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Informationen aus dem Fachbereich 23

Ausgabe 5/6 - 1996 9. Dezember 1996

Inhalt

  1. Beiträge

    1. Fragen in den Herbstwind gefragt

    2. Dozentenmobilität im Rahmen von ERASMUS/SOKRATES

    3. Die Zivis am FASK

    4. Interview: ... die Druckerei als Dienstleistungsbetrieb

  2. Aus den Instituten

    1. Vorträge

      1. Ein hoher Gast in Germersheim

      2. Diskussionsrunde zu Arbeitsmarktchancen

      3. Die Lausitzer Sorben

    2. Reise- und Konferenzberichte

      1. Literarische Geographien

      2. Zwei Tagebuchblätter

      3. Als Gastdozent in Riga

      4. DAAD-Fortbildungsveranstaltung zur Übersetzerausbildung

      5. Drachenflieger der Sprache

    3. Gäste in Germersheim

  3. Redaktionelles

    1. Personalien

    2. Neue Computerräume bezogen

    3. ...des ASTAners letzte Meldungen

    4. fax- Literatur und Presseschau (eigenes Dokument)

  4. Aktuelle Informationen
    vgl. auch Semester- und sonstige Fachbereichstermine (externer Verweis)

siehe auch:


Beiträge

Fragen in den Herbstwind gefragt

Was könnte an unsrem Fachbereich anders werden,

damit unsere Studierenden und Dozierenden intensiver jene Chancen nützten, die ein gemeinsames Lernen von jungen Menschen aus über 60 Ländern bieten; damit in jeder Lehrveranstaltung deutlicher würde, warum sie eigentlich an einer Universität abgehalten wird; damit man zu jeder Tages- und fast jeder Nachtzeit, in jedem Monat, an jedem Tag (den heiligen Sonntag ausgenommen) an jene Dinge herankäme, die man zum Lernen, Lehren, Forschen oder Verwalten benötigt; damit man im Fachbereich besser jene Ruhe fände, die man zum Lernen, Lehren, Forschen und Verwalten benötigt; damit mehr Geld in die Kasse käme; damit wir nicht weiter MitarbeiterInnen mit 30 oder 40 Jahren einstellen dürften, die mit 42 die Freude an ihren Aufgaben verlieren und freudlos dann weitere 20 oder 25 Jahre die Zukunft vieler Studierendengenerationen mitprägen dürfen; damit wir nicht weiter MitarbeiterInnen mit 25 oder 30 oder 50 Jahren für zentrale Aufgaben in der Lehre engagieren müssten, die ein "Entgelt" erhalten, das den Namen "Lohn" nicht verdient; damit der Tratsch sich auf Tratschwürdiges konzentrierte und nicht ausrutschte in Provinzmief und Gehässigkeit; damit man/frau sich weniger auf Verschlimmbesserungen seines/ihres Sprachgebrauchs kaprizierte und stattdessen konsequenter einwirkte auf Veränderungen einer unersprießlichen Realität; damit Studierende sich nicht nur auf das einließen, was für einen Schein oder eine Prüfung wichtig sein mag, sondern auch auf das, was für ihr Leben interessant sein könnte; damit man auf einen Computerknopfdruck herausfände, welche lateinamerikanischen Romane oder Grammatiken zum Chinesischen es in unserer Bibliothek gibt; damit es nicht mehr "Übungen" gäbe, in denen mehr als 20, 30, 60 Studierende hocken; damit die Öffentlichkeit in den öffentlichen Fachbereichsratssitzungen aus mehr als 0-2 Personen bestünde; damit der Verfasser dieses komischen Beitrags seinen ungerecht verallgemeinernden und enervierend-besserwisserischen Erweckungstonfall aufgäbe; damit es für die NC-Fächer wieder deutlich mehr BewerberInnen als Studienplätze gäbe; damit mehr Studierende und Dozierende zu den Gastvorträgen kämen; damit verstärkt NachwuchswissenschaftlerInnen aus Amerika, Asien und Afrika den Weg an unseren Fachbereich fänden; damit durchschnittlich bis gut begabte Studierende bei vollem Arbeitseinsatz ihr Studium und dessen einzelne Abschnitte in der dafür vorgesehenen Regelstudienzeit auch wirklich absolvieren könnten; damit Unternehmen und Institutionen der Südpfalz und anliegender Regionen von dem in Germersheim versammelten Fachwissen stärker profitierten; damit die unterschiedliche Arbeitsbelastung und das unterschiedliche Engagement aller Angehörigen des Fachbereichs zur Kenntnis genommen und gewürdigt werden könnte; damit Behinderte jeden Raum des Fachbereichs ohne fremde Hilfe erreichen könnten; damit die Ghetto-Bildungen unter deutschen und ausländischen Studierenden durchbrochen würden; damit Germersheim auch in 5 Jahren noch seinen Ruf verteidigen könnte, eine der international besten Ausbildungsstätten für Übersetzer und Dolmetscher zu sein; damit FAX sich in all die Angelegenheiten einmischen könnte, die uns alle angehen; damit wir uns darüber einigen könnten, ob am Germersheimer Fachbereich 700, 2000 oder 3000 Studierende immatrikuliert sein sollten; damit unsere Studierenden auch bei nicht sehr rosigen Berufsaussichten mit einem Minimum an Stolz und Selbstbewußtsein Germersheim verließen; damit die unsägliche Diskussion "hie schöne/schnöde Praxis - dort schnöde/schöne Theorie" endlich als das erkannt würde, was sie ist: Ressentiment des Mittelmaßes hie und dort;

damit sich GastwissenschaftlerInnen wirklich als Gäste des Fachbereichs fühlen dürften; damit der Freundeskreis des Fachbereichs für alle und neue Mitglieder noch attraktiver würde; damit es sich für jeden lohnte, fleissiger zu sein, als das Gesetz (BAT, Beamtenrecht, Prüfungs- und Studienordnung) es vorschreibt; damit die Studierenden die ihnen im Universitätsgesetz zugestandenen Mitwirkungsrechte sinnvoller nützten; damit alle Mitarbeiter Innen des FB 23 verstünden, welcher Tatsache sie ihren "Job" "irgendwo und irgendwie und halt doch" verdanken: nämlich dass in Germersheim Studierende ausgebildet werden; damit sich niemand mehr grämte, zu viele Jahre eines zu kurzen Lebens am FB 23 in Germersheim verbracht zu haben.

(afk)


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Aus dem Fachbereichsrat

Dozentenmobilität im Rahmen
von ERASMUS/SOKRATES

Klaus von Schilling

Im kommenden Jahr wird das bisherige ERASMUS- durch das neue SOKRATES-Programm ersetzt, ein Programm, das vielfach die alten Funktionen übernimmt, in einigen Punkten aber zu erkennbaren Veränderungen führt. Diese betreffen - neben organisatorischen Fragen - in erster Linie die Studierenden: einmal wandeln sich die organisatorischen Modalitäten des Austauschs geringfügig, zum zweiten steht für den einzelnen weniger Geld zur Verfügung, so daß das Auslandssemester teurer wird, was aber - so ist zu hoffen - nicht bedeuten muß, daß der Gesamtumfang des Austauschs abnimmt. Doch nicht darüber - das ist Sache der ERASMUS-Beauftragten und des Auslandsamtes - soll hier berichtet werden, sondern über die Auswirkungen, welche das neue Programm für die Dozierenden haben wird.

Weiterhin soll von der Europäischen Union die enge Kooperation unter den Hochschulen unterstützt werden; dazu zählen ausdrücklich auch Maßnahmen zur Förderung der Dozentenmobilität. Unterstützung wird gewährt im Rahmen des Hochschulvertrages, wie er von der Universität abgeschlossen wird; dort stehen Gelder bereit, um den Aufenthalt von Wissenschaftlern bei den Partneruniversitäten (mit den entsprechenden Unterrichtsverpflichtungen) ganz oder teilweise zu finanzieren, und dies nicht nur für Professoren, sondern auch für Angehörige des Mittelbaus. Mit einer vollständigen Finanzierung kann in der Regel nicht gerechnet werden, doch dürften die Reisekosten vollständig und die zusätzlich entstehenden Lebenshaltungskosten teilweise gedeckt sein. Die Modalitäten des Austauschs jedoch bereiten noch Schwierigkeiten, weil die Initiative zu einem Auslandsaufenthalt, der in der Regel nur für die Semesterferien eingeplant werden kann, einmal von den einzelnen Dozenten ausgehen muß, wozu diese nur schwer in der Lage sind, weil sie meist nicht über die notwendigen Kontakte verfügen, und zum zweiten die Planung und Organisation frühzeitig - gut ein Jahr im voraus - anlaufen muß. Diese Schwierigkeiten könnten leicht dazu führen, daß solche Aufenthalte gar nicht zustande kommen.

Im Sommersemester war auf zwei Sitzungen des Fachbereichsrates von der Problematik die Rede; dabei bestand Einigkeit darüber, daß eine hohe Dozentenmobiltät aus der Sicht des Fachbereiches wünschenswert ist und daß zweitens die langen Vorlaufzeiten ein höheres Engagement von seiten der Institute verlangen, ohne welche der Austausch nicht organisiert werden kann. Betont wurde aber auch, daß die Dozenten/Dozentinnen, die an einem Austausch teilnehmen wollen, dessen Organisation selbst übernehmen müssen, in Absprache und mit Zustimmung der Institutsleiter. In der Diskussion wird festgehalten, daß die notwendigen Kontakte zu ausländischen Partneruniversitäten fast nur von den Professoren und Institutsleitern hergestellt werden können. Wenn ein Austausch also initiiert werden soll, so bedarf es der Vermittlung durch die Professoren, soll der Austausch nicht auf die wenigen Kollegen beschränkt werden, die bereits über die entsprechenden Kontakte verfügen. Dies impliziert auch eine Verpflichtung der Institutsleiter zur Hilfe gegenüber den Dozenten, die sich am Austausch beteiligen wollen. Gesehen wird ebenfalls, daß konkrete Vereinbarungen mit ausländischen Partneruniversitäten mehr als ein Jahr im voraus nicht ganz leicht zu treffen sein dürften. Dies Hindernis kann nicht beiseite geschoben, sondern muß von allen Beteiligten genommen werden, indem rechtzeitig geplant wird.

Die Austauschprogramme unterscheiden - neben Gastvorlesungen, die selten nur von Angehörigen des Mittelbaus wahrgenommen werden können - Kurzzeitdozenturen von 1-8 Wochen und "Lehrassistenzen", die für einen Zeitraum von 2-6 Monaten vorgesehen sind. Die Kurzzeitdozenturen dürften für die Germersheimer Dozenten die einzig realistische Chance bedeuten, an einem Austausch teilzunehmen, da nur sie in den Semesterferien zu verwirklichen sind. Zudem besteht bei den Kurzzeitdozenturen nicht die Notwendigkeit, daß stets ein Austauschpartner benannt werden muß; das Erfordernis der Gegenseitigkeit behindert die Organisation also nicht zusätzlich.

Die Organisation soll - darin bestand im Fachbereichsrat Einmütigkeit - weiterhin Sache des Sokratesbeauftragten des FB und der Institute bleiben. Wer also an einem Austauschprogramm teilnehmen möchte, muß sich an den jeweiligen Institutsleiter wenden. Dies muß nicht immer der Leiter des Instituts sein, dem der Dozent jeweils zugeordnet ist, sondern derjenige, der den Kontakt am ehesten herzustellen vermag. Ein Dozent etwa des Germanistischen Instituts, der an einem Autausch mit einer spanisch- oder französischsprachigen Partneruniversität interessiert ist, müßte sich an die Leiter der entsprechenden Institute wenden.


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Die Zivis am FASK: Wer sind wir?

Daniel Klumpp

So manch ein Angestellter, Dozent, oder Professor mag sich bereits einmal die Frage gestellt haben, wozu es Zivildienstleistende am FASK gibt, bzw. was zu deren Aufgabenbereich zählt. Nun ja, die Antwort kann manigfaltig ausfallen.

Irgendwo auf einem Papier steht, daß Zivildienstleistende neben ihrer Hauptaufgabe - bei uns also die Betreuung der behinderten Studenten und Studentinnen - auch bis zu 20% ihrer Arbeitszeit zu Arbeiten herangezogen werden dürfen, welche nicht in ihren Arbeitsbereich fallen. Diese 20% werden vor allem in der vorlesungsfreien Zeit von so manchem Vorgesetzten mehr als reichlich ausgenutzt.

Doch wollen wir endlich zum Eigentlichen und Essentiellen unserer Arbeit kommen:

Felix und ich traten hier am 1. Juli 1996 gemeinsam unseren Dienst an, als die Auserlesenen, welche die harten Vorstellungskriterien der Verwaltung am besten gemeistert hatten (immerhin gab es noch einen weiteren Anwärter auf die Stelle). Was uns hier erwartete, war uns klar, da Felix' Bruder Till bereits zwei Jahre zuvor am FASK Zivi war. Eingeführt wurden wir hauptsächlich von unseren Vorgängern. Sie erklärten uns den Umgang mit den Geräten, erzählten uns, welche Personen einen besonders auf Trab halten würden und daß es ansonsten ein ganz angenehmer Job sei. So fing es bereits früh an, daß wir Texte einscannten, in die Bibliothek gingen, um dort Bücher auszuleihen, ab und an Botengänge zur Post oder zum Copyshop erledigten und ansonsten den behinderten Studenten Hilfestellungen jeglicher Art und Weise leisteten, was wir bis heute noch tun.

Es gibt Behinderte am FASK, die nehmen unsere Hilfe überhaupt nicht in Anspruch, obwohl sie wissen, daß dieser Dienst hier angeboten wird. Andere sieht man vielleicht ein bis zwei Mal im Monat. Und wieder andere bringen pro Tag zwei bis drei Texte zum Einscannen, Korrigieren und Ausdrucken, oder sogar ganze Bücher.

Bevor wir in die neuen Computerräume umgezogen sind, waren die Anlagen für die behinderten Studenten in den öffentlich zugänglichen Räumen für die nichtbehinderte Studentenschaft eingegliedert. Oftmals dachten viele Studenten, wir seien ein Informationsbüro für EDV-unerfahrene Studierende und löcherten uns den ganzen Tag mit vom Unwissen zeugenden bis unlogischen Fragen, die Computerbenutzung betreffend. Seit wir aber einen separaten, vom öffentlichen Publikumsverkehr getrennten Raum zur Verfügung haben, was im übrigen auch auf große Freude der behinderten Studierenden stieß, sind wir gegen solche Ablenkungen weitgehend gefeit.

Bis Ende Juli sind wir hier noch im Rahmen unseres Zivildienstes tätig, welcher momentan insgesamt noch 13 Monate dauert. Bald ist Halbzeit, und das möchten wir zum Anlaß nehmen, ein kleines Resümée zu ziehen:

Davon, daß wir, wie anfangs erwähnt, den Zivildienst antraten, um ihn möglichst schnell hinter uns zu bringen, mag heute keiner mehr von uns reden. Wir kommen jeden morgen gerne hierher. Wir freuen uns, mit den Menschen, die wir betreuen, neue Bekanntschaften gemacht zu haben. Wir lernen täglich mehr im Umgang mit den Computeranlagen, dem Internet und neuen Informationstechnologien. Dieser Job bringt einem sowohl persönlich als auch hinsichtlich unserer Computerkenntnis sehr viel, was für die Zukunft zum Teil von Vorteil sein kann. Mit den Vorgesetzten kommt man gut aus, und auch mit anderen Angestellten des Hauses konnte man sich im Laufe der Zeit zusammenraufen.


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"...die Druckerei
als ein Dienstleistungsunternehmen ..."

Interview mit Hjalmar Hecky

Name: Hjalmar Hecky

Alter: 30+x (mehr wird nicht verraten!)

Familienstand: Nicht verheiratet

Fax: Herr Hecky, wie lange arbeiten Sie schon am Fachbereich?

Hecky: Zum 1. Januar 1997 werden es 17 Jahre.

Fax: Eine lange Zeit. Welche Entwicklungen hat es im Laufe der Jahre gegeben?

Hecky: Das wichtigste Ereignis aus meiner Sicht war die Modernisierung der Druckerei.

Fax: Wann war das?

Hecky: Von 1994 bis 1996. Vorher war das ein etwas beschwerlicher Weg. Die Maschinen, die ich hatte, entsprachen nicht dem Stand der Technik. Die Kopier- und Druckqualität war nicht besonders gut. Mit der neuen Ausrüstung kann man Bilder mit hoher Auflösung drucken und kopieren, stufenlos vergrößern und verkleinern, maschinell schneiden, heften, lochen, DIN A3-Kopien anfertigen, Folien kopieren - jetzt ist alles da. Früher konnte man nicht in dem Maße auf die Wünsche der Dozenten und Dozentinnen eingehen, wie das jetzt der Fall ist.

Fax: Hat man den Ärger darüber an Ihnen ausgelassen?

Hecky: Nein, überhaupt nicht. Man hat eingesehen, daß ich nichts dafür kann. Jetzt, wo die Vielfalt gegeben ist, sind die Ansprüche allerdings entsprechend gestiegen. Eine Entlastung hat die Modernisierung in dem Sinne nicht gebracht. Ich versuche halt, den Leuten so viel wie möglich entgegenzukommen - ich verstehe die Druckerei als ein Dienstleistungsunternehmen - muß aber gleichzeitig auf die Kosten achten. Kompromißlösungen sind gefragt, die Mittel sind nun einmal begrenzt.

Fax: Lesen Sie manchmal das, was Sie drucken? Haben Sie Spaß an der Arbeit?

Hecky: Es kommt schon vor, daß ich die Druckerzeugnisse lese, wenn sie auf deutsch sind und mich das Thema anspricht. Medizinische Texte finde ich interessant. Ich arbeite sehr gern hier - auch wenn ich mir manchmal wünsche, daß die finanzielle Lage eine günstigere Vertretungsregelung zulassen würde. Seitdem ich die neuen Maschinen habe, ist die Arbeit schneller, leichter und macht mehr Spaß. Ich bin Herrn Schäfer, meinem Chef, sehr dankbar, daß er sich für die Modernisierung eingesetzt hat, als er im August 1992 gekommen ist.

Fax: Es sieht so aus, als wären die Arbeiten noch im Gange, wenn ich mir die Wand neben der Tür angucke.

Hecky: Sie meinen, wo die Rauhfasertapete fehlt. Das ist eine andere Geschichte. Früher war eine Glasscheibe an der Stelle. Ich konnte sehen, wer draußen im Gang vorbeiging, das war angenehm. Dann ist eines morgens eine Baufirma gekommen, die vom Staatsbauamt beauftragt wurde, die Stelle zuzumauern. Das war im Herbst 1992. Später stellte es sich heraus, daß das eine Brandschutzmaßnahme war. Die Wand sieht noch so kahl aus, weil weitere Maßnahmen ins Auge gefaßt sind - zum Beispiel soll die Tür noch in die Mitte verlagert und breiter gemacht werden. Das hätte auch den Vorteil, daß Standardpaletten in die Druckerei gebracht werden könnten.

Fax: Wußten Sie, daß Sie im Fachbereich ein gefürchteter Mann sind?

Hecky: Ich habe noch niemanden gebissen. Aber ich kann nicht alles durchgehen lassen. Ich kann's nicht jedem Dozenten recht machen - ich darf es auch nicht. Das stößt manchmal auf Unverständnis, es entstehen unliebsame Situationen. Ich bin gezwungen, Prioritäten zu setzen. Ich habe den Überblick über die Auftragslage, nicht der Dozent. Das soll nicht heißen, ich wäre stur und würde nicht helfen, wenn jemand kurzfristig Hilfe braucht. Aber es gibt Dozenten, die erwarten, daß ich regelmäßig ihre Aufträge sofort erledige. Die Ausnahme soll zur Regel werden - das kann nicht angehen. Einige Dozenten möchten sich nicht an die Anweisungen halten - Stichwort Anzahl und Urheberrecht. Wenn ich sie darauf hinweise, bekomme ich die Schelte dafür. Aber die Anweisungen kommen nicht von mir.

Fax: Wenn die Anweisungen von Ihnen kämen, was würden Sie anders machen?

Hecky: Ich würde das System ändern. Das System in seiner jetzigen Form erlaubt keinen Überblick darüber, wer was macht. Die Dozenten, die ihre Arbeit nicht gut organisieren, verschaffen sich Vorteile zu Lasten derer, die sich an die Regeln halten. Manche stellen sich aus purer Bequemlichkeit hin und machen ihren Semesterbedarf am Kopierer. Tatsache ist, daß es zwei Drittel teurer ist, am Kopierer eine Kopie zu machen als an der Druckmaschine. Meiner Meinung nach sollte ein Kontingentierungssystem eingeführt werden, wonach jeder Dozent und jede Dozentin eine Kopiekarte für, sagen wir, 500 Kopiereinheiten pro Semester erhält. Wenn die Karte innerhalb von acht Tagen verbraucht ist, dann ist das seine oder ihre Sache. Außerdem sollte der Etat fürs Drucken und Kopieren auf Institute bzw. Einzeldozenten aufgeteilt werden - jeder sollte seine eigene Kostenstelle sein.

Fax: Das wäre unfair gegenüber Dozenten und Dozentinnen, die viele Studierende in ihren Kursen haben.

Hecky: Gar nicht. Das Kopiergerät vorne sollte überhaupt nur für den ganz kleinen Kopierbedarf benutzt werden. Die Extrakosten, die durch die übermäßige Inanspruchnahme des Kopierers entstehen, zahlt die Uni. Der lachende Dritte dabei ist die Firma, von der die Maschine geleast ist. Je höher die Stückzahl an Kopien, desto mehr Geld bekommt die Firma jeden Monat. Die Druckmaschine hingegen ist gekauft, außerdem geht sie nicht so oft kaputt und ist belastbarer. Das Kopiergerät ist anfälliger. Es ist auf 10 000 Kopien im Monat ausgelegt, aber bei Hochbetrieb im Oktober und November werden bei uns ca. 20 000 Kopien an diesem Gerät gemacht.

Fax: Manchem Mitarbeiter wäre das egal. Warum ist es Ihnen so wichtig?

Hecky: Es geht nicht um mich, sondern um den Fachbereich. Es muß alles seine Richtigkeit und Ordnung haben. Ich habe Verantwortung und ich habe Anweisungen und eine gewisse Position, die ich nach bestem Gewissen erfülle.

Fax: Andere wollen auch nur ihre Arbeit tun und schnell was für den Unterricht kopieren...

Hecky: Sehen Sie es mal so. Wenn Sie von zu Hause zu spät losfahren und 120 fahren, wo Sie 70 hätten fahren müssen, und von der Polizei geblitzt werden, können Sie auch nicht sagen "Ich hatte es halt eilig". Oder beim Metzger "Lassen Sie mich vor, ich brauche nur 100 Gramm Wurst. Habe zwei kleine Kinder daheim, habe gedacht, es wäre nicht viel los". Anders gesagt: Die Leute kennen die Gegebenheiten und halten sich trotzdem nicht dran, so sieht's aus.

Fax: Wie kommen Sie zu dem schönen Vornamen?

Hecky: Mein Vater, der Sparkassenangestellter in Zeiskam war, ist beruflich über den Namen gestolpert. Ich wurde benannt nach Hjalmar Schacht, dem Politiker, der die schwedische Landeswährung auf Vordermann gebracht hat.

Fax: Was machen Sie am Wochenende?

Hecky: Ich bin Fußballfan und fahre oft auf den Betzenberg, um den ersten FCK zu unterstützen. Wenn sie heute abend gegen die Eintracht spielen, werde ich dabei sein!*.

Fax: Spielen Sie selber?

Hecky: Früher, ja, für den örtlichen Verein in Zeiskam, wo ich aufgewachsen bin und heute noch lebe. Ich bin ein echter "Zäskämer".

Fax: Welche Position?

Hecky: Rechtsaußen.

Fax: Herr Hecky, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

*Nachtrag: Der FCK hat 5-0 gewonnen (02.12.96) und steht mit Abstand an der Spitze der 2. Liga! Wir gratulieren!

Das Interview führte Claire McTague.


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Aus den Instituten

Vorträge/Gäste am FASK

Ein hoher Gast und Vertreter der italienischen und europäischen Politik in Germersheim

Palermos Oberbürgermeister Leoluca Orlando am FASK

Eva Wiesmann

A m Freitag, dem 15.11.1996, hatte der Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim die Ehre, Herrn Prof. Leoluca Orlando, Oberbürgermeister von Palermo und Mitglied des Europäischen Parlaments, im Rahmen der allwöchentlichen Dolmetschkonferenz begrüßen zu dürfen. Mit seinem Vortrag über das Thema "Italien auf dem Weg zur Normalität: Der Fall Palermo" führte Prof. Orlando seinen Zuhörern eindrucksvoll die tiefgreifenden Veränderungen vor Augen, die sich in Italien in den letzten zehn Jahren vollzogen haben. Dabei unterstrich er insbesondere die zentrale Rolle Palermos als Ausgangspunkt und Schauplatz des Kampfes gegen die Mafia. In Palermo habe die Mafia erstmals in Italien ein Gesicht bekommen, seien die Verbrecher angeklagt statt die Verbrechen beklagt worden. Auch sei in dieser Stadt erstmals in Italien die politische Einheit der Parteien zerbrochen zugunsten der Einheit im Kampf gegen diese besondere Form des organisierten Verbrechens, deren Gefährlichkeit in der Verflechtung mit der Politik liege. Die persönliche Konsequenz des ehemaligen Christdemokraten Orlando war sein Austritt aus der Partei, die die italienische Politik seit Jahrzehnten bestimmt hatte, und die Gründung der politischen Bewegung "La Rete", die eine saubere, demokratischere Politik durchsetzen, die mafiaunterstützter Parteienmacht und Politikerkorruption Einhalt gebieten und die schließlich auch die Verantwortlichen in der Politik angreifbar machen will. "Palermo gehört uns und nicht der Mafia" lautet die Bestätigung aus der Bevölkerung, die Orlando am 21.11.1993 mit plebiszitären 75,2 % zum Oberbürgermeister wählte und die sich dank des mutigen Einsatzes nicht nur von Vertretern von Politik und Justiz, sondern auch der Kirche und der Frauenbewegung nicht mehr von der Mafia terrorisieren lassen will. Doch nicht nur im Kampf gegen das organisierte Verbrechen komme Palermo eine besondere Bedeutung zu, schließt Prof. Leoluca Orlando seinen Vortrag. Als Schmelztiegel der Kulturen könne Sizilien im allgemeinen und seine Stadt im besonderen auch im Hinblick auf die Einheit Europas und den fruchtbringenden Kontakt der Kulturen ein Beispiel sein.


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Diskussionsrunde zu Arbeitsmarktchancen von
Portugiesischabsolventen in Österreich und Deutschland

Dieter Messner/Matthias Perl

A m 04.06.1996 fand am Institut für Spanische und Portugiesische Sprache und Kultur eine Diskussionsrunde zu Arbeitsmarktchancen von Portugiesischabsolventen statt. Daran nahmen ca. 100 Studierende des Instituts für Spanische und Portugiesische Sprache und Kultur teil. Die Diskussion wurde geleitet von Herrn Dr. Manfred Betz, Prof. Dr. Dieter Messner, Prof. Dr. Matthias Perl und Prof. Dr. Klaus Pörtl.

Der Diskussion lag eine Befragung von Absolventen des Portugiesischstudiums der Universität Salzburg (Dipl.-Romanistik) und der Universität Mainz (Dipl.-Übersetzer für Portugiesisch und eine bzw. zwei weitere Sprachen) zugrunde. Der Arbeitsmarkt für Portugiesischabsolventen des Romanistikstudiums und des Studiengangs Dipl.-Übersetzer ist identisch. Nach dem Beitritt Österreichs zur EU gibt es auch keine national spezifischen Einsatzbereiche mehr. Jeweils ca. 50 % der Salzburger und Germersheimer Absolventen konnten nach dem Studium regelmäßig mit Portugiesisch arbeiten. Fast die Hälfte der befragten Absolventen haben darüber hinaus auch in mindestens einer weiteren Sprache regelmäßig gearbeitet. Von den Germersheimer Absolventen war kein Student nach dem Studium arbeitslos. In Salzburg waren vorübergehend 25 % der Absolventen nach dem Studium ohne Arbeit. Ca. 70 % der Absolventen übten zeitweise eine Tätigkeit aus, die nicht unmittelbar mit dem absolvierten Studium zusammenhing. Auffällig ist auch die Übereinstimmung darin, daß ca. 25 % der Absolventen nach dem Studium zunächst im portugiesischsprachigen Ausland tätig waren. 85 % der Absolventen sehen das Studium heute als hilfreich für eine Tätigkeit an, die nicht im engeren Sinne mit dem Portugiesischstudium zu tun hat. Die Tätigkeiten der Absolventen nach dem Studium sind sehr unterschiedlich: Germersheimer Absolventen sind u. a. als Dozenten für Deutsch und Fachübersetzen in Coimbra, im Lokaljournalismus, als Leiter eines Übersetzerbüros, als Mitarbeiter in einer Nachrichtenagentur, im Bereich Werbung und Verkauf, als Vertriebsleiter und als Journalist tätig. Salzburger Absolventen arbeiten u. a. im Tourismus, als Konzertmanager, im Export/Import sowie in der universitären Lehre. Die Absolventen des Romanistikstudiums aus Salzburg wünschten sich rückblickend ein breiteres Angebot an sprachpraktischen Übungen. Germersheimer Absolventen hoben kein Gebiet hervor, wofür sie eine stärkere Betonung wünschten. Die Einkommensverhältnisse der Salzburger und Germersheimer Absolventen sind sehr unterschiedlich. Die österreichischen Portugiesischabsolventen verdienen im Durchschnitt weniger als ihre deutschen Kollegen, genauere Angaben konnten hierzu nicht ermittelt werden. Die Germersheimer Absolventen gaben Bruttoeinkommen zwischen DM 2500,- bis DM 5500,- an. Zwei Absolventen konnten ein Einkommen von über DM 5500,- monatlich nennen. Hier muß jedoch betont werden, daß diese beiden nicht mit Portugiesisch in erster Linie ihr Einkommen erzielen. Auffällig ist weiterhin, daß fast alle Absolventen des Salzburger Romanistikstudiums ihren Beruf seit Studienabschluß mehr oder weniger stark verändert haben. Die Absolventen des Übersetzerstudiengangs aus Germersheim üben zu 71% eine Tätigkeit aus, die im direkten Zusammenhang mit dem Studium gesehen werden kann.

Es kann festgestellt werden, daß die Studiengänge mit Portugiesisch als 1. oder 2. Sprache eine gute Berufsfähigkeit schaffen, wobei nicht immer der Einsatz mit Portugiesisch gewährleistet ist und auch Tätigkeiten, die im engeren Sinne nicht mit der universitäten Ausbildung zu tun haben, eine wichtige Rolle spielen. Die Tätigkeitsbereiche auf dem Arbeitsmarkt von Absolventen der Dipl.-Übersetzerausbildung und des Dipl.-Romanistik-Studiums sind größtenteils identisch. Einer insgesamt pessimistischen Erwartung konnte die durchgeführte Analyse in den meisten Punkten widersprechen. Es sollte abschließend noch erwähnt werden, daß das Portugiesischstudium in Österreich nur an wenigen Universitäten möglich ist und insgesamt die Arbeitsmarktchancen geringer sind als in Deutschland, was vor allem durch die wenig ausgebauten ökonomischen und kulturellen Beziehungen Österreichs zu den lusophonen Ländern bedingt ist.


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Polen-Landkarte

Die Lausitzer Sorben -

eine "Eisscholle, die langsam schmilzt..."

Erika Worbs

M it diesem anschaulichen, nicht gerade optimistischen Bild leitete Dr. Dietrich Scholze, Direktor des Sorbischen Instituts e. V. in Bautzen, seinen Vortrag zum Thema "Die Lausitzer Sorben in Vergangenheit und Gegenwart" ein. Die Sorben (von den Deutschen auch oft als Wenden bezeichnet) sind Angehörige eines (west)slawischen Volkes, das seit 1500 Jahren zwischen der deutsch-tschechischen Grenze und dem Spreewald südlich von Berlin ansässig ist. Die Bevölkerungszahlen sind sinkend: Gegenwärtig sind es ca. 40 000 Obersorben (in der überwiegend katholischen Oberlausitz um Bautzen, administrativ zum Freistaat Sachsen gehörend) und 20 000 Niedersorben (im Gebiet der überwiegend protestantischen Niederlausitz um Cottbus, die administrativ zum Land Brandenburg gehört). Zum Vergleich: Gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts zählte man noch 150 000 Sorben. Sprachlich wird zwischen zwei Schriftsprachen unterschieden: dem Niedersorbischen, das dem Polnischen näher steht, und dem Obersorbischen, das mehr Gemeinsamkeiten mit dem Tschechischen zeigt.

Nach einer knappen Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des sorbischen Ethnikons und seines wechselvollen Schicksals in den unterschiedlichen deutschen Staatsgebilden ging der Referent ausführlich auf die gegenwärtige Situation der Sorben ein. Differenziert ist die Bewertung der Lage der Sorben in den vierzig Jahren der Existenz der DDR. Einerseits wurde die sorbische Sprache und Kultur zwar großzügig gefördert, andererseits hat sich die demographische Struktur in dieser Zeit vor allem durch die ökonomische Entwicklung weiterhin zuungunsten des sorbischen Bevölkerungsteils verändert (allein durch den Braunkohlenabbau gingen 40 sorbische Dörfer oder Ortsteile verloren). Auch die Situation der sorbischen Sprache(n) ist schwierig, alarmierend hoch der Anteil älterer Menschen unter den Sorbisch-Sprechern. Besonders die niedersorbische Sprache ist in ihrem Fortbestand bedroht, während sich das Obersorbische in einer vergleichsweise besseren Lage befindet. Doch ganz so pessimistisch ist das Gesamtbild dennoch nicht. Gegenwärtig schaffen die Politik sowie Kultur, Schule, Kirche, Medien, Vereine und Verbände günstige Voraussetzungen für den Erhalt und die Stärkung des Sorbentums. Wie diese Möglichkeiten von den Sorben wahrgenommen werden und ob sie ihre ethnische Identität bewahren und weitergeben, hänge allerdings von ihrem Willen ab, betonte der Referent.

Am Rande seines Vortrages präsentierte Dr. Scholze eine Auswahl von Publikationen des 1992 gegründeten Sorbischen Instituts und dokumentierte damit eindrucksvoll dessen intensive Bemühungen um die "Erforschung und Pflege der sorbischen Sprache, Geschichte und Kultur", wie es in der Vereinssatzung heißt.

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Handschrift

Reise und Konferenzberichte

Literarische Geographien

Ein Konferenzbericht aus Kanada

Susanne Hagemann

Was haben die Kanadierin Margaret Laurence und der Waliser Raymond Williams gemeinsam? Unter anderem, daß sie sich in ihren Romanen intensiv mit geographisch-kulturellen Identitäten, Grenzen und Grenzüberschreitungen auseinandersetzen: mit dem Versuch regionaler oder nationaler Selbstdefinition und den Widersprüchen und Zwiespältigkeiten, die er mit sich bringt. Anliegen wie diese machen Laurence und Williams zu Paradebeispielen für das Material, mit dem sich seit 1986 die International Conference on the Literature of Region and Nation beschäftigt. Schwerpunkt der Konferenz sind die englischsprachigen Literaturen des Vereinigten Königreichs. Daneben finden auch andere Länder Beachtung, soweit ihre Literatur auf englisch verfaßt wird oder zu englischsprachiger Literatur in Beziehung gesetzt werden kann.

Im August 1996 fand die Konferenz zum sechsten Mal statt - zum ersten Mal außerhalb Europas, nämlich an der University of New Brunswick in Saint John. Das Spektrum der Vorträge reichte von Laurence über Williams bis hin zu Shakespeare. Geographisch bedingt kam Außereuropäisches besonders deutlich zur Geltung. Die Sektionen zur kanadischen und US-amerikanischen Literatur waren hervorragend besetzt. Auch Afrika, vor allem Südafrika, sowie Indien und die Karibik erwiesen sich als attraktive Themen. Australien und Neuseeland dagegen wurden mit Schweigen übergangen. Was Europa betrifft, so war England erfreulich stark vertreten. Von englischer bzw. Londoner Warte aus betrachtet, bedeutet region and nation ja nicht selten "die Peripherien": Region und Nation sind oft nur die anderen, Wales, Schottland, Irland, die englische Provinz. Nicht so in Saint John, wo unter anderem ein Vortrag über "Post-Colonial London" auf dem Programm stand. Vom übrigen englischsprachigen Europa war natürlich auch die Rede. Wales spielt auf dieser Konferenz traditionell eine wichtige Rolle, und auch eine schottische Sektion war - ohne Germersheimer Beteiligung und unter walisischer Leitung - zustande gekommen. Die Berichterstatterin hielt als eine von zwei Vertreterinnen der Mini-Sektion Irland einen Vortrag über "The Irishness of Dracula", der zwar nur ein kleines Fachpublikum anlockte, die Lokalpresse der zu 60 % irischstämmigen Stadt aber um so mehr faszinierte. - Die meisten Vortragenden hatten einen literarischen oder - der New Historicism läßt grüßen - einen literarisch-historischen Ansatz gewählt. Sprach- und übersetzungswissenschaftliche Überlegungen wurden kaum einbezogen. Daran läßt sich vielleicht auf der nächsten Konferenz etwas ändern, denn diese wird auf Wunsch der Mitgliederversammlung im August 1998 in Germersheim stattfinden. Alle Interessierten seien schon jetzt herzlich eingeladen.

Die Organisatorin der kanadischen Konferenz, Winnifred Bogaards, die nicht nur durch ihre administrative Effizienz bestach, sondern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem mit Köstlichkeiten wie einer Dichterlesungs-Kreuzfahrt bei Sonnenuntergang und einem Abschlußdiner mit fingerdicken Lachsscheiben frisch vom Holzkohlengrill verwöhnte, wird voraussichtlich Anfang des nächsten Sommersemesters (April 1997) nach Germersheim kommen und einen Vortrag über kanadisch-schottische Literaturbeziehungen halten. Auch bei diesem Vortrag, der natürlich rechtzeitig noch einmal angekündigt wird, sind alle Interessierten herzlich willkommen.

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Zwei Tagebuchblätter aus dem Sommer 1996

Andreas F. Kelletat

Tanzende Derwische

Travemünde, 2. September 96

"Autorentreffen an der Ostsee", hatten sie's genannt, "Manfred Peter Hein zum 65. Geburtstag". Veranstalter das Institut für Deutsche Philologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald (wo ein freundlicher Mainzer Sprachwissenschaftler inzwischen zum Dekan aufgestiegen ist, der ärmste) sowie die Ostsee-Akademie. Und die Autoren waren gekommen, aus Dänemark, Norwegen, St. Petersburg (Eugen Satschewski, der Spezialist für die Gruppe 47, der vergangenen November in Germersheim seine russischen Jandl-Übersetzungen vorstellte und herrlichen Kaviar mitbrachte und nun auf der Heimreise eine schwere Augenkrankheit bekam und seit Monaten ohne Gehalt ist und die teuren Arzneimittel nicht bezahlen kann), Autoren aus Litauen, Lettland und Finnland und aus Israel der russische Jude und philosophische Stadtstreicher Nathan Bartmann, Übersetzer von Scholem, Buber und Rosenzweig. Dazu Literaten und Literaturwissenschaftler und andere Künstler aus Deutschland: Gratz und Müller-Waldeck aus Greifswald, der Nicht-nur-Brecht-Forscher Neureuter aus Regensburg, Peter Horst Neumann, dichtender Celan-Exeget, Wulf Kirsten, der Weimarer Dichter, Richard Pietraß, der eben Seamus Heaneys Nobelpreis-Rede ins Deutsche gebracht hat - und natürlich Egon Ammann, der ungeheuer umtriebige Verleger aus Zürich. Drei Tage gefüllt mit Lesungen, Vorträgen und Diskussionen - natürlich vor allem zu Heins Poesie, aber auch zu Fragen der Zugehörigkeit der baltischen Literaturen zur europäischen Szene. Kein ganz gefahrloses Unterfangen, so unter den Augen der Dichter ihre Werke zu interpretieren, aber das Risiko belohnt durch eine Intensität des Gesprächs von früh bis spät in die Nacht, wie es so wohl nur jenseits universitärer Subordination vorkommen kann. Begeisterte, Besessene. Ungeheuer faszinierend die Rezitationen von Amanda Aizpuriete (der Rigaer Poetin, die all ihre reimlos-freirhythmischen Verse auswendig vorträgt!) und ihrem Nachdichter Hein. Aber auch die Lesungen und Diskussionsbeiträge von Antanas Gailius, dem Kurzzeitbotschafter Litauens in Bonn, und von Vytautas Karalius bleiben haften, vor allem seine rasanten Aphorismen, Dutzende. Der schönste vielleicht: "So viele Blinde, und kein Homer." Wie müssten unsere Philologien beschaffen sein, damit Gespräche über Poesie und Geschichte, Politik und Übersetzen jene Konzentration erreichen könnten, die für diese drei Tage so selbstverständlich war? "Wo / mögen die wahrhaft / in Wahrheit lebendig / Lebenden sein", zitiert Hein in einem Türkei-Gedicht 1990 den Portugiesen Pessoa aus dem Buch der Unruhe.

Istanbul, 22. September 96

Nachts um 10 in der Charterhalle am Flughafen, zwei Maschinen gehen nach Deutschland, "Gastarbeiterflüge", zehn oder mehr nach Rußland, in Städte, deren Namen ich noch nie gehört hab. Ruppige Reisende mit Kartons und Plastiktüten in Mengen, die Zöllner und Verkäufer in den internationalen Ramschbuden, sie können schon besser Russisch als Deutsch oder Englisch. Völkerwanderungsstimmung.

Elf Tage in der Riesenstadt, der dritte oder vierte Besuch und doch jetzt erst der erste richtige. Die Konferenz am Germanistischen Institut der Istanbuler Universität ("Schnittpunkt der Kulturen") erheiternd, deprimierend und erhellend. 130 Leute aus allen Himmelsrichtungen: Indien und Neuseeland, Amerika und Polen, Deutschland, Senegal, Dänemark und Marokko - und natürlich viele türkische Germanisten. Was in unsrem Fach im Ausland so getrieben wird, es war dann doch verblüffend. Kaum noch etwas hat das oft mit dem zu tun, was in Greifswald oder Mainz oder Köln unter Germanistik verstanden wird. Perspektivenwechsel, Neuorientierung, Praxisbezug, Blick auf die neuen Medien, auf die Wirtschaft, den Tourismus - da sieht man plötzlich recht alt aus mit der naiven Vorstellung, daß Sprache und Literatur und Umgang mit Texten doch das seien, was das Fach konstituiert. Natürlich auch viel modisches Geklingel, die neuesten Diskurse vom US-amerikanischen Campus gegen den Eurozentrismus, den Kanon und die postkolonialen Männerdiskurse. Sehr viele sehr gute Gespräche am Rande, mit Pramod Talgeri aus Neu Delhi, Norbert Honsza aus Breslau, Moustafa Maher aus Kairo, Mounir Fendri aus Tunis und vielen andren. Und natürlich die beiden Lesungen, der Istanbuler Jude Mario Levy und der Marokkaner Fawzi Boubia mit seinem eben in Mainz erschienenen bissig furiosen Heidelberg-Roman.

Irritierend manches Gespräch mit den in Deutschland geborenen und dann nach dem Abitur mit den Eltern in die Türkei zurückgekehrten jungen Studenten. Da war die Germanistik, die türkische wie interkulturell-deutsche, offenbar oft überfordert. Ungenutzte Begabungen, verschenkte Energien, zwischen den Kulturen zerknickte Lebensläufe. Bitterkeit über das trotzdem geliebte Schwaben auch im Gespräch der Eltern, die ihr Leben durch Jahrzehnte bei uns verschuftet haben und nun vor einem Subalternen im deutschen Konsulat fein und gründlich und mit vielen beglaubigten Besitzstandsdokumenten beweisen müssen, daß die geplante dreiwöchige Urlaubsreise zu den deutschen Nachbarn und den in Deutschland gebliebenen Verwandten nicht doch als tückischer Versuch illegaler Zuwanderung eingefädelt wird. Unsere türkischen Mitbürger. Lassen wir das mal mit den Kerzen und Lichterketten und dem politisch korrekten Multikultisingsang...

Kamal Atatuerk, 1925

Aber was bleiben soll, ist dann doch das andre: Etwa der lange Tag weit draußen an der "amerikanischen" (und daher in ihren Bemühungen um das Deutsche von uns Deutschen nicht voll akzeptierten) Bosporus-Universität mit einem Campus und einem Blick über Wasser und Landschaft und auf die Moschee und den Segelhafen von Bebek hinab, wie ich ihn so schön sonst nur aus Vaasa im Sommer kenn. Das wär ein Ort für ein Zweitstudium! Keine Riesenabteilung dort, die für Übersetzen und Dolmetschen, aber eine, die von großem Verantwortungsbewußtsein für die Studenten geprägt ist - und mit einem Studienprogramm, das mir in manchem zeitgemäßer, moderner, innovativer erscheint als unsres. Und das ausgerechnet bei den Türken!

Sonderbare Stimmung unter den Intellektuellen. Ein Beharren auf den Chancen von Aufklärung und Vernunft, ein Vertrauen auf Pädagogisches, ein durchgängig neugieriger Blick, als habe man die Zukunft wirklich noch vor sich. Und blauäugig ist das nicht, eher mit einem - durch dann und wann und gar nicht aus Versehen blau geschlagenen Auge - geschärften Blick. Die Alt-Atatürkianer mit einem Anflug von Zynismus, wenn sie im Abendlicht mit Atatürks Lieblingsgetränk anstoßen. Und doch wird da etwas weitergelebt und auch weitergegeben, nach einem für den Fremden historisch nicht leicht auszumachenden kategorischen Imperativ. Als sollten alle Kraft, alle Ressourcen, alle Liebe eben doch just dort eingesetzt werden, wo es sich am wenigsten lohnt. Während wir doch immer nur da und bei denen investieren, wo es sich rechnen wird. Ein trotziges Eintreten auch bei den weniger dogmatischen, im postivsten Sinne: postmodernen Jüngeren für die nun wahrlich multikulturelle Identität ihrer Bürger-, Bettler- und Studentenstadt Istanbul. Auch wenn die frankreich- und europaorientierten Bürger längst zur Minderheit geworden sind, so rasch werden sie sich - zumindest in den Zentren der Stadt auf beiden Seiten der Galata-Brücke - ihre mediterrane Urbanität von den Millionen Zuwanderern aus den anatolischen Dörfern nicht austreiben lassen, mögen die Wahlen auch auf andres deuten. Vom Kopftuch soll man sich nicht närrisch machen lassen. Das zeigt jedes Kaffeehausgespräch, jede Kunstausstellung, jede Buchhandlung, jedes Konzert, jedes Restaurant auf und neben der Flaniermeile zwischen Taxim und Tünel - das ist offene Metropole, mit all ihren historisch gesättigten Bindungen zum Griechischen, Osmanischen, Arabischen, Spanisch-jüdischen, Französischen, Bulgarischen, Alexandrinischen, Zigeunerischen. Die von vielen Winden gewaschene Weltstadt behauptet sich, selbst da, wo ihre über zweitausendjährige Geschichte auf das heimliche Zustecken eines frommen Abziehbildchens mit dem Konterfei des Patriarchen am abwässerstinkenden Goldenen Horn zusammenschnurrt. Ein Herrscher wie der Papst, und spricht sein Gebet mit drei oder vier letzten Getreuen; seine wie das Bundeskanzleramt gesicherte Residenz weithin umlagert von verfallenden Herrschaftshäusern der ehemaligen griechischen Kolonie, umtönt von türkischem Rock und Pop und Lautsprechergeknatter von den Türmen der zahllosen Moscheen.

Was aufbewahren im Gedächtnis? Die Bootsfahrt zu den Prinzeninseln im Marmarameer, im Nachmittagsdunst die schier endlose Silhouette der wabernden Abermillionenstadt drüben überm Meer auf dem asiatischen Ufer - aber so unwirklich, weil keine Stunde mit der Fähre einen plötzlich die Ruhe anspringt, kein Gehupe, kein Abgasgestank, sondern: Kiefernwald, Sommervillen, als Fortbewegungsmittel nur ganz untouristische Pferdekutschen, Parks, Sträucher, Blumen, satter Duft wie auf der stillsten Ägäisinsel. Oder der lange lange Abend mit Özdemirs, dem Schriftstellerverleger, der eben in Pera seinen neuen literarischen Verlag aufbaut, und seiner Frau und seinen Übersetzern, die sich vorgenommen haben, eine neue Übersetzerkultur zu etablieren, die in mühevoller Textarbeit gegenseitig ihre Übersetzungen lektorieren, die nicht über Umsatz, Absatz, Zahlen, Zahlen diskutieren, sondern über die Frage, ob dieses Wort und dieser Satz und dieser Ton denn nun wirklich das sei, was in dem türkischen Zieltext dort stehen sollte. Wieder ertapp ich mich bei dem Gedanken: so viel Zukunft... Und auch wieder gemischt mit Vergangenheit, denn den Verleger müßt ich doch kennen, 1984 im Juni waren wir auf dem selben Schriftstellerkongreß im finnischen Mukkula, erinnern uns an gemeinsame Bekannte aus der finnischen Literaten- und Verlagsszene, an Diskussionen mit dem brillanten Coetzee und dem eitlen Aitmatow in der Mittsommernacht, an das Fußballspiel der finnischen Autoren gegen den Rest der Welt mit dem Starkritiker als hechelndem Schiedsrichter, nur an uns erinnern wir uns nicht. Schließlich in großer Runde die Nacht hinein ein langes Gespräch mit wenigen Sätzen mit einem Dichter, der aus dem Deutschen auch übersetzt, Philosophen wohl, und dann Celan und Hölderlin, seit Jahren, einige Oden und Elegien, metrisch rigoros, ein deutsch-türkisches Lebenswerk, dessen Mühe kaum einer wird nachvollziehen können. All die, und den besonders, möcht man erneut und wieder treffen, bald. Aufbruchstimmung dort, wo es aus unsrer Sicht nur nach Rückschritt ausschaut. Weil man arm ist, verpraßt man bei feinstem Essen und schwerstem Trinken sein letztes Geld mit dem Fremden. Der das Glück hatte, diese bezaubernde Stadt abseits all der trefflich positionierten Touristenfallen mögen lernen zu dürfen. Dank dafür der und all denen, die das möglich gemacht


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Als Gastdozent in Riga

Reise an die Universität Lettland

G. Kobro

Mit Interesse und Sympathie nahm ich die vor ca. einem Jahr ins Leben gerufene Partnerschaft zwischen der Jo-Gu-Uni Mainz und der Universität Lettland zur Kenntnis, eine Partnerschaft, die gerade auf dem Gebiet der Angewandten Sprachwissenschaft für die Bewohner unseres näher zusammenrückenden "Hauses Europa" einen lebenswichtigen Erfahrungsaustausch bedeutet. So kam es, daß ich vom 7. bis 25. 0ktober 1996 Gelegenheit hatte, im Rahmen des laufenden Abkommens als Gastlektor in Riga zwei dreiwöchige Kompaktkurse abzuhalten:

  1. Lettisch-deutsche Übersetzungsübungen

  2. Urkunden-Übersetzen aus dem Russischen und Lettischen in die deutsche Sprache.

Es war für mich ein aufregendes Erlebnis bzw. eine Herausforderung besonderer Art, den lettischen und russischen Studierenden "auf den Zahn zu fühlen", aber auch zur Erweiterung ihres Wissenshorizonts beitragen zu dürfen. Durch meine eigene baltische Familiengeschichte gepragt, hatte ich von Kindheit an "passiv dahinschlummernde" Lettischkenntnisse (zu Hause wurde neben Deutsch und Russisch oft auch Lettisch gesprochen), die ich im SS 96 vor der geplanten Reise im Rahmen des von Frau Dr. Ieva Zauberga und Frau Dr. Arija Servuta an unserem Fachbereich angebotenen Lettisch-Kurses auffrischen konnte. Mit dem gleichen Zweck nutzte ich auch in Riga das bestehende Lehrangebot (Lettisch für Nicht-Letten) und durfte bei den dortigen Kollegen die recht spartanischen Schulbänke drücken.

Frau Dr. Arija Servuta war es auch, die sich während meines Gastaufenhaltes liebevoll um mich kümmerte, wofür ihr ganz besonderer Dank gebührt. Sehr schön fand ich übrigens die Unterbringung im zentral gelegenen Gästehaus der Universität mit sauber renovierten Zimmern.

Die Zusammenarbeit mit den aufgeschlossenen lettischen Studierenden hat mir großen Spaß gemacht. Beachtlich fand ich die Lettischkenntnisse einiger russischstammiger Studentinnen, die ja aus einer Fremdsprache (Deutsch) in eine andere (Lettisch) übersetzen. Insgesamt fällt auf, daß ungeachtet der bestehenden sprachlichen Probleme "clevere" Russen sich mit Erfolg anstrengen, die Landessprache zu erlernen. (Erschreckend hoch bleibt freilich die Zahl jener, die diese Notwendigkeit noch nicht eingesehen haben.)

Den Übersetzern des Grundstudiums (12 Personen) versuchte ich, innerhalb der kurzen Zeit meines Aufenthaltes mehrere Textsorten (narrativ, deskriptiv, technisch-spezial) vorzusetzen, um - zumindest ansatzweise - auf die jeweilige Translationsproblematik hinweisen zu können. Mit der anderen Gruppe (27 Personen) hielt ich einen Intensivkurs "Urkunden-Übersetzen" ab, der - wie ich feststellen konnte - den interessierten Teilnehmerinnen viel Nützliches gebracht hat.

Aus didaktischer Sicht mußte ich die Erfahrung machen, daß dem Übersetzen in die Fremdsprache Deutsch an der Rigaer Fremdsprachenfakultät nicht genügend Beachtung geschenkt wird. Die Studierenden - vor allem höhere Semester - verfügen zwar über beachtliche Deutschkenntnisse, haben aber auffällige Schwierigkeiten, ihr Wissen beim Übersetzen umzusetzen. Über ein systematisches Lehrangebot "Übersetzen Lettisch-Deutsch" muß m. E. unbedingt nachgedacht werden. Ebenso über eine dringend erforderliche Veranstaltung "Verhandlungsdolmetschen Lettisch-Deutsch" sowie ein Proseminar zur deutschen Landeskunde. Hier waren die ca. 10 Dozentinnen der beiden Lehrstühle für Deutsch (verwirrende Kompetenzüberschneidungen!) gefordert, von deren vorzüglichem Deutsch ich wirklich beeindruckt bin.

Die Trennung nach Lehramtskandidaten und Übersetzern erfolgt an der Universität Lettland z. Zt. erst nach dem 3. Studienjahr (= 6. Semester), was nach Meinung von Dr. A. Servuta, der ich mich anschließe, sehr spät ist; zumal die allgemeine Situation im Lande (wirtschaftlicher Aufbruch, Öffnung zum Westen) einen großen Bedarf an qualifizierten Übersetzern nahelegt.

Zudem sehen viele Studierende den Übersetzerberuf als verlockende Altemative zum gegenwärtig schlechtbezahlten Lehrerberuf an.

Diese Frage wurde bei der Lehrkörperkonferenz am Lehrstuhl für Deutsche Sprache am 24.10.96 angeschnitten, wobei die Lehrstuhlleiterin Frau Dr. Pernica mich wissen ließ, daß man im kommenden Jahr eine bedeutende Umstrukturierung angehen wolle.

Ich möchte abschließend allen lettischen Kollegen danken, die mir bei meiner Arbeit nach Kräften behilflich waren. Dank vor allem auch an Frau Dr. Mudite Smiltena, die mich mit soviel Herzlichkeit "mitbetreute" und Frau Dr. Pernica für ihre freundliche Unterstützung.

Ich komme gerne wieder!

Liels paldies un uz redzesanos!

P. S. Eine Qual sondersgleichen erleben die Dozenten und Studenten der Fremdsprachenfakultät tagtäglich infolge der miserablen Qualität der Tafeln: Das mit normaler Kreide Geschriebene erscheint wohl wegen falscher Oberflächenbeschichtung nur ganz schwach, nahezu unlesbar, was letztlich eine gewaltige Behinderung der Wissensvermittlung bedeutet.

Anregung: Vielleicht ließe sich für das Fremdspracheninstitut der Universität Lettland eine Spende von ca. 100 Schultafeln organisieren? Es wäre wahrhaftig eine für den Studienerfolg lebenswichtige Hilfe. Ich hoffe, diesem Vorschlag wird eine wohlwollende Beachtung geschenkt werden können.


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DAAD-Fortbildungsveranstaltung
zur Übersetzerausbildung

Dirk Müller

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) als eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen hat die Aufgabe, die Hochschulbeziehungen mit dem Ausland vor allem durch den Austausch von Studierenden und WissenschaftlerInnen zu fördern. Im Bereich "Förderung der Germanistik und der deutschen Sprache im Ausland" nimmt die Vermittlung von LektorenInnen für deutsche Sprache, Literatur und Landeskunde eine Sonderstellung ein. Gegenwärtig werden in diesem Programm über 500 junge WissenschaftlerInnen an Hochschulen in mehr als 70 Ländern gefördert.

In der Regel sind die DAAD-LektorInnen an germanistischen Instituten tätig, ihr Aufgabenbereich reicht vom Einsatz im Sprachunterricht über die Durchführung von wissenschaftlichen Lehrveranstaltungen bis hin zur Betreuung von Magister- bzw. Diplom-Arbeiten und Weiterbildungsseminaren. Immer häufiger werden die LektorInnen aber auch gebeten, spezielle Lehrveranstaltungen auf dem Gebiet des Übersetzens und Dolmetschens zu übernehmen. Dies geschieht entweder innerhalb eines regulären Germansitik-Studiengangs oder - vorerst noch seltener - als Bestandteil einer schon etablierten oder sich noch im Aufbau befindlichen Übersetzer - und Dolmetscherausbildung. Für die meisten LektorInnen gleicht das einem Sprung ins kalte Wasser, denn mit derartigen Fragestellungen kommt man bei einem Germanistik- - oder DaF-Studium in der Bundesrepublik nur marginal in Berührung.

Anfang des Jahres wurde der DAAD angesichts sich häufender Hilferufe aktiv und organisierte eine Fortbildungsveranstaltung zur "Ausbildung von Übersetzern und Dolmetschern". Sie fand am 23. und 24. Juli 1996 in Bonn statt. Die Leitung des Seminars hatte Herr Professor Andreas Kelletat, Germersheim, übernommen.

Von vornherein stand fest, daß die zwölf TeilnehmerInnen nach zwei Tagen nicht als perfekte Ausbilder an ihre Gasthochschulen zurückfahren würden. Das Ziel der Veranstaltung bestand vielmehr darin, einen Überblick über die wichtigsten Aspekte einer Übersetzerausbildung zu geben, Erfahrungen auszutauschen und vor allem nützliche Anregungen für die eigene weitere Beschäftigung mit dem Fachgebiet zu vermitteln.

Im folgenden nun einiges dazu, wie dies gelungen ist. Zu Beginn des Seminars stellten die DAAD-LektorInnen ihre eigene Erfahrungen vor. Schnell wurde klar, daß es sich um eine äußerst heterogene Gruppe handelte: Die Teilnehemenden waren von drei Kontinenten angereist, wo sie unter zum Teil völlig verschiedenen Bedingungen tätig sind, verfügten über die unterschiedlichsten Voraussetzungen, angefangen von der eigenen Teilnahme an vereinzelten Übersetzungsseminaren innerhalb eines philologischen Studiengangs bis hin zur abgeschlossenen Übersetzerausbildung. Einige sind bereits seit mehreren Jahren mit entsprechenden Lehrveranstaltungen betraut, andere wiederum sehen sich erst seit kurzem mit derartigen Problemen konfrontiert.

In seinem Einführungsvortrag zur "Universitären Ausbildung von Übersetzern und Dolmetschern" ging Andreas Kelletat auf die Idealanforderungen an einen entsprechenden Studiengang ein. Grundlage seiner Ausführungen bildete das Studium in Germersheim, wobei den SeminarteilnehmerInnen eine Musterplanung für eine Studieneinheit "Übersetzerische Kompetenz" vorgestellt wurde. Es sei von einer Regelstudienzeit von vier Jahren auszugehen, in der die Ausbildung in zwei (oder drei) Fremdsprachen erfolgt. Einen wesentlichen Aspekt bilde die Auswahl der Sprachen, immer unter Berücksichtigung der konkreten Bedingungen im jeweiligen Land. Hervorgehoben wurde, daß ein Ergänzungsfach als obligatorischer Bestandteil in das Studium einfließen müsse. Kleineren Ländern sei die Trennung von Übersetzer- und Dolmetscherausbildung kaum anzuraten. Bei der Planung eines entsprechenden Studienganges sollte immer davon ausgegangen werden, Übersetzen und Dolmetschen als Teilbereich der interkulturellen Kommunikation zu betrachten. Im Anschluß daran gab Jouko Nikkinen, Brüssel, einen Einblick in die Tätigkeit eines freiberuflichen Dolmetschers. Im Mittelpunkt standen Probleme, die der Beitritt Finnlands zur Europäischen Union für seine Berufsgruppe mit sich gebracht hatte. Zum einen wäre die unzureichende Zahl von hochqualifizierten Finnisch-Dolmetschern zu nennen, die dazu geführt habe, daß beim Dolmetschen in den Organen der EU das Prinzip "Nur die Muttersprache" gebrochen und auf eine Zwischensprache zurückgegriffen werden müsse. Auf die Anforderung an einen Dolmetscher eingehend, unterstrich der Referent nachdrücklich eine exzellente Allgemeinbildung sowie eine hohe muttersprachliche Kompetenz, was in der Ausbildung leider viel zu wenig Berücksichtigung fände. Zum Abschluß des ersten Tages gab Paul Kußmaul, Germersheim, den SeminarteilnehmerInnen einen Überblick über Geschichte, Stand und Perspektiven übersetzungwissenschaftlicher Forschung. Nach einer kurzen Darstellung der Hauptgedanken der Leipziger Schule sowie des Frühwerkes von Wolfram Wilss und Katharina Reiß widmete der Vortragende der Skopos-Theorie von Hans J. Vermeer besondere Aufmerksamkeit. Als revolutionär stellte er die Umkehrung der Perspektive, den nunmehrigen Blick auf den zielsprachlichen Text und die Empfängersituation heraus, wobei der ausgangssprachliche Text als Informationsangebot betrachtet werde. Nach einigen Ausführungen zum handlungsorientierten Ansatz von Justa Holz-Mänttäri und zur Leistung von Christiane Nord bei der Didaktisierung der Skopos-Theorie wurden die SeminarteilnehmerInnen eingehender mit Überlegungen der Germersheimer Funktionalisten vertraut gemacht. Anhand von Beispielen wurde die Problematik des notwendigen Differenzierungsgrades beim Übersetzen veranschaulicht. Vorgestellt wurden ebenfalls Ausschnitte aus "Protokollen des lauten Denkens", um das Phänomen der Bottom-up- sowie Top-down-Prozesse beim Übersetzen sichtbar zu machen. Divergentes Denken und szenische Visualisierungsprozesse spielten eine herausragende Rolle für eine kreative Lösungsfindung im Übersetzungsvorgang und sollten einen dementsprechenden Platz in der Ausbildung einnehmen.

Nach den sicher viel zu knappen "Hintergrund-informationen" des ersten Tages begann der zweite mit einer starken Ausrichtung auf den praktischen Übersetzungsunterricht. Araceli MarÌn y Presno und Claire McTague, Germersheim, stellten ihre Ideen und Erfahrungen zur Planung und Durchführung von Übersetzungsübungen (im Sprachenpaar Deutsch-Spanisch bzw. Deutsch-Englisch) vor. Anhand zahlreicher Beispiele aus der eigenen Lehrtätigkeit gaben die Referentinnen einen umfassenden Überblick darüber, worauf es bei der Gestaltung von Übersetzungsübungen ankommt. Kriterien für die Auswahl geeigneter Textsorten bzw. Texte wurden vorgestellt, methodische Hinweise für eine übersetzungsrelevante Textanalyse gegeben. einen wichtigen Platz in der Diskussion nahm das Erkennen und Überwinden von Übersetzungsproblemen ein. Weitere nutzbringende Anregungen erhielten die TeilnehmerInnen zu solchen Fragen wie Beschaffung, Auswertung und Einsatz prototypischer Texte für jede Textsorte und Sprache, Umgang mit Hilfsmitteln sowie zur Korrektur und Benotung von Übersetzungsleistungen. Über die Rolle linguistischen Wissens für künftige Übersetzer und Dolmetscher referierte Frau Professor Marja Järventausta, Joensuu/Savonlinna. Nach ihrer Auffassung erweist sich die Linguistik auch heute, nachdem sich die Übersetzungswissenschaft längst als eigenständige Disziplin emanzipiert hat, in vieler Hinsicht als nützlich für die Überwindung sprachbezogener Übersetzungsprobleme. Übersetzerische Kompetenz schließt ein, daß dem Übersetzer bzw. Dolmetscher die entsprechenden linguistischen Mittel in die Hand gegeben sind, die ihn für Probleme sensibilisieren und immer dann, wenn die Reflexe versagen, hin zu bewußten Problemlösungsstrategien führen. Im weiteren ging die Referentin sowohl auf systembezogenes linguistisches Wissen aus dem Bereich der Grammatik i. w. S. als auch auf zusätzliches Wissen aus den "Bindestrichlinguistiken" ein. Nachdrücklich unterstrichen wurde der Beitrag linguistischer Kenntnisse für die Rezeption des Ausgangstextes. Wie die Auswertung der Veranstaltung bewies, fand das Seminar ein ausgesprochen positives Echo unter den DAAD-LektorInnen. Die Ausgewogenheit in der inhaltlichen Gestaltung ermöglichte es, daß sich alle entsprechend ihren Interessen und Bedürfnissen "bedienen" und nun bedeutend besser gewappnet die Rückreise antreten konnten. Angeregt wurde eine Fortführung dieser Veranstaltung im folgenden Jahr, denn zahlreiche Aspekte kamen diesmal zu kurz oder gar nicht zur Sprache. Um nur einige davon zu nennen: Dolmetschübungen, Notizentechnik, Didaktik des Übersetzungsunterrichtes oder computergestützte Terminologiearbeit. Dann könnten die TeilnehmerInnen auch noch mehr selbst mit in das Seminargeschehen einbezogen werden.

Der Autor, Absolvent unseres Leipziger Schwesterinstituts, ist z. Zt. DAAD-Lektor an der Estnischen Humanistischen Hochschule Tallinn.


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Drachenflieger der Sprache
1. Migranten-Litera-Tour in Mainz, 29.11. bis 1.12.1996

Gauti Kristmannson

Ob die Kluft zwischen einer Identität in der Muttersprache und einer in der Fremdsprache unüberbrückbar ist oder nicht, ist nach wie vor dieser Tagung eine unbeantwortete Frage. Die Tagung war ein Geflecht von wissenschaftlichen und vor allem lyrischen Beiträgen. Im Rahmen der Tagung veranstalteten die Verlage, die Migrantenliteratur veröffentlichen, eine Buchmesse, die einen Überblick über die Vielfalt dieser Literatur in deutscher Sprache ermöglichte. Nach der Widmung der Tagung an die verstorbene Schriftstellerin May Ayim und der Ansprache des Kulturdezernenten der Stadt Mainz, Peter Krawietz, gaben vier Musiker aus drei Kontinenten den Auftakt: Albert Mangelsdorff aus Deutschland, ein lyrischer Posaunenspieler, Djamchid Chemirani aus dem Iran, der auf seiner Zarb-Trommel wie auf einem Saiteninstrument spielte, Reto Weber aus der Schweiz, Percussion und humorvoller Kommentar, und M. Balasubramoniam aus Süd-Indien, der nicht nur auf dem Mridrangam trommelte, sondern auch seine Zungenklänge zu Gehör brachte. Die Musiker wurden dreimal vom begeistertem Publikum für eine Zugabe zurückgeholt.

Am Samstag wurde die Diskussion nach der Begrüßung durch Christa Dercum unter dem Titel "Das literarische Ausland im deutschen Inland" eröffnet. Vorträge hielten Werner Nell von der Uni Mainz, Petra Fachinger von der University of Columbia in Vancouver und Irmgard Ackermann von der Uni München. Ich verpaßte leider den ersten Vortrag, kam aber rechtzeitig zum dem von Frau Dr. Fachinger, die einen Überblick über die Szene der letzten Jahrzehnte gab und sie mit der der englischsprachigen verglich, besonders der in Kanada. Nach diesem Referat trug die griechisch-jüdisch-spaniolisch-türkisch-österreiche Schriftstellerin Diana Canetti einen Auszug aus ihrem Buch Pygmalion ohne Happy End vor. Im nächsten Vortrag referierte Frau Dr. Ackermann über das Bild der Deutschen in der Migrantenliteratur und hob die kultur-kontrastiven und sozialen Aspekte hervor.

Nach der Mittagspause wurde unter dem gemeinsamen Titel "Literarische Maßstäbe anstelle von soziologischen Mitleidsstatistiken?" referiert. Thomas Bleicher von der Uni Mainz versuchte, eine Synthese soziologischer und ästhetischer Aspekte herzustellen und meinte, daß Literatur immer interkulturell sei, wenn sie überhaupt diese Bezeichnung tragen wolle, und daß sie mehr als Literatur sein solle. Die Literatur sei sogar der Weg, das Fremde ohne Vorwissen kennenzulernen, ein wichtiger Ansatzpunkt in der Diskussion. Nach einem lyrischen Interludium von Ryad Alabied referierte Mustafa Al-Slaiman von der Uni Mainz/Germersheim über die Übertragung der Kulturrealien aus der arabischen Welt anhand konkreter Beispiele von Rafik Schami und Adel Karasholi. Al-Slaiman zeigte, wie das arabische Vorwissen in der Metaphorik der Märchen von Schami der deutschen Metaphorik angepaßt ist, und wie im Gegensatz dazu Karasholi dem deutschen Leser wesentlich mehr zumutet. Die darauffolgende Diskussion zeigte, daß diese Problematik in Verbindung mit den ästhetischen Forderungen vielleicht den Nervenknoten des Diskurses über die sogenannte Migrantenliteratur darstellt. Suleman Taufiq berichtete dann über seine ersten Eindrücke nach der Ankunft in Deutschland und anschließend referierte der Psychotherapeut Djamschid Keykawussi über die psychischen Quellen der fremdsprachigen Literatur in einer neuen Heimat. Er stellte die Frage, ob diese Literatur nicht eine Art der Entfremdung des schöpfenden Ichs darstelle. Zum Schluß trug Adel Karasholi einige Gedichte vor und betonte, daß diese Gedichte nicht in eine etikettierte Schublade gehören.

Die Paneldiskussion mit den Autoren Bahman Nirumand, Imre Török, Diana Canetti, Christa Dericum, Adel Karasholi, Zafer Senocak und José Oliver spiegelte die Uneinheitlichkeit dieser Gruppe von sogenannten Migrantenautoren wider. Es wurde die Frage gestellt, ob diese Gruppe überhaupt zusammengehöre und ob man sich nicht eher nach ästhetischen Maßstäben richten sollte. Das Problem der Nicht-Rezeption wurde erörtert und ist vielleicht damit verbunden, daß die Metaphorik der Schreibenden und das Vorwissen der Rezipierenden nicht übereinstimmen. Hier können auch reine Vorurteile eine große Rolle spielen, wie Török demonstrierte, als er von einem deutschen Lektor erzählte, der ein bekanntes Zitat von Hölderlin aus ästhetischen Gründen korrigieren wollte.

Diese Uneinheitlichkeit ist vielleicht damit verbunden, daß diese AutorInnen als Gruppe sich in einer einzigartigen Situation befinden, die nicht direkt mit der der sogenannten postkolonialen Literaturen vergleichbar ist. Von der Sprache ausgehend sind die kolonialen Vergangenheiten Deutschlands und z. B. Großbritanniens und Frankreichs unterschiedlich. Englisch und Französisch wurden zu Bildungs-, Amts- und sogar Muttersprachen in großen Teilen der kolonialen Gebiete Frankreichs und Großbritanniens. Ein Inder kann einen erstklassigen Roman auf Englisch schreiben, ohne England oder Amerika je betreten zu haben; dasselbe gilt für eine Senegalesin, die auf Französisch schreibt. Die deutschschreibenden Ausländer sind dagegen Menschen, die nach Deutschland gekommen oder als Teil einer Minderheit dort geboren sind. Sie haben daher die deutsche Sprache und das Leben in Deutschland, wenigstens zum Teil, gewählt, sie arbeiten aber oft in einer erlernten Sprache, einer Fremdsprache, in der sie jedoch leben. Vielleicht führen diese Tatsachen zu dem Vorurteil, daß diese Autoren nicht auf demselben Niveau liegen wie die Muttersprachler, obwohl die Literaturgeschichte viele Beispiele dafür liefern kann, daß bedeutende Schriftsteller, die nicht in ihrer Muttersprache geschrieben haben, bahnbrechend gewirkt haben. Conrad, Beckett, Nabokov sollten als weltbekannte Beispiele ausreichen.

Die Unzufriedenheit mit der Autorendiskussion wurde in der Langen Nacht der Poesie behoben, einer Abendveranstaltung, auf der die Dichter in der Milestone Blues- und Jazzkneipe über das Thema Liebe und Erotik in der Fremde auf ihre Art und Weise referierten und alle Vorurteile widerlegten. Unter der Moderation von Andreas F. Kelletat und musikalischer Begleitung von Winifred Späth, Chris Jones, Angela Öztanil und Steffi Wagner lasen Dadi Sideri-Speck, Suleman Taufiq, Adel Karasholi, Costas Gianacacos, Ryad Alabied, Imre Török und José Oliver aus ihren Gedichten. Der Kneipenkeller war zum Platzen voll, darunter gut 35 Studierende aus Germersheim, und die Stimmung blieb wunderbar, bis auf einen Zwischenruf am Ende, als José Oliver seine Gedichte vortrug. Oliver hielt sich nicht brav an das Thema und las seine Impressionen von Auschwitz und dem Mord an Lorca vor, ließ sich aber durch den Störenfried nicht stören. Das war natürlich genau die richtige Reaktion und eine Art der Zusammenfassung des Ganzen in einem Moment - denn Drachenflieger brauchen ja den Gegenwind für ihre Höhenflüge. Vielleicht sollte man auch hoffen, daß sie nie auf der anderen Seite landen werden.


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Gäste

Als Doktorandin am FASK

Frau Chrissi Nerantzi, Übersetzerin von Peter Härtlings Kinderbüchern,

über ihre ersten Monate in Germersheim

Vor einigen Tagen sprach FAX mit der Doktorandin, Chrissi Nerantzi, die im Rahmen eines Erasmus-Stipendiums vom Oktober 1996 bis Juni 1997 in Germersheim ist, um für ihr Dissertationsthema "Übersetzungsprobleme moderner deutschprachiger Jugendliteratur in die neugriechische Sprache" Material zu sammeln.

Frau Nerantzi wurde - was etwas ungewöhnlich ist - als Tochter griechischer Eltern in der ehemaligen DDR geboren. Sie besuchte Schulen in der DDR und Griechenland und studierte an unserem griechischen Partnerinstitut, dem Fachbereich Fremdsprachen, Übersetzen und Dolmetschen der Ionischen Universität Korfu. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit befaßte sich Frau Nerantzi mit Peter Härtlings Werk "Das war Hirbel", mit seiner Übersetzung ins Neugriechische sowie der deutschen Kinderliteratur.

Inzwischen hat sie weitere Bücher von Härtling sowie ein Buch von Christine Nöstlinger ins Neugriechische übersetzt; sie hat Didaktisierungsvorschläge zu Kinderbüchern ausgearbeitet, die von der Internationalen Jugendbibliothek in München in ihren Bestand aufgenommen wurden.

Frau Nerantzi ist in Griechenland als Übersetzerin und Deutschlehrerin tätig. In ihrer Freizeit malt sie, liest gern Literatur und reist.

FAX: Frau Nerantzi, Sie sind nun seit einigen Wochen als Stipendiatin und Doktorandin in Germersheim. Wie sieht Ihre Arbeit hier aus?

Nerantzi: Zu meinen Vorhaben hier gehört in erster Linie, Material für meine Dissertation zu sammeln. Dabei arbeite ich viel mit der Fernleihe und vor allem mit der Bibliothek in Frankfurt/Main, die ein Institut für Jugendbuchforschung hat, sowie mit den Bibliotheken in Heidelberg und der Internationalen Jugendbibliothek in München.

FAX: Wie sind denn die Arbeitsbedingungen in Germersheim?

Nerantzi: Nicht so sehr gut, wie ich es erhofft hatte und wie es mir geschildert worden war. Die Bibliothek zum Beispiel hat ein sehr veraltetes System. Ich war für ein Semester in England und da war alles "High-Tech". Ich habe gar nicht gedacht, daß Germersheim so weit zurück ist. Und dann das Problem mit den Computern. Ich brauche ja einen griechischen Zeichensatz, und den konnte ich hier nirgendwo finden. Jetzt habe ich meinen eigenen Computer aus Athen geholt, aber die ersten Wochen habe ich für meine wissenschaftliche Arbeit eigentlich verloren, leider.

FAX: Und wie sind die Institute?

Nerantzi: Da habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Mal ist man ganz offen und hilfsbereit und dann wieder kriegt man kaum ein vernünftiges Gespräch zustande. Aber mit den griechischen Studenten habe ich hier sehr gute Kontakte. Wir haben eine Übersetzerwerkstatt gebildet und beschäftigen uns da mit Peter Härtling als Kinderbuchautor. Zu dieser Veranstaltung kommen regelmäßig 13 oder 14 Studenten, und das finde ich sehr schön.

FAX: Wie sieht Ihre Arbeit mit den Studenten aus?

Nerantzi: Wir beschäftigen uns mit der Übersetzung eines Kinderbuches und möchten es auch veröffentlichen. Das Buch heißt "Geschichten für Kinder" und ist von Peter Härtling. Es sind 15 Kurzgeschichen und jeder übernimmt da zwei bis drei Geschichten und übersetzt sie. Wir korrigieren dann die Übersetzungen und besprechen die Übersetzungsprobleme. Von den einzelnen Beispielen gehen wir dann ins Allgemeine. Zusätzlich werden die Übersetzungen kommentiert und Glossare zur Literatursprache von Peter Härtling angelegt.

Wir haben Peter Härtling eingeladen, und wahrscheinlich kommt er im Mai. Zuerst haben wir für unseren Termin im Februar eine Absage bekommen, doch wir hoffen, daß es im Mai klappt.

FAX: Wie sehen denn die Übersetzungen der einzelnen Geschichten aus? Bis zu welchem Grade beinflussen Sie diese, da Sie bereits selbst Werke von Peter Härtling übersetzt haben?

Nerantzi: Die Schreibweise von Peter Härtling ist klar, bunt und vital. Natürlich weden die Übersetzungen verbessert und auch ein wenig gefiltert, aber der Name des einzelnen Übersetzers wird gedruckt. Der Stil des einzelnen soll schon beibehalten werden, aber wenn das Übersetzte einfach nicht stimmt, dann muß es verbessert werden.

FAX: In welchem Verlag soll das Buch veröffentlicht werden?

Nerantzi: In einem griechischen Verlag. Es besteht keine Chance, diese Übersetzungen ins Griechische bei einem deutschen Verlag zu veröffentlichen.

FAX: Hat Germersheim bei in Griechenland denn einen guten Ruf?

Nerantzi: Germersheim hat bei uns einen guten Ruf, sonst würde mich mein Professor gar nicht hierher geschickt haben. Es kommen auch Austauschstudenten von uns nach Germersheim.

FAX: Auch umgekehrt?

Nerantzi: Ja, ich glaube, da gibt es schon einige.

FAX: Hast Du diesen Ruf hier bestätigt gefunden?

Nerantzi: Teilweise ja. Das Wichtigste ist, daß ist Offenheit und Interesse da sind. Dann ist sehr wichtig, daß die Arbeit mit Liebe und Interesse gemacht wird. Die Arbeit an einer Universität als einen 8-Stunden-Job zu betrachten und dann nach Hause zu gehen, das ist wohl nichts. Universität bedeutet auch Forschung und nicht, einfach in die Lehrveranstaltung zu gehen und dann Schluß. Dies kann wohl eine Tätigkeit an einer Universität nicht bedeuten.

FAX: Wie ist denn Germersheim als Ort?

Nerantzi: Ich habe es mir anders vorgestellt - größer und lebendiger. Aber zum Lernen inspiriert es.

FAX: Wie sind die Berufschancen für die Griechisch-Studenten, die eventuell nach Griechenland zurückkehren?

Nerantzi: Die Situation ist - wie überall - schlecht. In Griechenland ist sie vielleicht schlimmer als hier, denn jeder, der eine Sprache einigermaßen spricht (auch ohne eine entsprechende Ausbildung oder einen Abschluß), glaubt, ein Übersetzer zu sein. Ich hoffe jedoch, daß sich dies ändern wird, denn wir haben einen Verband gegründet, in dem nur Übersetzer von unserer Universität sind. Damit versuchen wir uns zu engagieren, um den Beruf des Übersetzers zu schützen. Insgesamt sind jedoch die Berufschancen - wenn man Interesse und Talent hat und sich durchsetzt - ganz gut. Die Chancen für die Absolventen aus Germersheim, die eventuell nach Griechenland zurückgehen sollten, werden wohl die gleichen sein, denn das griechische wie das deutsche Diplom werden dort als gleichrangig angesehen.

FAX: Wie finden Sie es als Griechin (und aus griechischer Sicht), daß man am FASK als der einzigen deutschen Universität Neugriechisch studieren kann? Und welche Chancen hat die Neugriechische Abteilung durch ihre Einzigartigkeit?

Nerantzi: Ich finde es toll, daß es die Möglichkeit gibt, hier Neugriechisch zu studieren. Die Chancen der Neugriechischen Abteilung bestehen - aus meiner Sicht - in erster Linie darin, eine gute und fundierte Übersetzerausbildung zu gewährleisten. Als weiteren wichtigen Punkt betrachte ich die Öffentlichkeitsarbeit, denn Griechenland ist in Europa - und auch in Deutschland - ganz vergessen, und man könnte und müßte eigentlich viel für den Ruf Griechenlands tun, denn es hat in vielen Bereichen - und damit meine ich nicht nur das Antike Griechenland - sehr viel zu bieten. Die große Chance der Neugriechischen Abteilung besteht als darin, insgesamt die interkulturelle (deutsch-griechische) Kommunikation zu fördern.

Es ist auch wichtig, daß Griechenland im Rahmen der allgemeinen Globalisierung nicht seinen Charakter - und die Sprache ist dabei eine wichtige Eigenschaft - verliert. Deshalb hoffe ich, daß auch deutsche and andere ausländische Studenten Griechisch lernen werden.

FAX: Denken Sie denn, in diesen verbleibenden neun Monaten noch einiges zu schaffen?

Nerantzi: Ja, ich glaube, ich werde schon etwas schaffen. Auch wenn es manchmal Schwierigkeiten gibt, werde ich mich durchkämpfen.

FAX: Das ist ein schöner Abschlußsatz. Vielen Dank für das Gespräch.

Nerantzi: Ich danke auch.

Das Interview führte Andreas Meger.

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Redaktionelles

Neue Computerräume bezogen

Frank Krüger

In der vorlesungsfreien Zeit sind die Computeranlagen für Forschung und Lehre (CAFL) in teilweise frisch renovierte Räumlichkeiten umgezogen. Damit stehen uns jetzt zusammenhängende Räume zur Verfügung (R147-157, am Westende des Altbaus hinter dem Treppenaufgang zu den Instituten). Dies hat nicht nur den Vorteil einer besseren Betreuung und Raumaufteilung als bisher, sondern ermöglicht v. a. auch eine bessere Sicherung der Geräte.

Ähnlich wie in den alten Räumen ist die Aufteilung wie folgt:

Um allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Gelegenheit zu geben, sich selbst ein Bild von unseren neuen Räumen zu machen, ist eine kleine Einweihungsfeier vorgesehen, bei der - neben Speisen und Getränken - auch unsere Arbeit präsentiert wird (fremdsprachliche Textverarbeitung, Terminologieprogramme und Datenbanken, Computergestützte Übersetzungshilfen, Internet/World Wide Web). Der genaue Termin wird über entsprechende Aushänge bekanntgegeben.

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Personalien

Wir gratulieren:

Frau Dr. Susanne Göpferich zu ihrer Berufung auf die Professur für Technische Dokumentation an der Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik, an der zum Sommersemester 1997 ein neuer Studiengang "Technische Redaktion" eingeführt wird.

Hern Dr. habil. Peter A. Schmitt, der einen Ruf auf die Professur für Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft an der Universität Leipzig erhalten hat.

...des AStAners letzte Meldungen

Die neue Frauenreferentin des AStA stellt sich vor

Hallo, ich bin Claudia Mronga, die neue Frauenreferentin des AStA. Vor knapp drei Wochen habe ich die Wahl durch das StuPa mit Freuden entgegengenommen und habe mich schon während der Einarbeitungszeit mit meiner Vorgängerin Kathrin Reichert in Arbeit gestürzt. Ich studiere schon seit einiger Zeit hier in Germersheim, genau gesagt 8 Semester. Mein Anliegen ist es, ein wenig Schwung in das Frauenreferat zu bringen. Neue und interessante Workshops möchte ich anbieten, die für jeden von Interesse sein können, oder die Studentinnen weiterbringen. Also neue Horizonte öffnen oder einfach an außergewöhnlichen Themen Interesse wecken. Somit fange ich meinen ersten Vortrag, "Die Power der Frauen - die neue Weiblichkeit", welcher am 02.12. um 19.30 Uhr im Hörsaal 325 stattfindet, erst einmal an. Männliche Studierende sind bei dieser Veranstaltung aber - im Gegensatz zu einigen früheren Veranstaltungen dieser Art - auf gar keinen Fall ausgeschlossen. Im Sinne dieses Vortrages wird sich am 06.12. oder 13.12. (Aushänge beachten) ein Workshop anschließen. Aber der Spaß soll dabei ja auch nicht fehlen, und somit warte ich direkt nach den Weihnachstsferien mit einem politischen Kabarett auf, das von zwei sehr engagierten und erfolgreichen Künstlerinnen aus Düsseldorf vorgeführt wird.

Des weiteren möchte ich noch den Frauen-Selbstverteidigungskurs WEN-DO für Anfängerinnen ankündigen. Er findet im Januar statt und ist mit Sicherheit eine Sache für's Leben. Für Fragen, Probleme oder Anregungen stehe ich während meiner Sprechstunde - dienstags von 15.30 bis17.30 Uhr - zur Verfügung. Mit viel Elan und Spaß an meinem Referat, bis bald zu meinen Veranstaltungen oder sogar im AStA-Zimmer.

Claudia Mronga - Frauenreferentin


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StuPa- und FBR-Wahlen in Vorbereitung

Auch auf seiten der studentischen Gremien gehen die Vorbereitungen auf die Wahlen der studentischen Vertreter in StuPa und FBR in die entscheidende Phase. Zwecks Vorstellung der Kandidaten und -innen zum Studentenparlament und FBR findet/fand am 03.12. zwischen 13.00 und 14.00 Uhr im AudiMax eine Vorlesungsfreie Vollversammlung statt. Durch die Verkleinerung des Parlamentes von bisher 46 auf nun "wenige" 32 Abgeordnete sind mindestens doppelt so viele Kandidaten nötig, wie Mandate zu vergeben sind. Dieses ist notwendig, um später eventuelle Nachwahlen zu vermeiden. Betrachtet man aber die Realität, so sind stets massive Werbemaßnahmen und auch "gutes Zureden" notwendig, um die Mindestzahl der Kandidaten zu erreichen.

Dasselbe ist auch bei der Neubesetzung von AStA-Referaten zu merken, wo Ämter zeitweilig monatelang unbesetzt bleiben oder lediglich kommissarisch verwaltet werden. Nun gut, die AStA-Wahl findet zwar erst in der zweiten Januarwoche statt, allerdings werden bereits jetzt Kandidaten und Kandidatinnen für die jeweiligen Referate gesucht. Je nach Ausgang der Entlastung der aktuellen Referenten und Referentinnen ist aber vorauszusehen, daß die "Entlasteten" selbstredend für eine weitere Amtszeit kandidieren wollen. Ihren Abschied vom AStA nimmt Karen Dammasch (Hochschulpolitik und politische Bildung), die sich auf ihr Examen vorbereitet. Hierfür werden auf jeden Fall NachfolgerInnen gesucht.

Die Kandidaten für die studentischen Vertreter im FBR sind dagegen seit längerer Zeit bekannt. Es sind Karin Meier, Louise Degenhardt, Marielouise Schmitz und Jens Klein. Wie Ihnen ja bekannt sein dürfte, findet die FBR-Wahl vom 10.-12.12. statt, also zeitgleich mit den Wahlen zum Studentenparlament. In Anbetracht der nicht sehr aufregend hohen Wahlbeteiligung bleibt einem da nur noch zu sagen: Wer nicht wählt ist doof!

Kozinowski

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"Last Action Heroes"

Unter diesem Motto könnte die letzte Sitzungsperiode des alten Studentenparlamentes laufen, denn es werden bzw. wurden während der vergangenen Tage z. B. die Lesungen für den AStA-Haushalt sowie der neuen Fachschaftsrahmenordnung (dem "Grundgesetz" der am FASK existierenden Fachschaften) durchgeführt. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses des FAX fand die alles entscheidende StuPa-Sitzung noch nicht statt und das Ergebnis entzieht sich somit dem Kenntnisstand des Schreibers. Im Moment ist es allerdings nur ein Gerücht, daß der Vorsitzende des Zentralen Fachschaftsrates aufgrund der vielen Wortkombinationen mit "Fachschaft-" den Verstand verloren hat und nur noch rückwärts geht...

Kozinowski

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Anmerkung der FAX-Redaktion:

FAX möchte dem ASTA die Möglichkeit einräumen, Informationen und Berichte, die sich an die Professoren, Dozenten und Mitarbeiter im Hause richten sollen, hier zu veröffentlichen. Die Beiträge des ASTA werden von uns nicht auf inhaltliche Richtigkeit überprüft und fallen in den Verantwortungsbereich des ASTA.

Literatur und Presseschau

In dieser Ausgabe wurde auf folgende Veröffentlichungen von Mitarbeitern des Fachbereiches hingewiesen:

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Aus der Presse:

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Aktuelle Informationen siehe Termine

Geburtstagsfeier des FASK

Am 20. Januar 1947 nahm unser Fachbereich den Lehrbetrieb auf. Aus diesem Anlaß wird im Jahre 1997 eine ganze Reihe von Festveranstaltungen stattfinden.

Am eigentlichen Geburtstag, dem

20. Januar 1997, um 17 Uhr s. t.

hält

Herr Univ. Prof. Dr. Schunck

im Audimax einen Festvortrag mit dem Titel

"Die Anfänge der Dolmetscherhochschule in Germersheim (1946-1949)".

Um 18.30 sind alle Bediensteten, alle ehemaligen Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs sowie die ersten Studienjahrgänge (1946ff) zu einem Umtrunk und Imbiß im Bierstübchen eingeladen.

Der Dekan

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Einweihung des KINDERHAUSES am FASK

Am

Freitag, dem 13. Dezember 1996, um 11.00 Uhr

wird auf dem Gelände des FASK das neuerrichtete und inzwischen von den Kindern bezogene

Kinderhaus

öffentlich eingeweiht.

Hierzu sind alle Beteiligten, Interessierten sowie die lokale Presse herzlich eingeladen.

Univ. Prof. Dr. R. v. Bardeleben


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UNI-MAINZ | FASK | INTRANET| FAX

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11.12. 96 Erstellt und bearbeitet von F. Krüger. (Letzte Bearbeitung: 14.02.2000 - DDP)