Fachdolmetschen am Arbeitsbereich Interkulturelle Germanistik

Infolge globaler Migrationsbewegungen haben sich die Arbeitsfelder für DolmetscherInnen in Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft wesentlich verändert. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen interkulturellen Vermittlungen in medizinischen, sozialen und juristischen Einsatzbereichen innerhalb einer Gesellschaft ist deutlich gestiegen. Die Unzulänglichkeit von LaiendolmetscherInnen und semiprofessionellen ad-hoc-DolmetscherInnen (z.B. Kinder, Familienangehörige, Nachbarn, kurz: ‚Landsleute’, aber auch bilinguale Fachkräfte und MitarbeiterInnen) in potentiell konfliktreichen Situationen wird sowohl in der Forschung  als auch in der Praxis immer sichtbarer. Das öffentliche Bewusstsein über den Beitrag effizienter Verdolmetschungen beim Abbau von Zugangsbarrieren für nicht- oder wenigdeutschsprachige Menschen in der medizinischen und sozialen Versorgung steigt. Für die Partizipation und Gleichberechtigung von anderskulturellen Menschen in multilingualen Gesellschaften spielt die Gewährleistung fachgerechter und kultursensibler Verdolmetschung eine große Rolle.

Auf dem Hintergrund dieser politischen, sozialen und berufsmarktbedingten Veränderungen ist der Studienschwerpunkt "Fachdolmetschen in sozialen, medizinischen und behördlichen Einsatzbereichen" im Rahmen des neuen Masters Translation (Beginn: Wintersemester 2013/2014) am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eingerichtet worden. Durch eine Kooperation mit dem Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz konnte schon ab Wintersemester 2012/2013 ein Pilotdurchlauf der neuen Spezialisierungsmöglichkeit am Arbeitsbereich Interkulturelle Germanistik durchgeführt werden. Ablauf und Inhalte des Studienschwerpunkts bzw. der zwei Wahlpflichtmodule, aus denen der Studienschwerpunkt besteht, sind auf den Webseiten des Fachs Deutsch näher beschrieben.