Megasprache Englisch – Nischensprache Deutsch?

(Tekom-Jahrestagung in Wiesbaden, 23.11.00, Schwerpunkt-Vortrag 1)

Karl-Heinz Stoll

1. Megasprache Englisch



Sehr geehrte Damen und Herren,

Falls Ihnen dieses und einige der nächsten Diagramme aus meinem Vortrag in Innsbruck oder meinen Artikeln in den Lebenden Sprachen bekannt vorkommen, verlassen Sie bitte nicht sofort unter Protestrufen den Saal: Nach den ersten paar Minuten werde ich ganz was anderes erzählen, und den ersten Grafiken liegen jetzt neuere Zahlen zugrunde. Wenn Sie etwa die kursiven Angaben bei den drei linken Säulen für 1996 mit denen für ´99 vergleichen, sehen Sie enorme Verschiebungen, die insbes. in Indien durch Zunahme von Englisch und Hindi als Verkehrssprachen um jeweils ca. 200 Mio. Sprecher entstanden. Chinesisch ist nicht mehr doppelt so stark wie jede andere Sprache, hat aber natürlich immer noch die meisten Muttersprachler. Deutsch steht immer noch auf dem drittletzten Platz.


© KH Stoll 2000

Diese Proportionalkarte ist irreführend, insofern z.B. in Indien nur einige Prozent der Bevölkerung Englisch können, gibt aber doch einen Eindruck von der Bedeutung der Sprache, da dort alles Wichtige in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft auf Englisch geschieht. Nach den neusten British Council Zahlen ist Englisch in 75 Ländern (die UNO hat derzeit 185 Mitglieder) für 375 Mio. Muttersprache und für 375 Mio. Zweitsprache. Darüberhinaus ist es die „Weltverkehrssprache“1  , die lingua franca universalis von Wirtschaft, Politik, Tourismus und Kommunikationsindustrien. Insges. „können“ etwa 1½ Mrd., ein Viertel der Weltbevölkerung, diese Megasprache2  - im Vergleich zu „nur“ 1,2 Mrd. mit Chinesisch (welches überdies acht verschiedene gesprochene Sprachen beinhaltet, die durch ein gemeinsames Schriftsystem repräsentiert werden).

Bruttosozialprodukt

 

 

 

 

 

 

Der wichtigste Grund für die Verbreitung jeder internationalen Sprache ist militärische und wirtschaftliche Macht.3  Money Talks. Hier habe ich die Bruttosozialprodukte der sechs anglophonen Staaten (USA, Großbritannien, Irland, Kanada, Australien und Neuseeland) addiert sowie die aller spanischsprachigen Länder, die der Volksrepublik China, Hongkongs, Taiwans, die aller arabischen Staaten usw. Die Summe für die sechs Anglophonen ist mehr als doppelt so hoch wie die mit jeder anderen Sprache verbundene, und der Vorsprung hat sich gegenüber ´96 deutlich vergrößert. Insgesamt erwirtschaften Leute, die Englisch, Japanisch oder Deutsch sprechen, 60% des weltweiten Bruttosozialprodukts, zählt man Spanisch und Französich dazu, sind es 75%. „87 Prozent der 500 bedeutendsten Weltkonzerne gehören den Ländern der G-7 Gruppe an, mit Japan und den USA an der Spitze. Lateinamerika ist dagegen nur mit fünf Unternehmen vertreten.“4 

Im Außenhandel haben die Anglophonen ihren Vorsprung gehalten. Zwischen 1950 und ´94 ist der Welthandel um das 14fache gestiegen, während die weltweite Produktion nur um den Faktor 5,5 zunahm.5  Alle Welt raucht Marlboro, trägt Levi´s, arbeitet mit Intel und Microsoft, guckt Dallas oder CNN. Und was Autos, Kameras, Öl, Spielzeug etc. angeht, so zeigt das Diagramm nicht einmal, dass für Japan, die arabischen Länder, Korea, Singapur, Taiwan oder China gilt: “[...] they are all focussed on English as their main lingua franca for their world trade.”6 


Bei Deutschlands Handelspartnern steht Frankreich an erster Stelle, die USA und GB gemeinsam übertreffen es allerdings. Im Mittelfeld finden sich übrigens auch die Niederlande und Belgien/Luxemburg; der Handel mit Benelux ist umfangreicher als der mit Frankreich. Die dynamischsten Entwicklungstendenzen des letzten Jahrzehnts lagen in den Beziehungen zu den Ländern Mittel- und Osteuropas; die Exporte Deutschlands in diese Region stiegen 1990-98 von 21,8 Mrd. auf 111,8 Mrd. DM, die Importe von 21,8 Mrd. auf 82,8 Mrd., d.h. das Handelsvolumen übertrifft bereits das mit Frankreich erwirtschaftete.7  Nach einer Ende September 2000 auf der Weltbanktagung in Prag vorgestellten Studie der Hypo-Vereinsbank werden diese Länder bis 2010 mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 5,5% pro Jahr der Motor der Weltwirtschaft sein.8  Im Übrigen tauchen, abgesehen von den USA, an außereuropäischen Ländern lediglich Japan und die Volksrepublik China bei den Importen auf, was demonstriert, wie sehr trotz aller „Globalisierungsaktivitäten“ der „Exportweltmeister“ Deutschland doch eine „in erster Linie europäisch und erst in zweiter Linie eine global agierende Ökonomie“9  hat. „Die Globalisierung [...] ist in Wirklichkeit nur eine Teil-Globalisierung, also kontinentalisiert oder regionalisiert (z.B. Europa, Nordamerika) und weitgehend beschränkt auf die OECD-Länder [...].“10  Man kann hier von einer “regional global economy”11  sprechen.

Truly transnational actors […] are still few and far between, and the ties that bind even the biggest corporations to particular nation-states remain strong. [...] only a very few companies, like Shell, Unilever, Nestlé, ABB and ICI, can be defined as transnationals. This is because most very large corporations, like Du Pont or General Motors, have less than half of their operations and employees abroad, because ‘foreigners’ occupy only a very small portion of senior management positions, and because they are subject to a legal and fiscal nationality […]. If the global corporation is still more myth than reality, it is one which now exercises a powerful hold over the strategic vision as well as the management styles of large corporations with international connections and markets.12 

Derzeit lernen in der EU als Fremdsprache: 60% der Schüler Englisch, 30% Französisch und 5% Deutsch. Weltweit gibt es 1 Mrd. Englischlerner.13  Das Land mit der gewaltigsten Zuwachsrate ist derzeit China14  ; in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion lernen 50 Millionen Englisch15  ; selbst ein Land wie Algerien hat 1996 Französisch als erste Fremdsprache in den Schulen durch Englisch ersetzt.16  Mehr als die Hälfte aller ausländischen Studierenden sind in drei der anglophonen Länder: den USA (32%), GB (16%) und Australien (8%); Deutschland hat 13%, Frankreich 11%.17 

Bei der Mio. Seiten, welche die EU-Kommission jährlich übersetzen lässt, war bis Mitte der 90er Fanzösisch die häufigste Ausgangssprache, mittlerweile hat Englisch diese Rolle übernommen. Eine solche Entwicklung gilt nicht nur für die EU. Geoffrey Kingscott: “The proportion of translations where English is a source language is growing steadily everywhere.”18 

In der weltweiten Buchproduktion ist der Anteil englischsprachiger Bücher mehr als doppelt so hoch wie der in jeder anderen Sprache Sie werden in 60 Ländern publiziert, die meisten, über 100.000 Titel p.a., in GB19  , dann kommen natürlich die USA, schon an dritter Stelle folgt Indien20  . Englische Zeitungen werden in 84 Ländern veröffentlicht, wobei die höchsten Steigerungsraten in Afrika und Asien zu verzeichnen sind.21 


Buchübersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche stehen einsam an der Spitze, gefolgt von solchen aus Französisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch usw.22 

Bei naturwissenschaftlichen Publikationen lagen die prozentualen Anteile der Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch zu Beginn des Jahrhunderts ungefähr gleichauf; um 1910/20 nahm Deutsch die erste Stelle ein. 1996 hatte Englisch einen Anteil von 90%, Französisch und Deutsch von 1%: „Die Spitzenforschung spricht Englisch.“23  Deutsch ist zu einer „Nischensprache verkommen, die international nur in „Orchideenfächern“ wie Finno-Ugristik und Assyriologie noch eine Rolle spielt.24 

Von der Einführung des Nobelpreises 1901 bis zum Ersten Weltkrieg entfielen auf Deutschland allein – ohne Österreich und die Schweiz – so viele naturwissenschaftliche Nobelpreisträger wie auf GB, die USA und Frankreich zusammen, in den Jahren 1905 und 1925 stammten sogar alle Preisträger aus Deutschland. 1901-30 gab es aus den drei Sprachgebieten Deutsch: 30,5, Englisch: 18, Französisch: 12. 1971-98 sah das ganz anders aus: Deutsch: 10,4, Englisch: 59,7, Französisch: 4,7. 1901-18 entfiel ein Viertel der Literatur-Nobelpreise (4 von 16) auf Deutsche, seit dem 1. Weltkrieg gab es nur Thomas Mann 1929, Nelly Sachs 1966, Heinrich Böll 1972 und Günter Grass 1999. 25 

Englisch basierte Internationalismen sind selbstverständlicher Teil unserer Alltagssprache und unserer Fachsprachen geworden. Es ist eine anglophone Weltkultur entstanden, der statisch an geographischen Regionen orientierten Kulturbegriffe - wie „Leitkultur in Deutschland“ - nicht mehr gerecht werden können. Sicher hatten Sie auch schon das Gefühl, mit einer Kollegin aus Riga, Charlotte, N.C. oder Bangalore mehr gemein zu haben als mit dem Skinhead, der im Haus nebenan wohnt. Die ständige Konfrontation mit anderen Lebensformen auf unserer geschrumpften Welt führt zu neuen Allianzen und zur Relativierung tradierter Werte. Kultur wird „deterritorialisiert“26  , „total global“27  , und das heißt anglophon. Das Global village liegt in Terranglia.

2. Anglophoniephobie

Je offener die Welt wird, desto mehr suchen die Menschen nach Halt, Schutz, Heimat und Identität in ihrer nahen Umgebung. “[...] while we may be consumers of global products, we still cling to, or else remain nostalgic about, things parochial. […] many people are constrained to identify with the global system, even where identification takes the form of a conscious rejection of globalized cultural and material products.”28  Man wehrt sich gegen die „globale Kulturschmelze“29  - in manchen Fällen mit nostalgisch-sentimentalen Positionen wie denen von Prince Charles in seinem Kampf gegen moderne Architektur und für französischen Rohmilchkäse, in anderen mit ähnlich regressiven, aber radikaleren, isolationistischen Außenseiterpositionen, die zu fürchterlichen Folgen für die Bevölkerung führen, wenn Sie etwa denken an den Steinzeitkommunismus der Roten Khmer in Kambodscha, die Herrschaft der Mullahs im Iran oder der Mudschahedin in Afghanistan. Der Weltgesellschaft tritt ein „‘ethnic revival’ in fast allen Ländern der Welt“30  entgegen, in Beispielen wie dem Kosovo oder Ruanda als “the gun culture of ethnic banditry”31  , in anderen wie der Europaregion Tirol mit freundlichen Aussichten. Fundamentalistische, nationalistische, separatistische Strömungen gewinnen Raum. Die Kongresse des Weltwirtschaftsforums, des IWF, der Weltbank rufen gewaltige Anti-Globalisierungs-Demonstrationen hervor. Die Globalisierungsfalle32  wird verantwortlich gemacht für Arbeitslosigkeit, soziale Unsicherheit und einen „dramatischen Kulturverlust“33  , für The McDonaldization of Society34  , will sagen, die durchrationalisierte, standardisierte Schöne Neue Welt. „Es wird das Horrorbild einer homogenisierten »McWorld« beschworen, die Menschen weltweit in dumpfer Passivität vor den Fernseher bannt, wo sie Coca-Cola trinkend“ die „anspruchslose Medienüberflutung“ eines infantilen “Tittytainment” als visuelles Valium über sich ergehen lassen.35  „Wir scheinen alle zu Amerikanern zu mutieren.“36  Kultur wird „auf die Funktion eines gut bestückten Supermarkts reduziert“37  .

Solche Befürchtungen gehen an der Realität vorbei. Meine Studien zum Nobelpreisträger Wole Soyinka zeigen, wie bei ihm afrikanische Traditionen und Glaubensinhalte, Bezüge auf Bibel, europäische Literatur und westliche Demokratievorstellungen, Yorubasprache und Englisch zu einem selbstverständlichen, hybriden, postmodernen Gesamtbild verschmelzen. Entsprechendes gilt für Salman Rushdie, V.S. Naipaul oder Hanif Kureishi. Für türkische Gastarbeiterkinder in Deutschland, Westinder in London, Latinos in den USA, Philippinos in aller Welt ist die „in-between“ oder „Dazwischen-Position“ natürlicher Alltag. Weltgeschäftsleute, Wissenschaftler, Diplomaten, Künstler, Spitzensportler, Migranten und “‘halfies’, those who combine in themselves a number of cultural, ethnic and genderal features”38  , auch Mitglieder virtueller Internet-Gemeinden tendieren zur Entwicklung einer ort-losen, pluralen, eklektischen Identität. Unsere Kinder werden mit den Problemen des Regenwalds konfrontiert, bevor sie die Seitenflüsse der Donau kennen, und die Fernsehnachrichten bemühen sich allabendlich, unser Betroffenheitspotenzial zu aktivieren für Unfälle in Inguschetien und Schießereien in Sierra Leone und die globalen Folgen von Aids oder Ozonloch. Greenpeace und Amnesty International internationalisieren mit medienwirksamen Aktionen Umweltbewußtsein und Menschenrechtsstandards. “Through the various forms of telecomedia, we ‘know’ the world more intimately than our grandparents would have thought possible.”39  In Essgewohnheiten und Musikgeschmack sind die meisten von uns ohnehin fröhlich und postmodern „kreolisiert“. Und was wäre die europäische Kunst ohne die Einflüsse aus Byzanz, Ägypten, Japan, Afrika? Alte Formen menschlicher Verschiedenartigkeit verschwinden, neue bilden sich heraus. Lokales entsteht aus Globalem, Globales aus Lokalem.40 

Deutsche Sinti und Roma diskutieren gemeinsame Probleme mit japanischen Ainu und australische Aborigines mit kanadischen Indianern. Das Selbstbewußtsein vieler Volksgruppen hat zugenommen (nicht zuletzt, weil - “diversity sells”41  - Präsentationen regionaler Besonderheiten und „authentische“ Kunst sich touristisch vermarkten lassen, auch wenn die Souvenirs der “Cherokee Indian Reservation” in den Smoky Mountains sich als “Made in China” herausstellen). Rechtsradikale verbreiten ihre Ideen im Internet, und die protestantisch-fundamentalistische New Christian Right in den USA, ein „klassisches Beispiel für die Akopplung bestimmter Gruppen von der dominanten Entwicklung der Moderne“42  ist mit „weltweit 20.000 Wochenstunden Radioübertragung in 125 Sprachen [...] der größte Einzelanbieter im transnationalen Radiowesen.“43 

Der Kampf gegen die Globalisierung wird global mit den Medien der Globalisierung geführt.

Gibt man im Internet “minority languages” als Suchbegriff ein, findet man 1,9 Mio. Eintragungen. Organisationen wie die „Gesellschaft für bedrohte Völker“, “Survival International” und die UNESCO mobilisieren die Öffentlichkeit für den Erhalt bedrohter Sprachen. Maori war in den 80ern dem Aussterben nahe und wurde durch intensive Förderung wiederbelebt; heute lernen fast 60% aller Schulkinder in Neuseeland Maori.44  Lokale und regionale Radio- und Fernsehsstationen sind in den Sprachen der kanadischen Inuit wie der australischen Aborigines zu hören.45  Der früher rein anglophone Musiksender MTV hat jetzt 28 regionale Programme, u.a. auf Japanisch, Hindi, Mandarin, Portugiesisch und Spanisch46  .

Heute sind weltweit 1.200 (der ca. 6.700 existierenden) Sprachen standardisiert47  ; die Bibel liegt nach Angabe der Wycliff Bibelübersetzer in 2.200 Sprachen vor. Literaten, Entwicklungshelfer, Missionare und Werbeleute setzen auf lokale Sprachen. Kaum jemand, der Englisch als internationale Verkehrssprache benutzt, gibt im familiären oder regionalen Bereich die „Nestwärme“, den „emotionalen Ankerplatz“48  seiner Muttersprache auf. „Lokalisierung ist Teil des harten Geschäfts der Gewinnmaximierung.“49  Denn: „Die alte Kaufmannsregel sagt, daß die beste Sprache die Sprache des Kunden sei.“50 

Die meisten Menschen legen Wert auf lokale Bindungen und möchten zugleich an globalen Werten, Lebensformen und Kommunikationsmöglichkeiten teilhaben. Pluralismus ist ein globaler Wert.

Der Kampf gegen Globalisierung richtet sich auch gegen die Dominanz des Englischen. Der “linguistic imperialism” oder “linguicism”51  wird des Linguizids, der Glottophagie, des “linguistic cannibalism”52  beschuldigt; es erhebt sich der Ruf nach “linguistic human rights”53  , dem Menschenrecht auf die Muttersprache. Nach verschiedenartigen Schätzungen sterben jede Woche zwei Sprachen aus54  oder eine jede Woche55  oder eine alle zwei Wochen56  , etwa unter den tausend in Afrika oder den über 700 allein auf Papua Neuguinea gesprochenen, und es steht zu erwarten, dass in 100 Jahren etwa die Hälfte der heute existierenden verschwunden sein wird57  oder dass dann gar „nur noch 10 Prozent, d.h. um die 650, überleben.“58  Keineswegs ist nur das Englische schuld: Der Schwund von Indianersprachen in Südamerika geht auf das Konto des Spanischen und Portugiesischen. Wolfram Wilss: „Einem Volk kann nichts Schlimmeres widerfahren, als der erzwungene Verlust (oder die freiwillige Aufgabe) seiner Sprache, weil es damit seine Vergangenheit und seine Zukunft verliert. Jede Sprache ist die Manifestation einer nationalen Kultur und einer nationalen Identität [...].“59 

Die französische Anglophoniephobie führte zum “Loi Toubon”, welches mit Geldstrafen bis zu 6.000 DM bei Verwendung einer Fremdsprache z.B. in der Werbung und bei fremdsprachigen Bestandteilen von Produktnamen: “NIKE JUST DO IT” oder “DRINK COCA COLA” dürfen in Frankreich nur in der Version “NIKE – FAIT LE TOUT SIMPLEMENT” oder “BUVEZ COCA COLA” verwendet werden.60  Die Académie Française bastelt an französischen Pendants zu englischen Begriffen: Das Internet wurde zum entre-réseau, die Talk Show zur causerie, der walkman zum baladeur und das fast food zur formule rapide.61  Malaysia und Indien erließen ähnliche Gesetze62  , der polnische Senat hat ´99 eines verabschiedet, das Bußgelder bis zu 50.000 DM für die öffentl. Benutzung von nicht-polnischen Begriffen vorsieht63  - seither amüsiert sich die Nation über die Frage, wie „sex shop“ wohl auf Polnisch heißen solle.64  Die Behörden auf Mallorca haben von 1998 bis Mitte 2000 Strafen von 175.000 DM verhängt wegen des Fehlens von spanischen oder katalanischen Übersetzungen bei englischen oder deutschen Etikettierungen, Speisekarten, Reklamen - ich habe mich letzten Monat überzeugen können, dass dies so gut wie keine Wirkung zeitigte.65  Der Ende 1997 gegründete und schnell auf 10.000 Mitglieder in 20 Ländern angewachsene „Verein Deutsche Sprache“ (VDS)66  kämpft gegen „Denglisch“ bzw. „Engleutsch“ und wählt jeweils einen „Sprachhunzer des Monats“ und einen „Sprachpanscher des Jahres“. 2000 wurde die zweifelhafte Ehre dem Rektor der Münchner Universität zuteil für seinen Vorschlag, “Departments” einzuführen.

Der Bildungskybernetiker Helmar Frank von der Universiät Paderborn plädiert dafür, mit Hilfe von Esperanto in allen europäischen Grundschulen „vor der eigenen Tür die anglizistische (sic) Umweltverschmutzung wegzukehren“67  .

Der Europarat hat in seiner Charta der Regional- oder Minderheitensprachen 40 als solche anerkannt und gefordert, deren Gebrauch in Bildung, Justiz, Verwaltung, Medien, kulturellem, wirtschaftlichem und sozialem Leben zu ermöglichen.68  Viele Franzosen sehen in der Charta „Un danger pour la République“, Präsident Chirac verweigerte letztes Jahr im Interesse der „égalité entre les citoyens“69  die Ratifizierung. Wenn es um die Abwehr des Englisch und den Kampf für die Frankophonie geht, reden die Franzosen gerne vom Recht auf Mehrsprachigkeit und der Gefahr, dass mit Sprache auch Kultur und Seele verloren gehe; in Bezug auf Bretonen, Korsen, Elsässer oder gar Senegalesen und Burkinabés gilt so was nicht mehr.

Die UNESCO stellt mit der “Barcelona Declaration of Linguistic Rights” noch weitergehende und detailliertere Forderungen auf. Sie postuliert: “All languages must be able to enjoy the conditions required for their development in all functions”70  , was sich äußern müsse im offiziellen Gebrauch z.B. bei allen Verwaltungsdokumenten und Formularen (inclusive Schecks und Quittungen), vor Gericht, beim Notar, in Reklamen, bei Ortsschildern oder Gebrauchsanweisungen. Solche Erklärungen lassen sich wohl in Barcelona für das Katalanische umsetzen, welche Schwierigkeiten ihnen andernorts entgegenstehen, zeigt sich, wenn man an bedenkt, dass der indische Board of Scientific Terminology sich schon bei seiner Gründung im Jahr 1950 vor der Aufgabe sah, für 350.000 Begriffe aus dem Bereich der Naturwissenschaften Übersetzungen ins Hindi zu schaffen71  . Das im Juni dieses Jahres bei Langenscheidt erscheinende Fachwörterbuch Technik von P.A. Schmitt enthält 200.000 Begriffe aus dieser Fachsprache. Eine „normale“ Alltagssprache braucht hingegen nur 4-5000 Wörter. In einem Land wie Nigeria mit seinen ca. 400 Sprachen erscheinen die idealistischen Forderungen der UNESCO vollends unrealistisch. Ein Terminologe dazu: “Given the amount of terminological entries across science and technology and other subject-fields to be prepared in a multitude of languages this monumental task cannot be performed without the help of millions of experts.”72 

3. Kommunikationsvernichter Englisch

Ein kollektiver Größenwahn hat die globale Wirtschaft erfasst, nahezu im Wochentakt werden neue Unternehmenszusammenschlüsse verkündet: noch größer, noch teurer, noch spektakulärer.

Im Jahre 1996 wurden 211 so genannte Mega-Deals angekündigt – Fusionen und Übernahmen mit einem Volumen von über einer Milliarde Dollar -, 1999 waren es schon 476. Das Volumen aller Übernahmen und Zusammenschlüsse schwoll in diesem Zeitraum von 1,1 Billionen auf 3,4 Billionen Dollar an. Und das war erst der Anfang. Zunehmen, da sind sich die Experten einig, werden vor allem Fusionen über Grenzen hinweg, und Europa wird im Zentrum dieser Entwicklung stehen.73 

Die grassierende Fusionitis führte bei Zusammenschlüssen mit deutscher Beteiligung 1995 zu einem Transaktionsvolumen von 34,2 Mrd. Dollar; 1999 waren es bereits 359,5 Mrd.74  Jürgen Schrempp: „Internationalisierung ist festes Datum im Aktionsrahmen jedes Unternehmers.“75  Die Vision vom global player treibt die großen deutsche Banken, Elektro- und Chemieunternehmen, Autohersteller und -zulieferer, Maschinenbauer und IT-Firmen um. Forschung, Produktion und Entwicklung werden ins Ausland verlegt.76  Mittlere Betriebe wie eine Pforzheimer Schmuckfabrik mit verlängerter Werkbank in Thailand und guten Kunden u.a. in Japan und den USA oder die Leipheimer Metallwarenfabrik Wanzl, die gerade den neuen Flughafen Chep Lap Kok in Hongkong mit Kilometern von Gepäck- und Einkaufswagen versorgte, zielen auf globale Märkte. Und internationale Geschäftstätigkeit erfasst selbst Kleinbetriebe wie etwa die Entwickler von Computerspielen in allen Funktionsbereichen ihrer Unternehmenstätigkeit von Finanzierung, Einkauf und Produktion bis Marketing und Absatz.77  Der Mythos von der Globalisierung bestimmt im Schlagwort vom Standort Deutschland die alltägliche innenpolitische Debatte. Schon Tucholsky stellte fest: „Was die Weltwirtschaft angeht, so ist sie verflochten.“78 

Bei vielen Firmen wird es schwierig, eine Nationalität festzulegen. Sie verkaufen, forschen, entwickeln und produzieren in vielen Ländern „je nach profitabelster Kombination aus Kapital, Arbeitskraft und Gesetzgebung.“79  Englisch wird generell zur Firmensprache wie bei dem deutsch-französischen Chemiekonzern Aventis, bei Bertelsmann, Beiersdorf, DaimlerChrysler, der Deutschen Bank und der „Zürich“ Versicherung oder zur Verkehrssprache zwischen verschiedenen Teilen des Unternehmens wie bei VW und Bayer. Selbst bei französischen Weltunternehmen wie Alcatel, Axa und L´Oréal hat sich Englisch als Firmensprache durchgesetzt. Kingscott: “In the last year the ABB company of Finland has taken to getting its technical writers, its Finnish technical writers, to write directly in English instead of in Finnish.”80  Verträge und technische Dokumentationen werden nur auf Englisch verfaßt, Konferenzen auf Englisch abgehalten. Die Kooperations- und Assoziierungsabkommen der EU mit den Staaten Mittel- und Osteuropas wurden ausschließlich englisch verhandelt und paraphiert81  , obwohl in einigen dieser Länder das Deutsche die am meisten verbreitete Fremdsprache ist und einige Verhandlungspartner Deutsch vorgezogen hätten.82  „Diese Sprachenpraxis Brüssels hat [...] der traditionell starken Stellung der deutschen Sprache zumindest unter den Eliten Mittel- und Osteuropas erkennbar geschadet.“83  In internationalen Beziehungen der EU und in Briefköpfen, Schildern der Auslandsvertretungen etc. wird Deutsch nicht verwendet. Die Sprachpraxis in der EU führt zu Klagen über eine „faktische Benachteiligung deutscher Interessen in Wirtschaft und Verwaltung. Man befürchtet Wettbewerbsnachteile und -verzerrungen, weil z.B. Ausschreibungen der Wirtschaft usw. nicht zeitgleich ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht werden. Und in der Tat: Stellen sie doch einmal einen Antrag in deutscher Sprache bei den europäischen Behörden!“84  Im Gegensatz zur bisherigen Praxis, bei der EU-Dolmetscher ausschließlich in ihre A-Sprache arbeiteten, wird von den Beitrittskandidaten erwartet, dass sie auch aus ihrer Sprache in das Englische dolmetschen, von wo aus sie per Relais abgeholt werden.

Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, die Dekretierung des Englischen zum Kommunikationsmedium innerhalb eines Unternehmens oder bei einem internationalen Kongress erhöhe und erleichtere die Kommunikationsfähigkeit. Zwar gilt: Man kann in einer Sprache auch Fehler machen und ist trotzdem mehrsprachig, wenn man seine kommunikativen Ziele erreicht.“85  Aber auch, „daß, wenn drei Ausländer Englisch sprechen, dann die Form englisch ist, aber was der andere darunter versteht, ist fraglich.“86  Wilss formuliert lapidar: „Nur in seiner Muttersprache kann sich ein Sprachbenutzer richtig ausdrücken.“87 

Oft vernichtet BSE, hier: Bad Simple English, Kommunikation. Martin Forstner: Die Verwendung des Englischen „im Wirtschaftsleben, in Internationalen Organisationen und in der Wissenschaft usw. zeitigt das Phänomen, daß die in diesen Bereichen Agierenden [...] ihre Englischkenntnisse überschätzen. Sie meinen, auf die Dienste von qualifizierten und professionellen – und deshalb vielleicht teuren – Translatoren verzichten zu können, und vertrauen auf ihre eigenen Englischkenntnisse, oder die ihrer Assistenten oder gar ihrer Sekretärinnen.“88  Das fehlende Problembewußtsein führt dann z.B. zum Customer Detention Center, das Siemens auf der Cebit eingerichtet hatte, zur Präsentation des neu entwickelten Wasserstoff-Antriebs von DaimlerChrysler im Heute Journal vom 11.9.00 vor einer riesigen Stellwand mit dem Motto: „Was unsere Kinder tanken werden./What fuel our children will use“ oder dazu, dass ein deutscher Postminister 200 Beamte „ab 50“ suchen ließ, weil er auf Wunsch der Regierung in Washington einen Austausch von “Senior Officials“ vereinbart hatte (Beamte im höheren Dienst). Aufgrund v. Gruppenzwängen und Hierarchiestrukturen werden sprachliche Defizite, „lernersprachliche Beschränkungen“89  , kaum je erwähnt oder eingestanden: Wer sagt schon seinem Chef, Kollegen oder Professor, dessen Englisch sei eine Katastrophe, oder wer gibt im Zeitalter des „Englisch perfekt in Wort und Schrift“ eigene Defizite zu? „Daß dieser verbreitete Gebrauch der englischen Sprache von Nichtmuttersprachlern sich auf die Entwicklung des Englischen nicht gerade günstig auswirkt, ist ein Nebeneffekt, über den Engländer und Amerikaner, die ihre Sprache lieben, verständlicherweise nicht glücklich sind.“90 

Insbesondere bei mündlicher Kommunikation ist Qualitätssicherung kaum existent. Dass das “Airspeak” mancher Piloten katastrophal ist, erfährt die Öffentlichkeit nur, wenn es ebensolche Folgen hat, wie beim Absturz einer Maschine der Swissair-Tochter Crossair am 10.1.2000, bei dem laut Spiegel ein Verständigungsproblem zwischen dem moldawischen Kapitän und dem slowakischen Co-Piloten mitverantwortlich gewesen sein soll“91  und anlässlich dessen das Blatt u.a. auch von einem lettischen Piloten auf einem anderen Flug berichtete, „dessen Englisch die Stewardessen kaum verstanden“92  , weshalb sie sich weigerten, mit ihm weiter zu reisen.

Wo die herausragenden Englischkenntnisse all der nur noch auf Englisch lehrenden Professoren privater deutscher “International Universities” herkommen, weiß ich nicht, ich hoffe nur, dass die Studierenden für die hohen Gebühren mehr als eine trügerische Sicherheit im Umgang mit der Sprache kaufen. Ein leitender Mitarbeiter einer internationalen Firma berichtete, dass -zig Tausende für ein Importeursmeeting ausgegeben wurden, Dolmetscher sparte man (der Blumenschmuck war teurer, als es diese gewesen wären). Bei den Fragen einiger Teilnehmer gegen Ende der Veranstaltung hatte er den Eindruck, diese seien gar nicht da gewesen. In anderen Fällen verzichten Teilnehmer, „schon um einen Gesichtsverlust zu vermeiden, auf Nachfragen zu Details“93  . Manchmal schickt die Firma nicht den Ingenieur, der am meisten von einem Thema versteht, sondern den, von dem man glaubt (oder der glauben macht), er könne am besten Englisch. Oder sie schickt den wirklichen Fachmann - und ein erfahrener Konferenzdolmetscher, der stolz darauf war, die deutsch präsentierten, komplizierten Sachverhalte differenziert auf Englisch wiedergegeben zu haben, erzählte mir vom small talk am Ende des Kongresses, wo der italienische Ingenieur auf die (englische) Frage, ob die Teilnahme für ihn persönlich und für seine Firma ergiebig gewesen sei, mit “Yeees” antwortete. Auf die nächste: “Will you go back by train or airplane?” kam ebenfalls ein “Yeees!”

Der Zwang, - mit nervösem Stress - in einer unvollkommen beherrschten Sprache zu radebrechen, führt zu Simplifikationen, Verkürzungen, Mißverständnissen. Die Kluft zwischen dem, was man sagen möchte und dem, was man kann, ist oft bodenlos. Wie bei der Vorsitzenden eines internationalen Kongresses, die erklärte, wie man die gedolmetschte Version der Beiträge über die tragbare Anlage hören könne, indem sie den Stecker des Kopfhörers mit den Worten hochhob: “You can stick zis in the bottom of your interpreter.” und: “You can lay your interpreter on ze table.“ Oder: „Das Ergebnis vor Steuern stecken wir in den Sonderposten mit Rücklageanteil.“ wird halt verkürzt zu: “Zere is a proplem wiz ze result.” Dazu eine Dolmetscherin: „Hochqualifizierte Menschen, die sich (auf englisch) kaum differenziert ausdrücken können, werden dadurch ‘infantilisiert’.“94 

Das Übertragen von defekten Texten aus spanischem, polnischem, nepalesischem oder japanischem Englisch ins Deutsche gehört zum dornenreichen Teil des Alltags von Translatoren. Meine Erfahrungen mit dem Englisch mancher osteuropäischer Dolmetscher - die natürlich aufgrund der Geschichte ihrer Länder weder über einschlägige längere Auslandserfahrung noch Ausbildung verfügen - erwecken Mitleid mit den EU-Dolmetschern, die in absehbarer Zukunft deren englisch ins Relais gegebene Ausführungen in die anderen Sprachen bringen sollen.

Oft überdeckt die scheinbare Kommunikationsfähigkeit auf Englisch tieferliegende Probleme interkultureller Kommunikation: „Eine Studie über mißglückte Unternehmensfusionen ergab, daß 85% der Manager kulturelle Unterschiede im Führungsstil als Hauptursache für das Scheitern angaben.“95 

Die anglophone Globalisierung der Märkte lässt den Bedarf an professioneller Translation nicht wegfallen, sondern erhöht ihn.

Es erscheint mir ein Wettbewerbsvorteil europäisch basierter gegenüber amerikanischen Firmen, wenn die Europäer nicht so sehr nach einheitlicher, „starker“ Unternehmenskultur streben, sondern ihre interkulturelle Sensibilität, ihr Pontenzial an Differenzierungs-, Lokalisierungs- und Translationsmöglichkeiten voll ausschöpfen. Sprache stiftet kulturelle Identität - die Vielfalt der Sprachen ist Ausdruck der kulturellen Identität Europas.“96 

4. Deutsch

Die Rolle des Deutschen ist nicht ganz so bescheiden, wie es der drittletzte Platz in der ersten Grafik, die ich zeigte, suggeriert: “[…] for the foreseeable future, English is likely to continue to be the most useful language of wider communication throughout the world, and particularly in Europe, with German a distant second, useful primarily in Europe.”97 

In Ostmitteleuropa und Russland kommt dem Deutschen als Fremdsprache eine größere Bedeutung zu als in westeuropäischen Ländern. An allen Schulen zusammen wird in Tschechien, der Slowakei und Ungarn häufiger Deutsch gewählt als Englisch, an den Gymnasien dominiert überall Englisch, an Berufsschulen und Fachgymnasien liegt - außer in Russland - Deutsch noch vor Englisch.98 

Auch bei der KSZE hatte die deutsche Regierung alle Mühe, das Deutsche neben dem Englischen, Französischen und Russischen als Konferenzssprache zu etablieren. Nachdem das gelungen war, avancierte das Deutsche sogar zur meistbenutzten Konferenzsprache. Deutsch war nämlich die einzige ’blockübergreifende‘ Sprache, die sowohl im Ostblock, als auch im ’Westblock‘ und im ’neutralen Block‘ gesprochen wurde.99 

Sehr schön. - Aber dann höre ich von einer russischen Germanistin, die nicht zu der im Rahmen der EXPO 2000 veranstalteten und vom DAAD finanzierten Internationalen Frauenuniversität zugelassen wurde, weil sie das zentrale Aufnahmekriterium, das “TOEFL Certificate” mit “550 points or better” nicht erfüllte.

Wenn man heutzutage betont, daß das Deutsche durchaus noch als Verkehrssprache (lingua franca) im Mittel- und Osteuropäischen Raum gebraucht werde, dann kann ich dazu nur sagen: wenn man dort erst einmal bemerkt, daß wir unsere eigene Sprache und Sprachkultur nicht schätzen, dann werden Osteuropäer erst recht keine Veranlassung haben, auf das Deutsch als Brücke zu Europa zurückzugreifen.100 

Wir sollten in Beziehungen zu Mittel- und Osteuropa vielleicht nicht als erstes unser Englisch paradieren, sondern es getrost auch mal mit Deutsch als Verkehrssprache versuchen. (Dies gilt übrigens auch und gerade für anglophone Muttersprachler: Immer wieder berichten mir Kollegen wie Studierende, die Deutsch können, wie man ihnen in unserem Land gar keine Chance gibt, dies zu üben, weil bei der ersten Spur eines englischen Akzents jeder Deutsche glaubt, seine dem Gesprächspartner überlegenen Fremdsprachenkenntnisse demonstrieren zu müssen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Selbstbeherrschung dazu gehört, dies nicht zu tun.)

Deutsch kann nicht nur in Osteuropa vielleicht wieder eine Nische besetzen. Von den EU-Sprachen hat es mit Abstand die meisten Muttersprachler, und es wird außer in Deutschland, Österreich und der Schweiz „offiziell verwendet [...] bis zu einem gewissen Grade auch in Italien Dänemark, Luxemburg, Belgien und ein wenig auch in Frankreich.“101 

Die internationale Geschäftstätigkeit unserer Firmen schafft den weltgrößten Übersetzungsmarkt mit jährlich 30 Mio. Seiten; in der EU sind es 100 Mio., weltweit 200 Mio.102  Bei der EU-Kommission wird am meisten ins Deutsche übersetzt, denn die Kommission beschließt erst, wenn eine Vorlage auf Englisch, Französisch und Deutsch verfügbar ist, und Englisch oder Französisch sind, wie wir sahen, die häufigsten Ausgangssprachen.

Dass Deutsch auch beim Dolmetschen einen wichtigen Platz behauptet, belegt die noch nicht veröffentlichte Umfrage des Germersheimer FASK: EU-Sprachen als Konferenzsprachen. Deutsch als Konferenzsprache in der Europäischen Union. Es gingen verwertbare Fragebögen ein von 600 Konferenzdolmetschern mit Deutsch als A-, B- oder C-Sprache und von 2000 Kunden aus Privatwirtschaft, von nationalen und internationalen Organisationen.

An Ausbildungsstätten wurden am häufigsten genannt: Heidelberg (71) und Germersheim (68), dann ESIT Paris (32), Saarbrücken (30), Univ. Trieste (26), SDI München (24), ETI Genf (21) und Univ. Wien (20). Alle anderen Ausbildungsstätten scheinen für die deutsche Sprache nicht relevant zu sein.

Konferenzdolmetscher sind für Kombinationen von Deutsch mit allen EU-Sprachen sowie mit Bulgarisch, Polnisch, Japanisch, Russisch, Tschechisch und Ungarisch am Markt tätig, 77% als Freiberufler, die fest angestellten finden sich überwiegend bei der EU und in Ministerien. Insgesamt stehen 893 feste Arbeitsverhältnisse innerhalb Europas für Konferenzdometscher mit Deutsch zur Verfügung, 73% davon im höheren Dienst. Für die Freiberufler sind die EU-Institutionen mit 48,5% der größte Auftraggeber, dann folgt der freie Markt mit 35%. Bei 84% ihres Gesamtarbeitsvolumens haben die Freiberufler mit Deutsch zu tun, dabei bieten 82% von ihnen 3-5 Fremdsprachen an.

Die Befragung der Kunden ergab als größte Märkte für das Konferenzdolmetschen mit Deutsch außerhalb Deutschlands: Frankreich, GB, Italien, Österreich und Spanien. Die „immer“ und „häufig“ benötigten Sprachen waren Deutsch (20%) und natürlich Englisch (19%), dann Französisch (13%), Italienisch (7%) und Spanisch (6%). EU-weit werden Englisch und Deutsch „jeweils als die wichtigsten Sprachen für das Konferenzgeschehen eines jeden Landes genannt.“103 

Für die letzten fünf Jahre gaben 35% der Kunden steigenden Bedarf für Dolmetschen mit Deutsch an, nur 9% abnehmenden, für die nächsten zehn Jahre prognostizierten 44% steigenden, 47% gleichbleibenden und nur 8% abnehmenden Bedarf.

EU-weit ist festzustellen, dass die Sprachenvielfalt bei allen Auftraggebern erhalten wird: „Alle Kunden verneinen deutlich (zwischen 70,4% und 100%) die Möglichkeit, bei ihren Konferenzen auf eine lingua franca zurückzugreifen. Falls doch eine in Erwägung gezogen würde, so wäre es Englisch oder, weitaus seltener Französisch.“104 

Das Diagramm zeigt die Antworten auf die Frage, welche Sprachen die Kunden in Zukunft zu nutzen gedenken; für Deutschland ergab sich eine Abweichung von diesen europäischen Durchschnittswerten, insofern hier nach Deutsch und Englisch das Russische vor Französisch und Chinesisch steht.

Fazit: Die Nische des Deutschen ist sehr geräumig und terminologisch gut ausgepolstert. Ich sehe keine Gefahr, dass die Sprache ausstirbt oder überfremdet wird. Aus Dutzenden von Diplomarbeiten zu Anglizismen in verschiedensten Fachsprachen habe ich gelernt, dass einerseits Internationalismen unentbehrlich geworden sind (ein Wort wie by-pass in der Kardiologie erwies sich gegen 18 verschiedene Eindeutschungsversuche resistent), andererseits gibt es natürlich eine Menge an überflüssigem Sprachmüll, der nichts als Imponiergehabe transportiert und den wir vermeiden können. Eine Daumenregel dafür kann ich nicht bieten - außer, dass jede und jeder einzelne Sensibilität und sprachliches Selbstbewußtsein entwickeln und sich auf den gesunden Menschenverstand verlassen möge. Pragmatik ist besser als Sprachpurismus.

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1  Wilss 2000, 8.

2  Vgl. Graddol 1997, 10 f., Crystal 2000, 16.

3  Weitere Günde vgl. Stoll 1999, 15; Crystal 2000, 17-23..

4  Breidenbach / Zukrigl 1998, 29.

5  Vgl. Axford 1995, 104; Conrad 1996, 29.

6  Fishman 1994, 71.

7  Jung 1999, 46.

8  Vgl. Der Spiegel 38 / 2000, 81.

9  Forstner 2000, 156.

10  Ibid. 157 f.

11  Axford 1995, 120.

12  Ibid., 97 f.

13  Vgl. ibid., 103.

14  Rubal-Lopez 1996, 38.

15  Vgl. Crystal 1997, 103.

16  Vgl. ibid., 115.

17  Vgl. Forschung & Lehre 11/2000,572.

18  Kingscott 2000, 228.

19  Vgl. Graddol 1997, 9.

20  Phillipson 1992, 30.

21  Rubal-Lopez 1996, 42 f.

22  Vgl. Forschung & Lehre 9/98, 450.

23  Ammon 1998 (2), 221.

24  Vgl. Ammon 1998 (1), 415 f. und (2) 170-179.

25  Stark 1999, Kap. 4.

26  Ibid., 36.

27  Breidenbach / Zukrigl 1998, 9.

28  Axford 1995, 209.

29  Breidenbach / Zukrigl 1998, 39.

30  Giordano 1992, 192.

31  Axford 1995, 191.

32  Vgl. Martin / Schumann 1996.

33  Breidenbach / Zukrigl 1998, 9.

34  So der Buchtitel von Ritzer 1993.

35  Ibid. 9, 13 und 68.

36  Ibid., 42.

37  Ibid., 173.

38  Robertson 1995, 39.

39  Axford 1995, 212.

40  Vgl. Breidenbach / Zukrigl 1998, 93.

41  Robertson 1995, 29.

42  Breidenbach / Zukrigl 1998, 214.

43  Ibid., 52.

44  Vgl. Breidenbach / Zukrigl 1998, 229.

45  Vgl. ibid., 64 f.

46  Vgl. ibid., 66.

47  Vgl. Fishman 1998-99, 32; Graddol 1997, 39. Mowlana 1996, bemerkt allerdings zu dem Thema: "Most of the world´s languages are unwritten only about 300 are in regular use in written form, and fewer than 100 of these have a written literature of any size [...]." (104) "With few exceptions like Canada, Cameroon, Belgium, and Switzerland, very few bilingual or multilingual states give equal footing to more than one national language. Only 15% of the world´s independent states officially recognize more than one language as the language of their central government." (106) - dabei haben 65% der Staaten sprachliche Minderheiten mit einem Anteil von mehr als 10% der Bevölkerung. (vgl. 111, Anm. 1)

48  Traufetter 2000, 238.

49  Forstner 2000, 158.

50  Els Oksaar in Bruha / Seeler 1998, 124.

51  Vgl. Phillipson 1992, 54-56.

52  Ibid., 106.

53  Vgl. z.B. ibid., 93-98.

54  Crystal 2000, 25

55  Vgl. Breidenbach / Zukrigl 1998, 228.

56  Ch. Schmitt 2000, 60.

57  Crystal 2000, 25.

58  Breidenbach / Zukrigl 1998, 42 und 227 f..

59  Wilss 2000, 5.

60  Vgl. Bruha in Bruha / Seeler 1998, 102: Nach überwiegender Auffassung der Europarechtler finden sich für derartig strenge Maßnahmen des Sprachenschutzes im Gemeinschaftsrecht keine Rechtfertigungsgründe.

61  Vgl. Breidenbach / Zukrigl 1998, 50.

62  Vgl. ibid., 50 und 62.

63  Vgl. Möbius 1999.

64  GLOBAL ENGLISH NEWSLETTER 5, 1999.

65  Rhein-Neckar-Zeitung 19./20.8.2000, 13.

66  Vgl. Möbius 1999.

67  Frank in Bruha / Seeler 1998, 141.

68  Vgl. Council of Europe 1992.

69  Ch. Schmitt 2000, 55 f.

70  UNESCO, Article 7.1.

71  Vgl. Das Gupta / Gumperz 1968, 160.

72  Galinski 2000, 242.

73  Mahler / Martens 2000, 142.

74  Vgl. ibid. 144.

75  Schrempp 1997, V.

76  Beispiele vgl. Löffler 1997.

77  Vgl. Steinmann / Scherer 1998, 23.

78  Vgl. Löffler 1997, 111.

79  Breidenbach / Zukrigl 1998, 119.

80  Kingscott 2000, 230.

81  Vgl. Schloßmacher 1994, 174; Stark 1999, Kap. 8.

82  Vgl. Stark 1999, Kap. 8.

83  Ibid.

84  Menke in Bruha / Seeler 1998, 31.

85  Els Oksaar in Bruha / Seeler 1998, 17.

86  Els Oksaar in Bruha / Seeler 1998, 119.

87  Wilss 2000, 5.

88  Forstner 2000, 164.

89  Knapp 1999, 19.

90  Gudehus 2000, 187.

91  Der Spiegel 28/2000.

92  Der Spiegel 23/2000.

93  Knapp 1999, 19.

94  Driesen in Bruha / Seeler 1998, 72.

95  Breidenbach / Zukrigl 1998, 20; die Studie findet sich in SIETAR Europa Newsletter, Vol 8 (1), März 1998, 3.

96  Randzio-Plath in Bruha / Seeler 1998, 67.

97  Conrad 1996, 17.

98  Vgl. Stark 1999, Kap. 2, 2.

99  Lorenz in Bruha / Seeler 1998, 53.

100  Menke in Bruha / Seeler 1998, 31.

101  Röhr in Bruha / Seeler 1998, 110.

102  P.A. Schmitt 1998, 5.

103  Neff 2000, 95.

104  Ibid. 93.


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