Studienschwerpunkt Translationswissenschaft / Interkulturelle Kommunikation


Der Arbeitsbereich Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft bietet in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Interkulturelle Kommunikation seit dem Wintersemester 2006/07 im Masterstudiengang Sprache, Kultur, Translation den Studienschwerpunkt Translationswissenschaft / Interkulturelle Kommunikation als neue internationale Studiengangsspezialisierung im Rahmen der universitären Ausbildung von professionellen Übersetzerinnen und Übersetzern an.


Zielgruppe

Das Studienangebot richtet sich an deutsche und ausländische Studierende mit einem überdurchschnittlichen ersten Studienabschluss in einer frei gewählten Fachrichtung (neben Übersetzen / Dolmetschen etwa auch Wirtschaftswissenschaften, Jura, Ingenieurswesen, Kulturwissenschaften, Pharmazie etc.) sowie hervorragenden Kenntnissen in der Muttersprache (A-Sprache) und in den gewählten Fremdsprachen (B- und C-Sprache).


Berufsbilder und Tätigkeitsfelder

Der M.A.-Abschluss Sprache, Kultur, Translation mit dem Studienschwerpunkt Translationswissenschaft / Interkulturelle Kommunikation befähigt die Absolventinnen und Absolventen zu einer Tätigkeit in Forschung und Lehre an Hochschulen und in wissenschaftsnahen Einrichtungen sowie zur Aufnahme weiterführender Promotionsstudien. Darüber hinaus finden sie Beschäftigung in global agierenden Unternehmen, in der interkulturellen Beratung, bei Übersetzungsagenturen, Softwarefirmen, internationalen Organisationen (UNO, NATO, EU-Institutionen), Ministerien, Behörden, diplomatischen Auslandsvertretungen, Verlagen, Medienorganisationen etc.


Studieninhalte

Mit der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft und Internationalisierung nahezu sämtlicher Lebensbereiche (Politik, Kultur, Rechtssprechung, Sport, Medien, Umwelt, humanitäre Zusammenarbeit etc.) gewinnt die Tätigkeit professioneller und wissenschaftlich  geschulter ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen zunehmend an Bedeutung. Im Zuge dieser Entwicklung hat sich sowohl in der Berufspraxis als auch im Fächerkanon der Wissenschaften mehr und mehr die Bezeichnung Translation als Oberbegriff für die beiden traditionellen Teilbereiche des Übersetzens und Dolmetschens durchgesetzt. Translation beschränkt sich dabei nach modernem Verständnis nicht auf ein bloßes interlinguales Übertragen sprachlich fixierter Formulierungen, sondern beinhaltet zwangsläufig immer auch mehr oder weniger umfassende formale und inhaltliche Anpassungen an die Besonderheiten der jeweiligen Zielkultur. Dabei wird von einem mehrdimensionalen Kulturbegriff ausgegangen, der als intrikates Geflecht aus eng miteinander verwobenen para-, dia- und idiokulturellen Ebenen behandelt wird.

Die Translationswissenschaft und ihre verschiedenen Teilgebiete (Übersetzen, Dolmetschen, Community Interpreting, Softwarelokalisierung etc.) hat vor diesem Hintergrund zunehmend an Gewicht und Eigenständigkeit gewonnen und sich dabei aus dem Status einer Teilwissenschaft etwa der Angewandten Linguistik, der Germanistik, der fremdsprachlichen Philologien oder auch der Kommunikationswissenschaften emanzipiert. Wichtige neue Erkenntnisse zu den inneren (kognitiven) und äußeren (handlungs-theoretischen) Prozessabläufen beim Übersetzen und Dolmetschen, zusammen mit den modernen computerlinguistischen Möglichkeiten, große Textkorpora von ausgewählten Originaltexten mit den dazu gehörigen Übersetzungen parallel aufzubereiten und auf Querbezüge hin zu untersuchen, haben dem Fach eine gediegene Basis an empirisch fundiertem Grundlagenwissen und theoretisch abgesicherten Methodologien verschafft.

Die Interkulturelle Kommunikationsforschung befasst sich in diesem Zusammenhang mit der Beschreibung und Erklärung von Verständigungsprozessen unter den Bedingungen kultureller Differenz. Dabei stehen die spezifisch mit sprachlichen und nonverbalen Kommunikationsmitteln zusammenhängenden Unterschiede sowie andere nichtsprachliche, kognitive und soziale Determinanten interkultureller Kommunikation im Zentrum des analytischen Interesses.

Der Studienschwerpunkt Translationswissenschaft / Interkulturelle Kommunikation vermittelt neben allgemeinen wissenschaftstheoretischen Grundlagen ein hohes Maß an Methodenreflexion und Theorieorientierung in beiden Teilbereichen, der Translationswissenschaft ebenso wie der Interkulturellen Kommunikationsforschung, welches für eine leitende Tätigkeit in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst sowie für weiterführende Promotionsstudien mit dem Ziel einer künftigen Tätigkeit in Forschung und Lehre in der Translationswissenschaft bzw. in der Interkulturellen Kommunikationsforschung vorbereitet.


Zulassungsvoraussetzungen und Sprachenkombinationen

Die Zulassung zum Masterstudiengang Sprache, Kultur, Translation ist die einzige Voraussetzung, um den Studienschwerpunkt Translationswissenschaft / Interkulturelle Kommunikation zu studieren. Eine zusätzliche Bewerbung ist nicht nötig, während des Studiums sind lediglich die zu dem Schwerpunkt gehörigen Module im Wahlpflichtbereich zu absolvieren.

Der Studienschwerpunkt kann mit einer oder zwei Fremdsprachen absolviert werden. Für das Studium sind hervorragende Kenntnisse in der Muttersprache (A-Sprache) und in den gewählten Fremdsprachen (B- und C-Sprache) erforderlich. 


Modulstruktur

Der Masterstudiengang Sprache, Kultur, Translation beginnt in der Regel zum Wintersemester und umfasst 4 Semester (60 SWS á 123 LP). Der Studiengang ist modularisiert und gliedert sich formal in zwei Teile.

Der erste Teil besteht in den fünf zu absolvierenden Pflichtmodulen in der jeweiligen B- bzw. C-Sprache Kulturwissenschaft, Sprach- / Translationswissenschaft und Translatorische Kompetenz (50 LP). Im zweiten Teil des Studiums ist es Studierenden im Rahmen von vier bzw. fünf Wahlpflichtmodulen möglich, den Studienschwerpunkt Translationswissenschaft / Interkulturelle Kommunikation zu studieren (46 LP).

Das Studium wird mit einer schriftlichen Masterarbeit zu einem sprach-, kultur- bzw. translationswissenschaftlichen Thema (20 LP) und einer mündlichen Prüfung (4 LP) abgeschlossen.

Nachfolgend eine Auflistung der einzelnen Module des Studienschwerpunkts im M.A. Sprache, Kultur, Translation mit einer Fremdsprache (B-Sprache). Die Wahlpflichtmodule sind im M.A.-Studiengang mit zwei Fremdsprachen identisch (B-/C-Sprache).



Modulbezeichnung
SWS
LP
Pflichtmodule: B-Sprache
Translatorische Kompetenz
6
12
Kulturwissenschaft
6
10
Sprach-/Translationswissenschaft
6
10
Translatorische Kompetenz 6 9
Translatorische Kompetenz 6 9
Wahlpflichtmodule:

Studienschwerpunkt
Translationswissenschaft / Interkulturelle Kommunikation
Wissenschaftstheoretische Grundlagen
6
10
Allgemeine Translationswissenschaft
6
10
Theoretische Grundlagen interkultureller Forschung
6
10
Angewandte
Translationswissenschaft oder
Methoden empirischer Kommunikationsforschung
6
10
frei wählbar oder Praktikum 6 9

 

SWS: Semesterwochenstunden
LP: Leistungspunkte


Weitere Informationen

Informationen rund um die Zulassung zum M.A. Sprache, Kultur, Translation finden Sie auf den Seiten des Studierendensekretariats. Bei allgemeinen Fragen zum Studium wenden Sie sich bitte an die Allgemeine Studienberatung. Bei Fragen zum Studienschwerpunkt wenden Sie sich bitte an Torsten Dörflinger (doerflin@uni-mainz.de).