonderer Weise Übersetzer/-innen und Dolmetscher/-innen - kommen immer wieder in Situationen, in denen wir verhandeln. Dieses Proseminar stellt die Frage, welche kulturbedingten Faktoren Verhandlungssituationen unterschiedlichster Art beeinflussen. Dabei wird das Anliegen verfolgt, das Bewusstsein für grundlegende Strukturen und Funktionsmuster von Verhandlungssituationen zu schärfen, typische Verhandlungskonstellationen zu erkennen und Strategien zu entwickeln, um erfolgreich mit diesen Faktoren umzugehen.

25. Sommersemester 2002

Interkulturelle Kommunikation im Internet

Während ursprünglich im Internet ausschließlich in Englisch kommuniziert wurde, soll es derzeit schon 1500 Sprachen "im Netz" geben. Die Übersetzung von Websites ist zu einer wichtigen Aufgabe für Übersetzer/-innen geworden. Internet, Intranet und verschiedene Softwaretechnologien bilden die Basis für virtuelle Zusammenarbeit. Dieses Proseminar beschäftigt sich mit vielschichtigen kulturgebundenen Faktoren beim Einsatz der neuen Kommunikationstechnologien und betrachtet ihre Auswirkungen. Dabei werden ganz unterschiedliche Aspekte der Kommunikationsstrukturen beleuchtet, darunter zum Beispiel die Frage, in welcher Kultur welche Kommunikationsformen, - wege und -technologien bevorzugt werden und welche kulturgebundenen Unterschiede für die Zusammenarbeit in virtuellen Teams zu beachten sind oder welche Bedeutung bestimmte graphische Symbole in spezifischen Kulturkreisen haben, welche Missverständnisse daraus erwachsen können und wie mit graphischen Symbolen und Farben vor diesem Hintergrund umgegangen werden kann.