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Kapitel I.4: Das World Wide Web und seine Browser

Frank Krüger, M.A.
Fachbereich 23, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Sprechstunde: Donnerstags 11-12 Uhr
e-mail:
krueger@nfask2.fask.uni-mainz.de

Inhalt

  1. Das World Wide Web
    1. Allgemeines
    2. Generalisierte Zugriffsmethode (URL-Adressen)
    3. Browser und Hilfsprogramme

In Teil II wird ergänzend auf folgende Themen eingegangen:


Im Anhang Bx: Funktionsbeschreibung der Browser am Fachbereich: Netscape 3.0 ( Mac/Windows), Microsoft Internet Explorer und Lynx
  1. Bildschirmaufbau ( Mac, Windows) bzw. Befehlsübersicht ( Lynx)
  2. Die wichtigsten Funktionen: Die Symbolleiste ( Mac, Windows)
  3. Menüs und Tastaturkürzel ( Mac, Windows) bzw. Optionen ( Lynx)
  4. Lesezeichen und History: Verwalten von Information ( Mac, Windows und Lynx)
sowie Editorfunktionen ( Mac/Win) und die Benutzung anderer Informationsdienste mit Netscape 1.1 (WAIS, Gopher), 2.0 (auch Usenet News; ebenso mit Lynx) und 3.0.


Anhang G: Einige wichtige Adressen im Internet (insbesondere WWW)

siehe auch:


1 Das World Wide Web (WWW, W3)

1.1 Allgemeines

Das World Wide Web ist heute das populärste, aber keineswegs das einzige verteilte Informationssystem im Internet. So zeichnen sich die anderen Informationssysteme, wie Gopher, Usenet News und WAIS (siehe Kapitel 2.3), durch ähnliche technische Rahmenbedingungen aus.
Die wesentlichen Gründe für die Popularität des WWW sind:

1.1.1 Charakterisierung

(vgl. andere verteilte Informationssysteme, Kapitel 2.3.B)
Grundprinzip
Hypertextstruktur, d.h. im fortlaufenden Text oder anderen Dokumenten (Graphik, Video, Audio) sind Verweise zu anderen Dokumenten bzw. -arten eingebettet.
Ursprung
Von Tim Berners-Lee ( CERN, Schweiz) als Hilfsmittel zur Unterstützung von räumlich verteilten Forschungsgruppen über das Internet entwickelt; heute koordiniert (aber keineswegs zentral verwaltet) von der eigens gegründeten W3-Organisation ( http://www.w3.org, die als gemeinnütziges Konsortium von verschiedenen Firmen und staatlichen Stellen/Hochschulen getragen wird.
Inhalt
Integratives, multimediales Angebot aller Arten von Informationen der unterschiedlichsten Quellen - von speziellen Forschungsberichten über persönliche Angaben bis zu kommerzieller Werbung. Durch spezielle, programmierbare Schnittstellen (sog. cgi - common gateway interface) und die modulare Programmiersprache JAVA wird auch der dynamische Aufbau von Dokumenten aus Datenbankinhalten ermöglicht (z.B. Bibliothekskatalog (OPAC) der UB Mainz)
Verzeichnisse
systematisch: Yahoo oder Virtual Library,
Geographisch: Virtual Tourist, Master-Index
Suchhilfen: Lycos, AltaVista und viele andere
=> nähere Information zu Suchhilfen siehe Kapitel 2.3, A
Verbreitung
exponentielles Wachstum weltweit in allen Bereichen, Januar 1996 225 Tsd. Server, und bis zu 30 Millionen Benutzer (geschätzt)

2 Generalisierte Zugriffsmethode (URL)

Ein wesentliches Charakteristikum des WWW ist die Integration und Standardisierung der Zugriffsmechanismen und technischen Protokolle.

Dazu wurden die sog. Unified Resource Locators (URL) entwickelt, die eine einheitliche Spezifizierung von Informationseinheiten unterschiedlichster Dienste ermöglicht. Daneben ermöglicht der sog. Multimedia Information Mail Exchange (MIME) Standard, ursprünglich zum Austausch multimedialer E-mail geschaffen, eine einheitliche Spezifizierung verschiedener Dateiformate.

2.1.1 Absolute, vollständige Adresse

{Methode}://{Host}{/Pfad}[/{Dok.ext}{#Fragment}][?{Ausdruck}]

Dabei bezeichnet

Zugriffsmethoden mit der oben dargestellten Struktur sind z.B.: Von der Standardstruktur weichen - protokollbedingt - etwas ab: Hinweis: In den letzten beiden Fällen sind unbedingt gültige Einstellungen für die Mail- (SMTP bzw. POP3-Protokolle) bzw. News-Server (NNTP) notwendig, auf die zugegriffen werden soll. Außerdem verlangen viele News-Server, daß der zugreifende Client-Rechner mit seinem Namen in einem Name Domain Server registriert ist.

2.1.2 Relative, partielle Adresse

Nicht immer muß die vollständige Adresse angegeben werden. Alle Angaben, die im Vergleich zum aktuellen Dokument gleichbleiben, werden automatisch ergänzt.

Ist z.B. die aktuelle Adresse schema://host/x/y/z so wird
die Adresse
ergänzt zu

2.1.3 Dateitypen

Die meisten Browser und Server im WWW - z.B. Netscape - sind in der Lage ganz verschiedene Dateitypen (die technische Bezeichnung für Dokumentarten) zu verwalten.
Die entsprechenden Dokumenttypen müssen sowohl vom Server als auch dem Client bzw. Browser erkannt werden können, um korrekt übertragen zu werden.
Auf der Serverseite spielt hierbei HTTP (Hypertext Transfer Protocol) eine große Rolle, da bei der Übertragung zunächst der sog. MIME-Typ (siehe unten) übertragen wird.

Die "Entschlüsselung" oder Verarbeitung des MIME-Typs kann entweder im Browser selbst erfolgen - teils auch durch zusätzlich installierte sog. Plugins oder - v.a. bei weniger gebräuchlichen und plattformabhängigen - Datenformaten - mit Hilfe sog. Helper Applications.

Der Unterschied zwischen beiden Formen der Erweiterung des Browsers ist, daß die Plugins direkt im Browser-Fenster dargestellt werden (und damit auch auf einen bestimmten Browser zugeschnitten sind), während die Helper Applications lediglich als weitere Anwendung im Rahmen des Programm-Multitaskings auf dem Rechner geladen werden und die Dokumente unabhängig vom Browser dargestellt werden. Ist für einen MIME-Typ keine Helper Application definiert, so kann das Dokument auch zunächst abgespeichert werden.

Einige der wichtigsten Helper Applications und Plug-ins werden im Anhang D.1 für DOS, Macintosh bzw. Windows vorgestellt und kurz beschrieben.

Folgende Dateitypen werden in Netscape und den meisten anderen Browsern direkt erkannt. Lynx zeigt jedoch im Gegensatz zu den graphischen Browsern (etwa NETSCAPE und Internet Explorer) nur das Vorhandensein dieser Dateien an und kann diese zwar abspeichern, aber nicht darstellen.

Symbol Art Beschreibung

ASCII-Text Normaler Text der MIME-Formate text/plain (Endung .txt) oder HTML-Seiten (MIME: text/html, Endung: .html, .htm)

Graphik bzw. speziell die MIME-Formate GIF (für Zeichnungen und Vektorgraphiken allgemein, Endung.gif) und JPEG (für Fotos und Bitmaps allgemein, . JPEG)

Verzeichnis Typisches Menüsymbol für Gopher und FTP, dagegen seltener im eigentlichen Web verwendet.

News weltweite Diskussionsgruppen im sog. Usenet

Gopher-Suche VERONICA-Suchsystem, mit Suchmöglichkeit nur in Verzeichniseinträgen oder in allen Titeln (z.B. an der Uni Köln)

Dialogverbindung Mit dem Programm Telnet aktivierbare Terminalverbindung z.B. für Bibliothekskataloge (muß in den meisten Browsern als "Application" eingetragen sein, vgl. Netscape Einstellungen).

unbekannt alle anderen Dateitypen, die sonst nicht definiert sind

Weitere Dateitypen sind nach dem sog. MIME-Schema definiert, mit dem alle Dateiformate und Medienarten einheitlich bezeichnet werden können; und zwar in der Form:

Symbol

Type/Subtype
Extension
Beschreibung

image
/tiff

/pict
/ x-... (versch.)

.tif, .tiff

.pict


Tagged Image File Format
auch plattformspezifisch:
Macintosh
X-Windows/Unix

audio
/basic

/aiff
/midi

au, .snd

.aiff
.mid

Audio-Dateien (Sprache, Musik, Töne)
plattformspezifisch:
Audio Image File Format (Mac)
MIDI (Windows-Format)


video
/mpeg
/quicktime
/x-msvideo

.mpg
, .mpeg
.MoV
.avi
Animationen o. "Real Video"
Standard für Bewegtbilder
Quicktime (Mac/Windows)
MS-Video (Windows)

application
/x-macbinary
/x-stuffit
/x-tar, /x-zip
/postscript
/pdf

.bin

.sit
.tar, .zip
.ps, .eps
.pdf

ausführbare Programme,
entweder binär kodiert oder
komprimiert (Mac);
Unix- bzw. Dos-Kompressionsformate
Postscript bzw. Encapsulated Postscript
Portable Document Format (Adobe)

In Netscape findet sich die (erweiterbare) Liste der Zuweisungen dieser MIME-Formate zu den sog. HelperApplications unter Options/(General) Preferences/Helper Applications.

3 Web-Funktionen der Browser

Für den Zugriff auf das World Wide Web ist auf der Seite der Benutzer ein sog. Browser notwendig, um die Information darzustellen. Dabei handelt es sich um den sog. Client im Client-Server-Modell, also eine aktive Software, die mit dem Server (hier ebenfalls lediglich ein bestimmtes Software-Programm und keineswegs der "physikalische" Rechner) Daten und Informationen aufgrund bestimmter Protokolle (HTTP, Gopher, FTP, NNTP ...) austauscht.

Zu den wichtigsten Browser gehören:

Anhang G: Einige wichtige Adressen


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Erstellt von F. Krüger (e-mail: krueger@nfask2.fask.uni-mainz.de) im Rahmen der Vorlesung Telekommunikation.