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Bild Weltkarte 

 

 

 

3.2 Internationalisierung


3.2.1. Anpassungsfähiges Design

Im Gegensatz zur Lokalisierung, die erst während der Erstellung einer Fremdsprachenversion eines Produkts (Software, Webseite u. a.) einsetzt, findet die Internationalisierung bereits in der Entwicklungsphase statt. Eine gute Internationalisierung bedeutet, ein Produkt so zu gestalten, dass es sowohl sprachlich als auch kulturell leicht an andere Märkte angepasst werden kann. Dies spart Zeit und verringert die Kosten bei der Lokalisierung (vgl. Ishida URL).

Bei der Gestaltung einer Webseite, die in mehrere Sprachen übersetzt werden soll, ist Folgendes zu beachten:

Die Formate für Datum, Uhrzeit, Währung, Zahlen und Adressen sind unterschiedlich. Diese Informationen müssen nach den landesüblichen Konventionen dargestellt werden können. Die Sortierreihenfolge alphabetischer Listen ändert sich durch die Übersetzung. Außerdem ist die Sortierung des Alphabets nicht in allen Sprachen gleich. Im Schwedischen zum Beispiel folgen auf "Z" noch einige erweiterte Buchstaben. Der Lokalisierer muss also die Möglichkeit haben, die Begriffe neu zu sortieren, damit der Anwender sich in der Liste zurechtfindet (vgl. Ebben/Marshall, August 1999 URL).

Die Abmessungen von Schaltflächen müssen flexibel sein, damit es nicht zu ungebräuchlichen oder gar unverständlichen Abkürzungen kommt. Der englische Search-Button z. B. wird auf einer portugiesischen Webseite mit Pesquisar wiedergegeben. Bei einer Übersetzung aus dem Englischen in andere europäische Sprachen schwillt der Text in der Regel um ca. 30 % an, für einzelne Wörter kann der Textzuwachs sogar 200 - 400 % betragen. Auch bei Tabellen und Grafiken, die Text enthalten, sollte eine Texterweiterung mit einkalkuliert werden (vgl. Ebben/Marshall, August 1999 URL).

Die im Internet verwendeten Grafiken mit den Formaten GIF und JPEG sind Pixelgrafiken, d. h. sie bestehen aus vielen einzelnen Bildpunkten (Pixeln). In solche Grafiken eingebetteter Text ist nur schwer zu bearbeiten, da auch die Buchstaben aus Pixeln bestehen und eine Änderung des Textes nur erreicht werden kann, indem man einzelne Bildpunkte "ausradiert" oder "übermalt". Das ist sehr aufwändig, und der Hintergrund wird dabei leicht beschädigt. Der Text sollte daher als separate Schicht über das Bild gelegt werden. Mit Cascading Style Sheets (CSS) kann man Grafiken in Layern (Schichten) gestalten (vgl. Ishida URL). Dadurch kann der Übersetzer direkt auf den Text zugreifen. Falls dennoch Text in Bilder eingebettet wird, empfiehlt es sich, für die Lokalisierung Grafiken, die eine separate Textschicht enthalten (z. B. Photoshop-Dateien im Format PSD), mitzuliefern (vgl. Ebben/Marshall, August 1999 URL).

Das folgende Beispiel einer aus dem Englischen ins Französische übersetzten Grafik zeigt deutlich die oben erwähnte Texterweiterung, die durch die Struktur der Zielsprache (in diesem Fall Französisch) bedingt ist. Man kann sich zudem leicht vorstellen, wie mühsam und zeitaufwändig es wäre, bei einem solchen Text die einzelnen Bildpunkte zu bearbeiten, zumal die Schrift sich über die gesamte Grafik zieht und der Hintergrund nicht nur einfarbig ist, sondern ein komplettes Bild enthält:

Grafik mit englischem Text - Lexmark http://www.lexmark.co.uk/  Grafik mit französischem Text - Lexmark http://www.lexmark.fr/

Ein weiteres Problem ist die Darstellung der verschiedenen Schriftsysteme. Hierzu gibt es eine Fülle von Zeichensätzen, wodurch es im Internet leicht zu einem Zeichen-Wirrwarr kommt.

 


    eine Seite zurück  ein Kapitel zurück  zur Inhaltsübersicht  ein Kapitel vor  eine Seite vor          Erstellt von Simone Fabian, Kristina Laub & Claudia dos Reis Santos, letzte Änderung im Oktober 2002.