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Diskussionsforum des FASK


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Studium oder Gremium - Aus dem Nähkästchen geplaudert

Darinka Trbic

Rede zu Anlaß der Semestereröffnungsfeier - 9. November 2000



Sehr verehrte Damen und Herren,

liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

auch uns, den studentischen Vertretern in den verschiedenen Gremien hat man heute Gelegenheit gegeben, daß Wort zu ergreifen.

Ich werde nun im Namen aller studentischen Gremienmitglieder zum Thema Gremienarbeit sprechen.

Zunächst werfen sich da sicher einige Fragen auf.

Warum sollte ich als Student denn überhaupt ein Amt in einem Gremium annehmen? Ist man nicht bereits hinreichend ausgelastet mit dem ständigem Druck und Prüfungsstreß, den ein Studium so mit sich bringt? Was bringt mir das zusätzliche Engagement außerhalb meiner studentischen Pflichten? Und was kann ich als Student in einem Gremium wohl bewirken?

Um diese Fragen zu beantworten möchte ich zunächst einen kurzen Rückblick liefern zu dem, was die Arbeit der studentischen Vertreter in diesem Jahr bewirkt hat.

Zu Beginn des Jahres erreichte uns die Hiobsbotschaft über anstehende grundlegende Veränderungen am FASK. Die UNI MAINZ und damit auch der FB 23 sollte einer Forderung der Landesregierung nach einer Neustrukturierung nachkommen, die auf einem belastungs- und leistungsorientierten Modell gründete. Mit anderen Worten sollte die Berechnung des Bedarfs an Sach- und Personalmitteln eine zukünftige Mittelkürzung rechtfertigen. Parameter wie Studierendenzahlen und Regelstudienzeit lieferten dabei eine scheinbare Objektivität.

Der Fachbereich war kurz davor sich mit anderen Fachbereichen innerhalb der UNI MAINZ zu zerfleischen und wir Studierenden sahen die Gefahr, in den Möglichkeiten, unser Studium nach eigenem Ermessen zu gestalten, erheblich eingeschränkt zu werden. Nicht minder besorgte uns, daß die Fächervielfalt und die Qualität unseres Studiums auf dem Spiel stand.

Wir, die Vertreter der Studierendenschaft hielten zusammen und arbeiteten u. a. mit unseren Mainzer Kollegen Konzepte zur Information der Studierendenschaft aus, die auch in der Öffentlichkeit hohe Wellen schlug. Zu dieser Zeit zeigte sich, wie wichtig es auch ist, sich mit den Vertretern der anderen Gruppen, wie den Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern, zu solidarisieren, um Schadensbegrenzung zu erwirken.

Ein anderes Beispiel zeigt ebenfalls die Bedeutung studentischer Mitwirkung in den Gremien. Schon seit längerer Zeit arbeiten wir mit den Vertretern des Lehrkörpers an der Schaffung neuer Studienabschlüsse, wie dem BA. Es zeigt sich immer wieder, wie sehr alle auch auf die Meinung und Erfahrung der Studierendenschaft angewiesen sind. Hier spielen wir Studierenden eine große Rolle bei der Beobachtung und haben Möglichkeiten der Einflußnahme auf laufende Entwicklungen.

Der Ausblick auf die Zukunft zeigt, daß uns auch weiterhin besorgniserregende Entwicklungen erwarten, die die Zusammenarbeit der Studierenden erfordert. Ich nenne hier nur die Einführung von Studiengebühren, wie sie bereits im benachbarten Baden-Württemberg oder auch in Sachsen und Bayern vollzogen wurde. Wir in Germersheim zahlen bisher ja keine Studiengebühren, sondern lediglich einen geringen Semesterbeitrag, der ausschließlich den Studierenden zugute kommt.

Unsere Arbeit dient oft den zukünftigen Generationen, denn sie befaßt sich mit der Umsetzung langfristiger Ziele. Wir am FASK haben den großen Vorteil keine Parteipolitik betreiben zu müssen. Wir sind ebenfalls keine elitäre Vereinigung, denn die Mitwirkung eines jeden Betroffenen, und das sind wir Studierenden ja alle, ist gefragt.

Im Hinblick auf die Zukunft möchte ich noch meine Vorgängerin in meinem Amt zitieren, die einmal sagte, “daß sie es traurig fände, wenn das, wofür ihre Eltern in ihrer Zeit an der Universität gekämpft haben, nämlich die Schaffung der studentischen Selbstverwaltung und die Abschaffung von Studiengebühren, durch das Desinteresse und das fehlende Engagement der heutigen Generation zunichte gemacht wird.”

Ich heiße vor allem den neuen Jahrgang willkommen und hoffe auf rege Beteiligung. Danke.


Darinka Trbic
1. Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses am Fachbereich 23 -
Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim
An der Hochschule 2, 76726 Germersheim

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