Variation in Translation

Gegenstand des Projektes ist die korpusbasierte Untersuchung der Variationsphänomene und deren Steuerungsfaktoren in Übersetzungen, verglichen mit ihren Ausgangstexten sowie Originaltexten in der Zielsprache. Als Variationsphänomene werden übersetzungsspezifische Eigenschaften, wie z.B. Explizierung, Simplifizierung, Shining-through, Normalisierung und Levelling-out angenommen. Ziel dieser Untersuchung ist die Herausarbeitung von sprachenpaar- und übersetzungsrichtungsabhängigen Variationsphänomenen einerseits und universellen, d.h. aus dem Translationsprozess resultierenden Eigenschaften andererseits, sowie deren Erklärung vor den Steuerungshintergründen Sprachtypologie, kontrastiver Texttypologie und Verstehensprozessen beim Übersetzen. Das zugrundeliegende Europarl-Korpus umfasst Paralleltexte für 11 verschiedene Sprachen, bestehend aus Protokollen der EU-Parlamentsdebatten. Zunächst werden die parallelen Subkorpora umfassend linguistisch annotiert sowie aligniert. Dann werden textuelle Operationalisierungen für die erwarteten Variationsphänomene aus lexikalischer, syntaktischer und semantischer Ebene erarbeitet. Auf dieser Basis wird das linguistisch angereicherte Korpus abgefragt und statistisch ausgewertet. Die Beantwortung der Frage nach universellen und sprachenpaarspezifischen versus kognitionsbedingten Steuerungsfaktoren von translatorischer Variation wird möglich.

Weitere Informationen

Förderung durch die Forschungsförderung Stufe 1 der Universität Mainz (Juli 2010 - Juni 2011), Teilprojekt E im Projektverbund Determinanten sprachlicher Variation

http://www.variationsprojekt.uni-mainz.de/101.php

Ansprechpartner

Prof Dr. Silvia Hansen-Schirra