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1.1 Die Geschichte des Internets

Die Anfänge    

Seinen Ursprung hat das Internet in der Zeit des Kalten Krieges, als zwischen den USA und der ehemaligen Sowjetunion ein Rüstungswettstreit entbrannte. Nachdem die Sowjets den Satelliten Sputnik erfolgreich ins All geschossen hatten, sahen die US-Amerikaner Handlungsbedarf. Sie suchten fieberhaft nach einer Möglichkeit, auch noch nach einem nuklearen Erstschlag gegen ihr Land, fähig zu sein, einen Gegenschlag ausführen zu können. Über das herkömmliche Telefonnetz wäre dies nicht mehr möglich gewesen. Der Schlüssel dazu war der Informationsaustausch per Computer über größere Distanzen. Der Gedanke, Computer miteinander zu verbinden, um kommunizieren zu können, wurde geboren. Deswegen wurde auf Drängen des US-Verteidigunsministeriums 1957 die ARPA (Advanced Research Projects Agency) gegründet, die sich mit der Entwicklung von Computernetzwerken zum Zweck des Datenaustauschs beschäftigte.
Das Internet
Im Jahr 1969 war es dann soweit: Das ARPA-Net (Advanced Research Projects Agency NETwork) entstand in Zusammenarbeit mit den unabhängigen Netzwerkfirmen RAND und NPL und mit Hilfe von Finanzmitteln des US-Verteidigungsministeriums. Zuerst gab es nur vier Hosts, die an das Netzwerk angeschlossen waren. In den darauffolgenden Jahren weitete sich das ARPA-Net weiter aus. Auch die Entwicklung von Internetdiensten beginnt. Im Jahr 1972 wurde beispielsweise das erste Programm zum Versenden von E-Mails eingeführt und der erste Computer-Chat durchgeführt.

Die Grundlage des ARPA-Net war das NCP (Network Control Protocol). Doch erst die Entwicklung des TCP/IP-Protokolls 1973 brachte einen entscheidenden Fortschritt. Dieses Protokoll ist mit seinen Unterprotokollen auch heute noch die Grundlage des Datenaustausches per Internet. Erst 1983 wurde NCP verpflichtend durch das TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) als Standard für das ARPA-Net abgelöst. Mehr Informationen zu den Protokollen des Internets sind verfügbar.

Neben dem ARPA-Net entstanden nun auch andere Netzwerke, wie z.B. 1981 das CSNET (Computer Science NETwork)und 1982 das EUnet (EUropean UNIX NETwork). Als die NSF (National Science Foundation) im Jahr 1986 NSFNET entwickelte, tat sie dies hauptsächlich, um den Wissenschaftlern aller amerikanischen Universitäten den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Im selben Jahr spaltete sich der militärische Bereich des ARPA-Net ab und schloss
sich im nicht öffentlichen Milnet zusammen. Zurück blieben die zivilen und wissenschaftlichen Bereiche, die sich nun Internet nennen. Dies veränderte die Welt der Computernetzwerke. Immer mehr Institutionen, Universitäten und andere Forschungseinrichtungen schlossen sich mit ihren eigenständigen, in sich geschlossenen Netzwerke dem Internet an. Das "Netz der Netze" breitete sich immer mehr aus. Parallel dazu verschwand das ARPA-Net langsam, bis es schließlich 1989 vom US-Verteidigungsministerium aufgelöst wurde.

Das Jahr 1989 war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Internets: Der Internetdienst World Wide Web wurde entwickelt und zwei Jahre später ins Internet integriert. Weitere Informationen zum WWW findet man im Kapitel 1.3.

 

Das Internet heute und in der Zukunft

In den letzten zehn Jahren haben sich die Nutzer des Internets verändert. Das Internet wird nicht mehr nur für wissenschaftliche Zwecke oder von Studenten an den Universitäten genutzt, sondern größtenteils von Privatpersonen und Firmen. Dies hängt in erster Linie mit der Entwicklung des World Wide Web zusammen, das auch einem Laien, durch die leicht erlernbare Bedienung des Browsers, einen überaus einfachen Zugriff auf die Informationen des Internets ermöglicht. Aber auch die Preisentwicklung hat damit etwas zu tun. Seit dem Jahrtausendwechsel ist auch in Europa der Zugang zum Internet für jeden erschwinglich geworden. Preiswerte Call-by-Call-Provider oder verlockende Flatrates machen es mittlerweile jedem Besitzer eines Computers möglich, das Internet zu nutzen.

Schon heute nimmt das Internet eine bedeutende Stellung im globalen Kommunikations- und Informationsaustausch ein. Überall auf der Welt und zu jedem Zeitpunkt stehen jedem die riesigen Mengen an Informationen zur Verfügung. Zukünftig wird sich dies noch verstärken. Schon in den nächsten Jahren wird es die traditionellen Kommunikationsmedien Brief und Telefon in den Hintergrund gedrängt haben. Telefongespräche via Internet, die E-Mail und Videokonferenzen werden immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Auch im kommerziellen Bereich spielt das Internet, hier vor allem das WWW, eine immer wichtigere Rolle. Kaum ein Unternehmen kann es sich heutzutage mehr erlauben, nicht im Internet präsent zu sein - noch vor wenigen Jahren war dies wohl kaum ein Handycap! Die Tatsache, dass E-Shopping immer sicherer und einfacherer wird, trägt dazu natürlich bei. Binnen weniger Sekunden hat man vom heimischen Sofa einen Flug oder gar eine komplette Reise für die ganze Familie gebucht.

Das Internet ist aus unserer Welt einfach nicht mehr wegzudenken. Allerdings sollte man neben diesen zahlreichen Vorteilen, die Gefahren, die das Internet mit sich bringt, nicht ganz vergessen.Internetkriminalität, Piraterie und Hackertum sind die negativen Aspekte des Internets. Kinderpornos werden durch das Internet verbreitet, Gutgläubige Menschen um ihr Geld betrogen und selbst Terroristen haben das Internet zur Kommunikation und Recherche für sich entdeckt. In Tauschbörsen kann man sich die aktuellsten mp3s, Filme, etc. herunterladen was zu sechstelligen Veerlusten bei den Vertreibern und Herstellern von Originalen fürt und Hacker schliesslich nutzen jede Möglichkeit aus, um sich für Ihre kriminellen Zwecke Zugang zu fremden Netzwerken und Computern zu verschaffen.


      eine Seite zurück    zur Inhaltsübersicht  ein Kapitel vor  eine Seite vor          Erstellt von Simone Fabian, Kristina Laub & Claudia dos Reis Santos, letzte Änderung im Oktober 2002.