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1.2 Die Dienste des Internets

Was sind Internetdienste?
Warum braucht man Protokolle?


Telnet
FTP und Anonymous FTP
E-Mail
Usenet
Archie
Gopher

World Wide Web


Was sind Internetdienste?  Seitenanfang

Besitzt man einen Computer, auf dem keine Software installiert ist, wird man diesen nicht nutzen können, denn er ist ein totes Gerät. Doch sobald man eine Software darauf installiert, kann man mit dem Computer arbeiten. Genauso verhält es sich mit dem Internet und seinen Diensten. Das Internet allein ist "nur" ein weltweites Netzwerk aus Computern. Für den Internetnutzer ist es damit völlig uninteressant, denn er kann es nicht nutzen. Erst wenn man Anwendungen darauf installiert, wird das Internet mit Leben erfüllt. Solche Anwendungen nennt man Dienste. Neben den 7 klassischen Internetdiensten, die hier erklärt werden, gibt es mittlerweile noch eine Vielzahl anderer, die besonders im multimedialen Bereich zu finden sind, z.B. das Real-Audio-Verfahren zur Übertragung von Tondaten oder das Streaming-Video-Verfahren zur Übertragung von Videodaten.

 

Warum braucht man Protokolle?  Seitenanfang

Damit solche Dienste in einem Netzwerk realisiert werden können, benötigt man sogenannte Übertragungsprotokolle. Diese legen Regeln fest, die den Rechnern die Kommunikation untereinander ermöglicht. Wichtig bei einem Protokoll ist, dass es von allen teilnehmenden Rechnern gleichermaßen verstanden wird. Die Aufgabe von Internetprotokollen ist mit der, der Straßenverkehrsordnung zu vergleichen. Allein der Bau von Straßen genügt nicht um einen geregelten Verkehr zu garantieren. Erst die Verkehrsregeln, die von allen Autofahrern weltweit verstanden werden, garantieren einen reibungslosen Ablauf. Auch die weltweite Datenautobahn benötigt neben gut ausgebauten Leitungen unbedingt Regeln, an die sich die ans Netzwerk angeschlossenen Rechner zu halten haben. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Plattformen (Apple, IBM, usw.) und Betriebssysteme (Unix, WIndows, Macintosh, DOS) es sich handelt - alle kennen die zur Kommunikation untereinander notwendigen Regeln. Das Protokoll, das die Kommunikation im Internet realisiert, nennt sich TCP/IP (Transmission Control Protocol/Interent Protocol), dessen Unterprotokolle die verschiedenen Dienste des Internets ermöglichen. Die wichtigsten darunter sind HTTP, FTP, NNTP und SMTP.

 

Die verschiedenen Dienste des Internets

Telnet  Seitenanfang

Telnet, das für TErminaL-Emulation über das InterNET steht, war einer der ersten Dienste, die im Internet implementiert wurden. Man versteht darunter eine Verbindung zu einem anderen Rechner, auf den man direkt zugreifen kann. Dabei kann man beispielsweise Datenbanken, Online-Kataloge oder Anwendungen auf dem Rechner des Kommunikationspartner nutzen. Von Vorteil ist dies beispielsweise in der Wissenschaft. Nicht jeder Teilnehmer des Internets hat die Berechtigung, eine Telnet-Sitzung durchzuführen, denn man benötigt dafür eine individuelle Zugangsberechtigung (= Account ). Dieser Dienst funktioniert mit dem TCP/IP-Unterprotokoll telnet.
Eine Telnet-Adresse könnte folgendermaßen aussehen:
telnet://peggy.ub.uni-mainz.de

 

FTP und Anonymous FTP  Seitenanfang

File Transfer Protocol ist ein Internetdienst, mit dem man über eine Verbindung zu einem anderen Rechner, dem FTP-Server, Daten und Programme transferieren kann. Dabei ist sowohl ein Herunterladen (= Download) auf den eigenen Rechner, als auch ein Hochladen (= Upload) auf den FTP-Server möglich. Der FTP-Dienst ist besonders bei Software-Downloads zu empfehlen, denn im Gegensatz zum WWW ist die Geschwindigkeit optimiert, sodass der Datenaustausch schneller vonstatten geht. Neben Programmen werden auch alle anderen Daten und Dateiformate, wie z.B. Video, Sound oder Grafik, angeboten. Außerdem dient er einfach nur dem Datenaustausch zwischen zwei Rechnern. Der Internetdienst FTP funktioniert durch das TCP/IP-Unterprotokoll file transfer protocol. Eine FTP-Adresse sieht folgendermaßen aus: ftp://ftp.uni-mainz.de.
Im Internet gibt es neben dem "normalen" FTP-Server, mit dem man nur mit individueller Zugangsberechtigung arbeiten kann, auch noch den Anonymous FTP-Server, ein sogenannter öffentlicher FTP-Server, auf den jeder weltweit freien Zugang hat. Um Zutritt zu dem Anonymous FTP-Server zu bekommen, muss man als Benutzernamen entweder "anonymous" oder "ftp" angeben und als Passwort seine E-Mail-Adresse eintragen.
Hier findet man eine Auflistung aller Anonymous FTP-Server in Deutschland und weltweit

Folgende Begriffe können bei der Arbeit mit FTP-Servern auftreten - hier werden sie erklärt:


Incoming und Upload
Auf den meisten FTP-Servern kann man nur lesen. Doch es gibt auch einige Ausnahmen, bei denen man auch eigene Daten hochladen kann, um sie anderen zum Download anzubieten. Diesen Bereich auf einem FTP-Server nennt man das Incoming/Upload-Verzeichnis. Allerdings benötigt man dazu die Erlaubnis des Administrators eines FTP-Servers.

Mirror
Im Internet hängt die Übertragungs- bzw. Downloadgeschwindigkeit größtenteils davon ab, wie lange der Weg der Daten von dem Rechner, auf dem die angeforderten Daten liegen, zu dem Rechner, auf dem die Daten geladen werden sollen, ist. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist also weitaus niedriger und die damit verbundenen Kosten sind höher, wenn man Daten von einem FTP-Server in Australien herunterlädt, als von einem europäischen FTP-Server. Aus diesem Grund "spiegelt" man FTP-Server und verteilt dann diese Kopien auf anderen FTP-Servern, die sich auf der ganzen Welt befinden. Solche gespiegelten FTP-Server nennt man Mirror-Server. Neben dem Kosten- und Zeitfaktor gibt es noch einen weiteren Grund. Man legt Mirror-Server auch deswegen an, damit man Dateien von verschiedenen FTP-Servern zu verschiedenen Themen zusammenstellen kann.

 

E-Mail  Seitenanfang

Einer der am meisten genutzten Dienste des Internets ist die E-Mail (Electronic MAIL). Der 1971 entwickelte Dienst ermöglicht den Versand und den Empfang von Nachrichten über das Internet. Dabei besteht auch die Möglichkeit Daten als Dateianhang (attachment) an die E-Mail zu hängen. Wie die E-Mail vom Sender zum Empfänger gelangt, wird vom TCP/IP-Unterprotokoll SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) geregelt. Dabei spielt auch die Paketvermittlung eine Rolle, denn die Daten werden in Pakete oder Blöcke eingeteilt und dann mit der E-Mail-Adresse des Empfängers adressiert und über die Datenautobahn versandt. Dabei sucht sich das Protokoll den besten und schnellsten Weg aus.

Mailinglisten:
Bei Mailinglisten handelt es sich um Diskussions- oder Informationsgruppen zu einem bestimmten Thema. Mailinglisten sind ein äußerst simples und sehr altes Kommunikationsmedium im Internet. Im Internet gibt es mittlerweile tausende von verschiedenen Themen mit ebenso vielen Mailinglisten. Diese Vielfalt und auch die einfache Nutzung - man benötigt nur eine eigene E-Mail-Adresse - sind Gründe für die Beliebtheit dieser Listen. Hat man sich erst einmal für ein Thema entschieden, kann es auch schon fast los gehen. Man muss sich nur per E-Mail bei einer Mailingliste anmelden (= subscribe) und von nun an werden einem alle Beiträge der anderen Mitglieder, die diese an die Liste (so nennt man die E-Mail-Adresse, an die alle Nachrichten geschickt und anschließend an alle Mitglieder weitergeleitet werden) geschickt haben, per E-Mail zugestellt. Will man selbst Beiträge schreiben, genügt wiederum eine E-Mail, die an die Liste gerichtet ist. Eines der bekanntesten Programme, mit dem solche Mailinglisten funktionieren, ist das vom IBM entwickelte LISTSERV. Es kümmert sich um die Verwaltung der Mailinglisten und vorallem darum, dass alle E-Mails an die Liste sofort an alle Teilnehmer weitergeleitet werden.
Links zu Auflistungen verschiedener Mailinglisten:
Tile.Net - Reference to the Internet Discussion & Information Lists
Yahoo!Groups

Topica

(Yahoo!Groups und Topica ermöglichen jedem, eine eigene Mailingliste zu eröffnen.)

 

Usenet  Seitenanfang

Der Internetdienst Usenet (USErs NETwork) ist eine Kommunikationsplattform für die Benutzer des Internets. Es besteht aus zahlreichen Newsgroups, das sind Diskussionsforen zu den verschiedensten Themengebieten. Die Mitglieder dieser Newsgroups nutzen diese Foren als Möglichkeit zum gegenseitigen Informationsaustausch. Um vom Usenet Gebrauch machen zu können, benötigt man einen sogenannten Newsreader. Das ist ein Programm, mit dem man einerseits die Nachrichten der anderen Mitglieder lesen und andererseits selbst solche verfassen kann. Die Nachrichtenbeiträge der Mitglieder einer Newsgroup nennt man Posting. Sie werden mit Hilfe des TCP/IP-Unterprotokoll NNTP (Network News Transfer Protocol) transportiert. Bevor man das Usenet in das gesamte Internet übernahm, wurde es ausschließlich im akademischen Bereich verwendet. An Universitäten diente es als campusinternes Kommunikationsmedium, das ähnlich wie das Schwarze Brett einer Uni aufgebaut war. Auf ihm konnte man Job- und Wohnungs-Postings, sowie diverse andere Angebote finden. Entwickelt wurde das Usenet 1979 von einigen Studenten der Universität von Duke in South Carolina.
Hier findet man Auflistungen weltweiter Newsgroups:
Tile.Net - The Reference to Usenet Newsgroups
Harley Hahn's Master List of Usenet Newsgroups

 

Archie  Seitenanfang

Der Internetdienst Archie, der 1990 entstand, ist ein Suchsystem, mit dem man Software auf FTP-Servern lokalisieren kann. Ähnlich wie eine WWW-Suchmaschine durchsucht Archie alle FTP-Server eines Landes gleichzeitig. Bei einem Sucherfolg wird der FTP-Server, auf dem die gewünschte Software liegt, aufgelistet. Man kann auf Archie entweder per Telnet-Sitzung, E-Mail oder mit einem speziellen Archie-Client zugreifen. Dieser Internetdienst basiert auf dem TCP/IP-Unterprotokoll Prospero Protocol.
Weitere Information zu Archie ist ebenfalls verfügbar.

 

Gopher  Seitenanfang

Der Internetdienst Gopher ist der Vorgänger vom World Wide Web und funktioniert durch das TCP/IP-Unterprotokoll Internet Gopher Protocol. Ursprünglich wurde dieser Dienst als campusweites Informationssystem 1991 an der Universität von Minnesota entwickelt, um Texte aller Art zentral bereit zu stellen, obwohl sie eigentlich auf verschiedenen Institutsrechnern verteilt liegen. Im Vergleich zum World Wide Web stellt Gopher ausschließlich Text dar und ist somit bei der Informationsabfrage um einiges schneller. Jedoch besteht keine Möglichkeit Grafiken oder Hyperlinks (Verweise) einzubauen. Auf Gopher kann man entweder per Telnet-Sitzung oder bildschirmorientierten Gopher-Client zugreifen.
Beispiel für ein Gopher-Verzeichnis.

 

World Wide Web  Seitenanfang

Das World Wide Web, kurz WWW, ist der beliebteste Dienst des Internets und hat bei weitem am meisten zum Erfolg des Internets beigetragen. Für den Übersetzer sind gute Kenntnisse über das WWW sehr wichtig, denn ohne diese ist es unmöglich, qualitativ gute Übersetzungen von Webseiten zu liefern. Aus diesem Grund ist diesem noch sehr jungen Internetdienst ein eigenes Kapitel gewidmet (1.3).

 


    eine Seite zurück    zur Inhaltsübersicht  ein Kapitel vor  eine Seite vor          Erstellt von Simone Fabian, Kristina Laub & Claudia dos Reis Santos, letzte Änderung im Oktober 2002.