eine Seite zurück  ein Kapitel zurück  zur Inhaltsübersicht  ein Kapitel vor  eine Seite vor     

3.1.3 Graphische Editoren

Die graphischen Editoren gehören zu den "WYSWG"-Editoren ("What You See Is What You Get"), d.h. man arbeit auf einer Programmoberfläche, die einem vortäuscht, dass man sich in einem Browser befindet. Man sieht sofort, wie die Webseite auch im Internet später aussehen wird. Dadurch hat man rein optisch das Gefühl, das man direkt auf einer Webseite etwas ändert. Mit dem Quellcode und HTML hat man scheinbar nichts mehr zu tun. Man braucht keine Tag-Befehle per Hand mehr einzugeben, stattdessen hat man Buttons über die man "alles" editieren kann. Tag-Befehle können nicht beschädigt oder gelöscht werden. Man hat eine Suche- und Ersetzefunktion, mit der man ganz schnell eine bestimmte Stelle auf der Webseite suchen und verändern kann. Sonderzeichen werden sofort erkannt, wenn die Tastatur auf die entsprechende Sprache eingestellt ist, so dass Umlaute nicht mühsam per Hand eingeben werden muss. Die eingefügten Bilder und Graphiken sind sofort sichtbar und man weiß genau, wie die Webseite optisch aufgebaut ist. Die Websites werden von diesen Programmen automatisch verwaltet. Das bedeutet, wenn man den Namen einer Seite ändert, beispielsweise durch Übersetzungen, werden die internen Links auf den Webseiten gleich mit geändert. Die Links greifen dann nicht mehr auf den ursprünglichen Dateinamen zu ( gilt für Dreamweaver und goLive von Adobe). Als Übersetzer braucht man keine Vorkenntniss in HTML zu haben, dennoch ist die Einarbeitungszeit hoch, weil die Programme jede Menge Funktionen haben, die man erst einmal kennen lernen muss, um sich zurechtzufinden. Ein großer Nachteil ist es, dass es nicht bei allen graphischen Editoren möglich ist, sich eine Datei in HTML anzeigen zu lassen und darüber hinaus noch eine Eingabe eines Tag-Befehls manuell durchzuführen. Ein solches Programm bietet nur eine begrenzte Zahl von Buttonfunktionen und Menübefehlen, so dass es oftmals einfach notwendig wäre etwas per Hand einzugeben, um eine bestimmte Funktion umszusetzen. Zwar ist es in manchen Fällen wenigstens möglich sich die Seite in HTML anzeigen zu lassen. Auch kann man einen Tag eingeben, aber dieser wird dann nicht unbedingt vom Programm akzeptiert, da seine HTML-Befehle von der normierten HTML-Sprache abweichen, d.h. programmspezifisch sind. Außerdem entspricht der "HTML-Wissensstandard" des Programms nur ungefähr dem, was bei der jeweiligen Markteinführung der letzte Stand in der HTML-Sprache gewesen ist. Daraus folgt für den Übersetzer oder für die Benutzer solcher Editoren generell, dass man einem solchen Programm sehr stark ausgeliefert ist, und dass man sich dem begrenzten Stand des Programmes anpassen muss. Man hat also nicht wirklich die Kontrolle über das was passiert und es kann sehr zeitaufwendig werden etwas zu ändern oder so anzupassen, dass alles es in jedem Browser an seinem richtigen Platz angezeigt wird bzw. funktioniert.

Beispiel für den graphischen Editor AOL Press:

Die Vor- und Nachteile im Kurzüberblick  Seitenanfang

Vorteile Nachteile

- Editierhilfe;

- schnelles Arbeiten möglich, da keine Schreibarbeit notwendig;

- Tags können nicht gelöscht werden, da Anwender keinen direkten Zugriff auf Quellcode;

- Suche-/Ersetzefunktion zur schnellen Fehlerlokalisierung;

- Sitemanagement (nur bei Content Management Systemen): interne Links werden ständig aktualisiert (ändert der Übersetzer wegen der Übersetzung den Namen des Web-Dokumente, so werden alle Links, die auf diese Seite führen vom Programm aktualisiert);

- Einarbeitungszeit hoch;

- Akzeptanz neuer HTML-Standards nicht vorhanden;


- kein Syntaxhighlighting;

- keine direkte Kontrolle über Quellcode (Programm spezifischer Code, der nur Probleme bereitet, z.B. bei Microsoft Frontpage);





 


    eine Seite zurück  ein Kapitel zurück  zur Inhaltsübersicht  ein Kapitel vor  eine Seite vor          Erstellt von Simone Fabian, Kristina Laub & Claudia dos Reis Santos, letzte Änderung im Oktober 2002.