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Informationen aus dem Fachbereich 23
Ausgabe 8 - Januar 1999

Verschiedenes

 

Centro de Estudios Latinoamericanos (CELA)
Jahresbericht 1998

 

Matthias Perl

 

1. Forschungsaktivitäten

Im Jahre 1998 konnten wichtige Forschungsprojekte abgeschlossen werden. Mit der Publikation des umfangreichen Bandes América negra: panorámica actual de los estudios lingüísticos sobre variedades hispanas, portuguesas y criollas (koordiniert von Matthias Perl, Universität Mainz, und Armin Schwegler, University of California, Irvine) durch die Verlage Vervuert (Frankfurt) und Iberoamericana (Madrid) liegt nunmehr eine vollständige Darstellung der Herausbildung und der gegenwärtigen Situation von afrospanischen und afroportugiesischen Sprachvarietäten (mit über 100 Millionen Sprechern) in Amerika vor. Das Buch (ein von der Asociación de Lingüística y Filología de América Latina (ALFAL) angeregtes Forschungsprojekt) wird besonders in der universitären Hispanistik und Brasilianistik in den spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern benutzt und ist Ergebnis einer mehrjährigen Forschungskooperation von Fachkollegen aus Deutschland, den USA, der Schweiz, aus Venezuela, Spanien und Australien.

Als weitere wichtige Buchpublikation kann das von Manfred Betz und Manuel Moral veröffentlichte Diccionario idiomático del español coloquial actual. Wörterbuch der spanischen Umgangssprache - Idiomatismen der Gegenwartssprache (Bonn: Romanistischer Verlag Hillen 1998) angesehen werden.

Ende 1997/Anfang 1998 erschienen noch folgende Buchpublikationen von Mitarbeitern des ISPSK bzw. des CELA: Heribert Härtinger, Antonio Buero Vallejo und die spanische Zensur, Wilhelmsfeld: Egert Verlag 1997 (ausgezeichnet mit dem Preis der Universität Mainz für eine herausragende Dissertation) und Melanie Pollmanns, Kommentierte Übersetzung Spanisch-Deutsch - Literatur - am Beispiel der Kurzgeschichte Lo que queda enterrado von Carmen Martín Gaite, Bonn: Romanistischer Verlag Hillen 1997 (ausgezeichnet mit dem Übersetzerpreis der Spanischen Botschaft für 1996).

Noch vor Jahresende wurde die Buchfassung der Dissertation von Frau Cornelia Weege ausgeliefert: Cornelia Weege, Bild und Rolle der Frau im dramatischen Werk von José Martín Recuerda, Frankfurt/Main: Peter Lang Verlag 1998.

Im November konnte das umfangreiche Manuskript "Identidad cultural y lingüística en Colombia, Venezuela y en el Caribe hispánico" (koordiniert von Matthias Perl und Klaus Pörtl) beim Niemeyer-Verlag in Tübingen eingereicht werden. Der Band enthält die wichtigsten Vorträge, die auf dem 1997 in Germersheim durchgeführten CELA-Kongreß gehalten worden sind.

2. Bibliothek

Auch im Jahre 1998 konnte der Buchbestand des CELA für die Sammelgebiete Kolumbien und Brasilien weiter erhöht werden. Die Datenbankrecherche konnte auf CD - Nutzung umgestellt werden.

3. Studien- und Vortragsaufenthalte

Im Jahre 1998 weilte Herr Prof. Pörtl zu Vortragsaufenthalten in Pamplona und nahm mit einem Referat am Internationalen Hispanistenkongreß in Madrid teil.

Prof. Perl war im März Gast der Universität Salzburg und hielt einen Vortrag zur Sprachvariation. Im Juni nahm er am International Creole Symposium der Universität Regensburg teil und hielt dort einen Vortrag zum Kolonialdeutsch. Am Symposium in Regensburg nahm auch Herr Dr. Manfred Betz teil.

Der Germersheimer Promovend Stefan Barme beendete im Februar seinen mehrmonatigen Studienaufenthalt in Brasilien. Der Aufenthalt war durch eine Gewährung eines DAAD-Stipendiums möglich geworden. Im Frühjahr weilte er nochmals zu einem Studienaufenthalt in Lissabon.

Am Internationalen Kongreß "Projetos de investigação lingüística sobre o português do Brasil" in Berlin beteiligte sich Herr Barme mit einem Vortrag zu "Português brasileiro e português europeu sob a perspectiva da ‘tipologia integral’ humboldtiana-coseriuana."

Herr Prof. Pörtl und Herr Prof. Perl nahmen am Treffen der deutschen Hispanisten in Bonn teil. Hierzu hatte der Botschafter des Königreiches Spanien die wichtigsten Fachvertreter eingeladen. Herr Perl und Herr Pörtl konnten über die Aktivitäten des Instituts und des CELA berichten. Bereits im Februar gehörte Herr Prof. Pörtl zu denjenigen Hispanisten, die ihre Institute bei einem Empfang des spanischen Ministerpräsidenten Aznar in München vorstellen konnten.

4. Gastaufenthalte und Gastvorträge

Am Institut für Spanische und Portugiesische Sprache und Kultur und dem CELA konnten auch 1998 wieder zahlreiche Gastreferenten begrüßt werden, die das Lehrangebot durch spezielle Vorträge ergänzten. Herr Prof. Dr. Kurt Spang (Pamplona) und Herr Prof. Dr. Walther Bernecker (Erlangen-Nürnberg) hielten Vorträge zur spanischen Literaturwissenschaft bzw. zur spanischen Geschichte. Herr Prof. Dr. João Barrento (Lissabon) hielt zwei Vorträge zur portugiesischen Literatur, davon einen im Rathaus der Stadt Germersheim. Frau Dr. Sybille Große (Potsdam) hielt einen interessanten Vortrag über die Anfänge der deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen.

Prof. Dr. Armin Schwegler (Irvine, USA) berichtete über seine Feldforschungen an der kolumbianischen Pazifikküste. Prof. Dr. Harald Wentzlaff-Eggebert (Jena) sprach über Garcilaso de la Vega. Zum Jahresende wird Herr Daniel Polski, Generalkonsul der Republik Argentinien in Frankfurt/Main, über die Wirtschaftsentwicklung im MERCOSUR berichten.

Die Beziehungen zu den diplomatischen Vertretungen der spanisch- bzw. portugiesischsprachigen Länder konnten weiter ausgebaut werden. Bereits im Februar war der Kulturattaché der Spanischen Botschaft, Herr Jesús de Silva, Gast des Instituts und hielt einen Fachvortrag.

5. Dissertationen

Frau Cornelia Weege konnte Anfang 1998 ihre Dissertation zum Thema "Das Bild der Frau im dramatischen Werk von José Martín Recuerda" abschließen. Die Dissertation soll noch bis Jahresende als Buch erscheinen.

Frau Eva Katrin Müller konnte ihre Arbeit an der Dissertation planmäßig fortsetzen (Soziolinguistische Studien zu deutsch-spanischen Sprachkontakten in Südchile) und wird sie noch bis zum Jahresende einreichen.

Herr Stefan Barme beschäftigt sich weiterhin in seiner Arbeit mit Studien zum Gebrauch der Subjektpersonalpronomen in (phonisch-) nähesprachlichen Varietäten des brasilianischen und europäischen Portugiesisch.

Die Arbeit an der Dissertation wird mit einem Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz gefördert.

Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2000 vorgesehen.

6. Gutachtertätigkeit

Auch für den Zeitraum 1997/1998 wurde Herr Prof. Pörtl wieder als Jury-Mitglied der Spanischen Botschaft für den Übersetzerpreis beauftragt.

Herr Prof. Perl wurde wieder als Fachgutachter der DFG bestellt.

Herr Pörtl und Herr Perl sind Mitherausgeber bzw. Mitglieder von wissenschaftlichen Beiräten der Zeitschriften Art Teatral (València), Iberoromania (Tübingen), Gestos (Irvine), Acta Columbina (Kassel) bzw. Anuario de Lingüística Hispánica (Valladolid), Lusorama (Frankfurt) und Papia (Brasilia).

7. Öffentlichkeitsarbeit und
internationale Beziehungen

Auch im Jahre 1998 konnte die Zusammenarbeit mit der Presse weiter verbessert werden. Die Tageszeitung Rheinpfalz berichtete mehrfach über die Aktivitäten des CELA, dabei auch über den Aufenthalt von Herrn Barme in Brasilien. Herr David Díaz konnte die Präsentation des Instituts und des CELA im Internet weiter verbessern. Die Home Page des Instituts wird nun umfangreich von den Studierenden auch anderer Universitäten genutzt, um u.a. links zu Datenbanken in den spanisch- bzw. portugiesischsprachigen Ländern herzustellen.

Forschungskooperation mit Universitäten in:

Spanien
Universidad de La Laguna
Universidad de Navarra Pamplona
Universidad de Valladolid

Brasilien
Universidade de Brasília

Costa Rica
Universidad de Costa Rica San José

Dominikanische Republik
Instituto de Altos Estudios Humanísticos y del Idioma Español Santo Domingo

Kolumbien
Universidad de los Andes Bogotá
Universidad de Cartagena

Kuba
Universidad de La Habana
Universidad de Oriente Santiago de Cuba

U.S.A.
University of New Mexico Albuquerque
University of California Irvine
Vanderbilt University Nashville

Venezuela
Universidad Simón Bolívar Caracas
Universidad de los Andes Mérida

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Konferenzbericht: Languages and the Media

2nd International Conference and Exhibition on Quality and Standards in Audiovisual Language Transfer Berlin, 15.-16. Oktober, 1998

Gauti Kristmannsson

Die zweite Konferenz mit dem Thema Sprachen und Medien beschäftigte sich vor allem mit der rasanten Entwicklung der Medienwelt und den alten und neuen Forderungen nach übersetzerischer Qualität, die die Vielfalt neuer Programme und die reine Masse an Material erfordert. Durch die Digitalisierung der audiovisuellen Medien und deren darauffolgende Verschmelzung mit der Computerwelt werden neue Kanäle und neue Programmgattungen entwickelt, die in einer globalisierten Welt eine Reihe von neuartigen übersetzerischen Forderungen aufstellen. Um diese Themen zu behandeln, legten die Veranstalter der Konferenz großen Wert darauf, Fachleute aus verschiedenen Richtungen der Medienwelt einzuladen, um einen professionellen Dialog über die wichtigsten Fragen der Qualität, die die neuen Forderungen mit sich bringen, zu ermöglichen. Dies waren Vertreter von großen Sendern wie z. B. BBC-World, Deutsche Welle und Canal Plus, um nur einige zu nennen, aber auch Anbieter von Untertitelungsgeräten, Vertreter von Translation Aids, Experten der Europäischen Union, die bekanntesten Firmen auf dem Gebiet der Medienübersetzung und selbstverständlich professionelle Medienübersetzer/innen.

Am Tag vor dem offiziellen Beginn der Konferenz wurden Workshops für professionelle MedienŸbersetzer/innen angeboten, um die neuesten Arbeitsmittel und Techniken, die den Übersetzer(inne)n zur Verfügung stehen, vorzustellen. Hier wurde Bekanntes und Neues gemischt, da die Zielgruppe offensichtlich nicht gerade optimal informiert war. Trotzdem ein interessantes Angebot, das beispielhaft sein könnte.

Das Panel, das die ersten Plenarvorträge hielt, war besetzt mit Yves Gambier, dem Vorsitzenden der FIT Kommittee für Medienübersetzer, Johan J. Hos, dem ehemaligen Vorsitzenden des Verbandes Niederländischer Medienübersetzer und Helene J. B. Reid, NOB Translation and Subtitling. Diese drei Experten thematisierten vor allem die zukünftige Richtung angesichts der rasanten Veränderungen auf dem Medienmarkt, die Multilingualität und Forderungen nach Effizienz, die ebenfalls drastisch zugenommen haben. Besonders wurde die Stellung der Übersetzer/innen betont, deren Lebensunterhalt oft in dem Zwiespalt zwischen qualitativer Effizienz und billiger Schnelligkeit auf der Strecke bleibt. Hier spielen Fragen wie die mangelhafte Ausbildung und die völlige Ignoranz der Auftraggeber über die übersetzerische Arbeit eine große Rolle.

Diese Probleme wurden im nächsten Vortrag verdeutlicht, wo Norbert Brinkhoff-Button, ein Vertreter der EU Kommission, die Bemühungen, sich auf einen industriellen Standard in Deutschland zu einigen, darstellte. Die DIN 2345 umfaßt Übersetzen generell und soll den erwünschten qualitativen Standard umschreiben. Die DIN 2345 läßt aber viel zu wünschen übrig, denn in den „konsensuellen" Verhandlungen darüber wurde z. B. vereinbart, daß keine Qualifikationen der Übersetzer/innen durchzusetzen seien, was in einfachem Deutsch bedeutet, daß eine Ausbildung in Institutionen wie Germersheim nichts zu sagen hat, was „Qualitätsstandards" betrifft. Das ist eine traurige Bilanz für die fünf Jahrzehnte Übersetzerausbildung, die einen hohen qualitativen Standard angestrebt haben. Vielleicht ist es an der Zeit für die Institutionen, die Übersetzer ausbilden, sich zusammenzusetzen und einen Standard auf europäischer Ebene durchzusetzen.

Der nächste Vortrag wurde von Jan Ivarsson und Mary Caroll gehalten und stellte einen Kodex für gute Untertitelungspraxis dar. Die beiden kommen aus der Praxis und sind die Autoren eines Buches über Untertitelung. Sie stellten die hauptsächlich typographischen und technischen Basisregeln dar, die ein/e Untertiteler/in einzuhalten hat, um qualitativ gute Untertitel liefern zu können. Einige Ansatzpunkte zur übersetzerischen Qualität gab es in diesem Beitrag zwar, aber sie blieben natürlich im Hinblick auf die Kürze der Darstellung in eher allgemeinem Rahmen. Der Kodex wurde lebhaft diskutiert, in vielen Punkten fand er Zustimmung und in anderen wurde er kritisiert, besonders vom kulturellen Standpunkt aus, denn die Konventionen, die in den unterschiedlichen Ländern entstanden sind, werden oft aus Gewohnheit von den Zuschauern bevorzugt, unabhängig von den logischen Argumenten der Qualität, die eine neue Konvention unterstützen könnten. Es ist jedoch im Zeitalter der globalisierten Medien abzusehen, daß eine gewisse Vereinheitlichung stattfinden wird.

Nach den Plenarvorträgen wurde in Gruppen diskutiert, natürlich geteilt nach kulturellen Konventionen; die Untertiteler/innen waren unter sich, wie auch diejenigen, die synchronisieren oder dolmetschen. Das hätte natürlich anders sein können, aber die Delegierten kamen selbstverständlich, um das neueste auf ihrem Gebiet zu erfahren und nicht unbedingt das, was in anderen Ländern los ist. Dieser kleine Schönheitsfehler der interkulturellen Kommunikation wurde jedoch aufgehoben, denn Vorträge über Verleih und Sprachpolitik, professionelle Standards und angewandte Technik gaben aus verschiedenen Perspektiven die Möglichkeit, Einblicke in die unterschiedlichen Konventionen und Standards zu gewinnen.

Der letzte Teil der Konferenz beschäftigte sich dann mit den zukünftigen Technologien auf dem Medienmarkt. Volker Hagemeier von Titelbild in Berlin stellte die neuen Digital Versatile Disks (DVD) vor und diskutierte die damit verbundenen übersetzerischen Forderungen. Auf DV-Disks sind im Vergleich zu herkömmlichen CDs die mehrfache Menge an Informationen gespeichert. Das bedeutet in der Praxis, daß eine DVD einen digitalisierten Kinofilm in voller Länge aufnehmen kann, zusätzlich mit 32 Übersetzungen, seien es Synchronfassungen oder Untertitel. Deutsch wird bereits in beiden Formen angeboten, d.h. synchronisiert und untertitelt und Hagemeier war der Auffassung, daß mindestens 70.000 Minuten jährlich auf Übersetzung warten, Tendenz steigernd.

Zwei Vertreter der großen Übersetzungsfirma Gelula Productions in Hollywood, die vor allem Filmübersetzern durch die fabelhaften Drehbücher, die sie für die Übersetzung amerikanischer Filme herstellt (und damit sicherlich einen Teil des Erfolgs der amerikanischen Filmindustrie gesichert hat), zeigten, wie die Praxis mit den DVD-Übersetzungen aussieht. Im Idealfall streben sie an, einen Übersetzer in Europa zu engagieren, der dann für die Untertitelung übersetzt (die ursprünglichen Synchronfassungen werden normalerweise weiterhin benutzt). Die Untertitel werden dann von einem muttersprachlichen Lektor vor Ort editiert und dem Film hinzugefügt. Es kann aber auch in die andere Richtung gehen, wie der deutsche Lektor von Gelula, Ortwin Freyermuth, am Beispiel zweier deutscher Erfolgsfilme, Das Boot und Rossini, zeigte. Die englische Untertitelung erwies sich in beiden Fällen als mangelhaft und im Fall von Rossini als so schlecht, daß die amerikanischen Zuschauer reihenweise die Kinos verließen. Mit einer neuen, qualitativ besseren Untertitelung konnten sie diesem Film jedoch einen kleinen Erfolg sichern, denn als die Zuschauer die Untertitel lesen konnten, Untertitel, die die feinen Ironien und Intensität des Originals vermittelten, sahen sie den Film zu Ende an. Diese Fassung wurde natürlich für die DVD behalten.

Zum Schluß läßt sich sagen, daß die Konferenz die Herausforderungen für die Medienübersetzung in der Zukunft deutlich dargestellt hat. Diese sind sowohl quantitativ, angesichts der digitalisierten Globalisierung der Medien, als auch qualitativ im Hinblick auf die mangelnde Ausbildung und allgemein niedrige Wertung des Berufes von Übersetzern und Dolmetschern.

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Neues vom BDÜ Rheinland-Pfalz

Susanne Hagemann

Der rheinland-pfälzische Landesverband des BDÜ bemüht sich seit längerem um eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem FASK. In Zusammenhang damit stand Anfang 1998 die Bitte um Benennung einer Ansprechpartnerin am FASK, an die man sich in allen Wechselfällen des Lebens wenden könne. Seit Februar 1998 bekleide ich dieses verantwortungsvolle Amt. Zu meinen Aufgaben gehören so wichtige Tätigkeiten wie das Besorgen von Hörsälen für diverse Veranstaltungen sowie gelegentlich das Aushängen von Anschlägen. Das Erscheinen des lang erwarteten neuen FAX-Heftes möchte ich zum Anlass nehmen, auch einmal etwas Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, denn es gibt Erfreuliches zu berichten.

Auf der Jahresmitgliederversammlung des Landesverbandes Rheinland-Pfalz am 24. April 1999 wurde ein neuer Vorstand gewählt, in dem nicht weniger als drei Germersheimer AbsolventInnen vertreten sind: Der neue erste Vorsitzende, Nachfolger von Basil Byrt, ist Kurosh Nekoui, die neue Geschäftsführerin Angelika Ratzel; Petra Dischinger wurde als Schatzmeisterin in ihrem Amt bestätigt. Allen dreien – und natürlich auch den übrigen Vorstandsmitgliedern – herzliche Glückwünsche zur Wahl. Nicht mehr für den Vorstand kandidiert hat meine bisherige Ansprechpartnerin Margareta Eckhardt-Kießling (Referat Fort- und Weiterbildung), bei der ich mich an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit – und auch für ihre Unterstützung der Tätigkeit des Weiterbildungsausschusses am FASK – herzlich bedanken möchte.

Im Wintersemester 1998/99 wurde am FASK erstmals eine Lehrveranstaltung in Kooperation mit dem BDÜ durchgeführt. Hintergrund war die Überlegung, dass einige in der Berufspraxis wichtige Themen im Lehrangebot des FASK nicht in hinreichendem Umfang vertreten sind. Uta Gönül, ebenfalls Germersheimer Absolventin, bot eine sprachenübergreifende Übung zum Thema "Dolmetschen und Übersetzen für Gerichte und Behörden" an, an der regelmäßig über 100 Studierende teilnahmen. Die konstant hohe Teilnehmendenzahl ist umso bemerkenswerter, als es sich um eine freiwillige Veranstaltung ohne Schein und ohne Prüfungsrelevanz handelte. Offensichtlich besteht hier eine echte Marktlücke. In Anbetracht des großen Erfolges der ersten Veranstaltung erklärte sich Frau Gönül bereit, im Sommersemester 1999 noch einmal eine Übung anzubieten, diesmal zum Thema "Betriebswirtschaft für freiberufliche Dolmetscher/Übersetzer". Es soll hier keinesfalls dem Ergänzungsfach Wirtschaft Konkurrenz gemacht werden; der Schwerpunkt liegt vielmehr auf Hinweisen zu Werbung und Akquisition, Preiskalkulation und Angebotserstellung, Auftrags- und Reklamationsbearbeitung, Buchhaltung, Steuern, Versicherungen und anderen scheinbaren "Banalitäten", deren Nichtkenntnis den Einstieg ins freiberufliche Dasein gehörig vergällen kann. Auch an dieser Veranstaltung besteht reges Interesse: In der ersten Stunde waren über 80 Studierende anwesend.

In diesem Sinne – auf den gemeinsamen Weg von Wissenschaft und Praxis ins neue Jahrtausend.

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Fit Für FASK

Vorstellung des Projekts für eine zukunftsorientierte Verwaltung

Lothar Görke

Nachdem in Mainz bereits ein entsprechendes Auftaktprojekt mit 50 Professor(inn)en und leitenden Angestellten der dortigen Verwaltung durchgeführt worden war, stellte die Unternehmensberatung Hahn Management Training (HMT) am 21. April ihr Konzept "Fit Für FASK" für eine verbesserte Effizienz der Verwaltung an unserem Fachbereich vor.

Ausgehend von einer Darstellung der Verwaltungsstruktur des FASK und deren Einbindung in die der Gesamtuniversität präsentierten die drei Unternehmensberater eine Analyse des Ist-Zustandes am FB 23, eine gemäß dem Management-Regelkreis konzipierte Projektstruktur, den aktuellen Projektstatus, erste Ergebnisse sowie einen Ausblick.

Erste Beobachtungen

Erste Beobachtungen erbrachten unter anderem folgende Ergebnisse:

 

Zielsetzungen des Projekts

 

Zeitplan

ca. April-Juli 99:

Bestandaufnahme, Analyse und Konzeptentwicklung mittels Datenerhebung und Interviewreihe

(4.-6. sowie 10.-12. Mai)

bis Ende Juni: Interviewauswertung

2. Juli 99: Konzeptpräsentation

ca. August-Dezember 99:

Projektmanagement und Implementierung

ca. Januar-März 2000:

Technische Realisierung

 

Entscheidungsträger, Kompetenzen, Verantwortung

Die Uni Mainz übernimmt die Finanzierung, Koordination (zusammen mit dem FASK), die Begleitung sowie die Informationsauswertung und -ausnutzung, deren Germersheimer Ergebnisse Pilotcharakter haben werden.

Beim FB 23 liegen außerdem die Realisierung, Umsetzung und Implementireung relevanter Maßnahmen.

Die Firma HMT ist verantwortlich für Informationsanalyse und -auswertung sowie für Konzept, Begleitung, Projektsteuerung und Beratung.

Das Projektsteuerungsteam besteht aus den Herren Kelletat (gleichzeitig Koordinator am FASK) und Schäfer, Frau Worbs, Hüttenberger und Vogler, drei Mitarbeitern von HMT sowie Frau Koerlin (Koordinatorin in Mainz).

Den Informationsfluß innerhalb des FASK als auch nach Mainz koordinieren Herr Kelletat sowie Herr Hahn (HMT).

Grundlage für die Kontrolle der Projektaktivitäten ist die Projektplanung, verantwortlich für erstere sind Projektleiter und -koordinator(inn)en, und ihre Durchführung erfolgt gegebenenfalls mittels detaillierter Aktionspläne.

Stand des Projekts

Seit Januar 1999 wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

 

Ergebnisse der Befragung zum EDV-Standard

Eingesetzte Betriebssysteme:

Win NT, Win95, Win 3.11, DOS, Mac, Win 98

Wunschtätigkeiten per PC:

 

Zufriedenheit mit dem EDV-Standard/der Computerausstattung:

 

Verbesserungs-/Aufrüstungsbedarf:

 

Inhalte und Gegenstand des zu konzipierenden FASK-Fragebogens

 

Ausblick - Vision

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12. Deutscher Hispanistentag in Berlin

Matthias Perl

Vom 25. bis 28. März 1999 fand an der Humboldt-Universität zu Berlin der 12. Deutsche Hispanistentag statt. Mit ca. 150 Fachvorträgen, zahlreichen Kulturveranstaltungen und der Anwesenheit der wichtigsten deutschen Verlage für fremdsprachliche Philologien war die Veranstaltung auch in diesem Jahr das herausragende Ereignis der deutschsprachigen Hochschulhispanistik. Immer mehr etabliert sich die Hispanistik mit nunmehr ca. 400 Millionen Spanischsprechern als zweitwichtigste neusprachliche Philologie nach dem Englischen. Der Botschafter des Königreichs Spanien und weitere diplomatische Vertreter konnten daher auch mit Genugtuung feststellen, daß an immer mehr deutschsprachigen Universitäten sich das Spanische zur zweitwichtigsten Fremdsprache entwickelt hat. In diesem Zusammenhang war es auch nicht verwunderlich, daß sich der Hispanistenverband nicht mehr an Tagungen des Deutschen Romanistenverbandes beteiligen wird, da die Hispanistik als eigenständige Philologie einen der größten Kultur- und Sprachräume abdeckt.

In diesem Zusammenhang wurde die Auflösung des Instituts für Spanische und Portugiesische Sprache und Kultur der Universität Mainz in Germersheim mit Erstaunen und als Schritt zurück zu Strukturen des 19. Jahrhunderts angesehen. Die Anzahl der Spanischstudierenden in Germersheim entspricht schon jetzt der Gesamtzahl von Romanistikstudierenden an vielen deutschen Universitäten. Die Universität Mainz gilt im deutschsprachigen Raum als ein wichtiges Zentrum der Hispanistik. In Berlin war die Forschungsgruppe zum „Spanischen Gegenwartstheater nach Franco" von Prof. Dr. Klaus Pörtl mit drei Vorträgen vertreten. Herr Pörtl, der gemeinsam mit einem Fachkollegen aus Gießen die theaterwissenschaftliche Sektion leitete, hielt einen Vortrag zu „El teatro posfranquista de Antonio Martínez Ballesteros: ¿un cambio de postura y temática? Frau Dr. Cornelia Weege sprach zu „El discurso femenino en el teatro de Paloma Pedrero" und Frau Araceli Marín Presno zu „Eduardo Quiles y su ‚teatro de liberación‘". Prof. Pörtl wurde auch wieder in den Vorstand des Deutschen Hispanistenverbandes gewählt.

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Dracula - Gruselspiel mit Rollenwechseln
Beeindruckende One-Man-Show der Balloonatics Theatre Company

Vera Schäfer

Wer kennt ihn nicht den blutrünstigen und sagenumwobenen Dracula, der auf jung und alt eine schaurige Faszination ausübt? Und wer hat nicht schon einmal eine der vielen Draculaverfilmungen gesehen und sich dabei selbst ertappt, wie er/sie vor Angst fast im Sessel versunken ist?

Dracula, das ist fast schon eine Kultgestalt, um die sich viele sagenhafte Geschichten ranken, die, jede auf ihre Art und Weise, den Roman des irischen Schriftstellers, Bram Stoker, wieder aufleben lassen.

Die Erzählung des Lebens und tragischen Endes des Grafen Dracula standen auch bei dem am 22.4.99 am FASK aufgeführten gleichnamigen Stück der Ballonatics Theatre Company im Mittelpunkt. In beeindruckender Weise führte der irische Schauspieler Paul O’Hanrahan in einer One-Man-Show das Stück auf, wobei vor allem das außerordentliche Talent des Schauspielers überzeugte. Wie ein Chamäleon schlüpfte O’Hanrahan von einer Rolle in die andere, verschmolz regelrecht mit der Person und bezog so den Zuschauer unmittelbar in das Geschehen mit ein.

Doch bediente sich O’Hanrahan nicht nur der Worte, um das darzustellen, was er mit dem Stück auszudrücken suchte, sondern setzte Kostüme, Musik, Requisiten und auch Körpersprache in gekonnter Weise ein, um dem Stück Lebendigkeit zu verleihen.

Einen Grund für die Präferenz irischer Schriftsteller gibt es nicht, doch hängt es sicherlich mit der "Ausdrucksstärke der Romane und Kurzgeschichten irischer Schriftsteller wie Joyce, Wilde oder Stoker zusammen, die sich für die Aufführung solcher Stücke besonders eignet", so O’Hanrahan.

Hinter dieser Auffassung liegt auch die künstlerische Botschaft des Schauspielers verborgen. Für ihn ist das Wort nicht ein Mittel, mit dem er das Publikum überzeugen möchte. Er bedient sich vielmehr des Textes, um ihn wiederzuerleben, indem er sich mit den Ängsten, Freuden und dem Leid der Personen, die er spielt, auseinandersetzt. Diese Auseinandersetzung ist aber auch als ein Weg zu verstehen, der dem Künstler die Möglichkeit gibt, seine eigenen Ängste und Frustrationen abzubauen, sie durch das Hineinschlüpfen in andere Rollen freizusetzen.

Doch wer nun denkt, es handele sich bei O’Hanrahans Aufführungen um neu geschriebene Versionen irischer Klassiker, liegt falsch. Seine Stücke basieren vorwiegend auf den Originaltexten, die er in fast plastischer Weise dem Publikum nahezubringen versucht, wobei er sich selbst aufgibt, um die Identität einer anderen Person anzunehmen und so nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei den Zuschauern etwas auslöst, was so typisch für den Reiz seiner Stücke ist.

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Neuveröffentlichungen von FASK-Mitarbeiter(inne)n

Lothar Görke

Kelletat, A.F. (Hrsg.) Intercultural German Studies. Thematischer Schwerpunkt: Übersetzen und Dolmetschen. Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache. Bd. 24. Iudicium: München: 1998.

Kristmannsson, G. Damit wir wissen, was sie geschrieben haben? Übersetzungskriterien bei Kundera und Nabokov. Saxa. Reihe A. Heft 20. Vaasa/Germersheim, 1998.

Schunck, P. Charles de Gaulles. Ein Leben für Frankreichs Größe. Propyläen: Berlin, 1998.

CELA

Perl, Matthias u. Armin Schwegler. América negra: panorámica actual de los estudios lingüísticos sobre variedades hispanas, portuguesas y criollas. 1998.

Betz, Manfred u. Manuel Moral. Diccionario idiomático del español coloquial actual. Wörterbuch der spanischen Umgangssprache - Idiomatismen der Gegenwartssprache. 1998.

Perl, Matthias u. Klaus Pörtl. Identidad cultural y lingüística en Colombia, Venezuela y en el Caribe hispánico. 1999.

FASK Publikationen des Fachbereichs Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft
Reihe A - Abhandlungen und Sammelbände

Band 24: Dieter Huber/Erika Worbs (Hrsg.): Ars Transferendi. Festschrift für Nikolai Salnikow zum 65. Geburtstag. Lang: Frankfurt, 1998.

Band 25: Cornelia Weege: Bild und Rolle der Frau im dramatischen Werk von José Martín Recuerda. Lang: Frankfurt, 1999.

Scottish Studies International

Volume 23: H. Gustav Klaus: Factory Girl - Ellen Johnston and Working-Class Poetry in Victorian Scotland. Lang: Frankfurt, 1998.

Volume 24: Peter J. Diamond: Common Sense and Improvement. Thomas Reid as Social Theorist. Lang: Frankfurt, 1998;

Volume 25: Cornelia Jumpertz-Schwab: The Development of the Scots Lexicon and Syntax in the 16th Century under the Influence of Translations from Latin. Lang: Frankfurt, 1998.

Volume 26: Sebastian Bott: Friends and Lovers of Virtue. Tugendethische Handlungsorientierungen im Kontext der Schottischen Aufklärung 1750-1800. Lang: Frankfurt, 1999.

Volume 27: Craig McLuckie: Researching McIlvanney. A Critical Introduction and a Bibliographic Beginning. Lang: Frankfurt, 1998.

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Neues Forschungsstipendium „Rudolf Brummer"

Matthias Perl

Der deutsche Katalanistenverband (DKV) hat in Zusammenarbeit mit der Regierung von Katalonien ein Forschungsstipendium "Rudolf Brummer" in Höhe von 500.000 Peseten ausgeschrieben.

Das Stipendium erinnert an den Germersheimer Iberoromanisten Prof. Dr. Rudolf Brummer, der national und international als prominenter Vertreter der deutschsprachigen Katalanistik gilt. Das Stipendium soll einen Forschungsaufenthalt in den katalanischsprachigen Ländern in Spanien ermöglichen.

Gustav-Blanke-Stiftung am 19.4.1999 ins Leben gerufen

Anläßlich seines 85. Geburtstags hat Univ.-Prof. em. Dr. G. Blanke eine Stiftung für das Fach Amerikanistik am FASK ins Leben gerufen, deren Urkunde am 19.4.1999 feierlich unterzeichnet wurde.

Anwesend waren bei dem feierlichen Akt neben Prof. Blanke der Präsident und der Kanzler der Universität Mainz, Univ.-Prof. Reiter und Univ.-Prof. Dr. Scholz, Bürgermeister Heiter, der Dekan, Univ.-Prof. Dr. Kelletat, und die Leiterin der Amerikanistik, Univ.-Prof. Dr. von Bardeleben, die neben Prof. Reiter auch dem Stiftungsbeirat angehören, der zusammen mit Prof. Blanke über die Vergabe von Stipendien entscheidet, während die Verwaltung des Vermögens von der Universität als Treuhänderin wahrgenommen wird.

Ziel der Stiftung ist es, die mit dem Lebenswerk Prof. Blankes verbundene Forschung in der Amerikanistik weiterzutragen. Zu diesem gemeinnützigen Zweck wird erstmals im Mai 2000 ein Stipendium an geeignete Nachwuchswissenschaftler/innen der Amerikanistik vergeben, um Forschungsarbeiten zu fördern, die sich mit der Entstehung, Entwicklung und globalen Bedeutung der USA und zur Darstellung von deren Bemühungen um die Verbesserung der Beziehungen der Nationen untereinander beschäftigen.

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Erstellt und bearbeitet von David Díaz P. am 15.02.2000