Was ist Dolmetschen?

Was machen DolmetscherInnen?


    DolmetscherInnen übertragen (vorwiegend) mündlich präsentierte Texte. Sie sind Experten für die Kommunikation zwischen Angehörigen unterschiedlicher Sprachgemeinschaften und Kulturen. Dolmetscher arbeiten als Angestellte oder Freiberufler bei Kontakten zwischen Regierungen, auf internationalen Konferenzen, wissenschaftlichen Kongressen, Symposien und Fachkonferenzen. Ihre Arbeit setzt ein sehr hohes fachliches und intellektuelles Niveau voraus und beruht neben einer spezifischen Begabung auf dem Erwerb von speziellen Strategien und Kompetenzen, die in der Ausbildung vermittelt werden.

    Dolmetscher sind zentrale Randfiguren, denn sie stehen häufig in der Mitte, manchmal sogar im Mittelpunkt, ohne dies zu wollen. Aus der Sicht der Auftraggeber sind sie jedoch eher eine Figur am Rande, denn sie sind weder Fachexperten noch gehören sie zum Organisationsteam.
    

   
Wie wird man DolmetscherIn?


    Die Hochschulausbildung mit dem Abschluss Diplom-DolmetscherIn schafft optimale Voraussetzungen für die professionelle Arbeit. Damit erwirbt man auch das nötige Prestige, um von den Auftraggebern als Partner akzeptiert zu werden, denn die Berufsbezeichnung DolmetscherIn ist gesetzlich nicht geschützt.

    Das Dolmetscherstudium ist kein "Sprachenstudium". In der Ausbildung geht es vielmehr darum, die Techniken des simultanen und konsekutiven Dolmetschens zu erlernen und zu perfektionieren. Voraussetzung hierfür ist eine sehr hohe Kompetenz in der oder den Fremdsprachen (und vor allem in der Muttersprache). Sehr gute Sprachkenntnisse allein sind jedoch keine Garantie für einen erfolgreichen Studienabschluss. Dies wird auch durch die Zahlen belegt: Deutlich weniger als die Hälfte aller StudienanfängerInnen mit diesem Ausbildungsziel schaffen tatsächlich den Abschluss.

    Im Studium trainiert man das schnelle Verstehen, Analysieren, Zuordnen und Gewichten von Textinhalten und Informationen, die mündlich (manchmal auch schriftlich) dargeboten werden, und zugleich die Fähigkeit, die verarbeiteten Informationen sicher und angemessen in der Zielsprache zu formulieren und zu präsentieren. Die Bezeichnung Training soll verdeutlichen, dass der Erfolg der Ausbildung zu einem erheblichen Teil davon abhängt, dass die Studierenden die erworbenen Fähigkeiten durch intensives Üben im Selbststudium automatisieren und perfektionieren. Eine hohe Motivation, Selbstdisziplin, Konzentrationsfähigkeit und Stressresistenz sind dafür wichtige Voraussetzungen.